Hören und verstehen

wenn uns das Ohr im Stich lässt

So kann es im schlimmsten Fall zu einem sozialen Rückzug kommen. Wenn Sie das bei jemanden in Ihrem Bekanntenkreis beobachten, nehmen Sie diese Person an den Ohren!

Hörprobleme können allerhand Ursachen haben. Wichtiger ist aber zu wissen, dass eine Menge Lösungsansätze bereit stehen. Die Hörfähigkeit nimmt mit dem Alter ab. Oftmals verstopft ein Ohrenschmalzpfropfen den Gehörgang. Die Ohren können krank werden. Es werden dabei drei Hauptgruppen von Ohrenkrankheiten unterschieden: Erkrankungen des Gehörgangs, des Mittelohrs und des Innenohrs. An dieser Stelle verweisen wir gerneauf das Lindenforum vom 22. September 2015. Die Lindenapotheke wird mit PD Dr. med. Andreas Schmelzer einen Spezialisten sondergleichen im Bereich Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen willkommen heissen. Sein Referat wird sich exakt mit Erkrankungen des Gehörs beschäftigen. Aufgrund dessen werden Sie im Rahmen der Ihnen vorliegenden Lektüre über Ohrenerkrankungen nichts erfahren. Dieser Themenbereich überlässt die Lindenblatt-Redaktion gerne dem Fachmann. Mehr Informationen zum Lindenforum finden Sie auf der Seite 7. In der Lindenapotheke bieten wir mittlerweile in drei Filialen Hörtests an. Frau Andrea Jegge, Drogistin HF in der Lindenapotheke beim Coop in Entfelden, gibt im Ratgeber einen Einblick in die Möglichkeiten, die wir Ihnen im Bereich Hören anbieten können.

Die Lindenapo wünscht Ihnen einen buntklangfarbigen Übergang vom Sommer in den Herbst. Vergessen Sie nicht, dass wenn Sie gut hinhören, wird immer irgendwo ein Vogel singen.

Nach oben

Ratgeber

Hörtest - einfach, kostenlos und sicher

Andrea Jegge, dipl. Drogistin HF

Sie haben die Möglichkeit, die Sonetik-Hörgeräte kostenlos zu testen. Meine Meinung ist eindeutig: wenn ich dazu beitragen kann, dass Menschen wieder besser hören können, nehme ich mir sehr gerne die Zeit dafür. Oftmals belastet ein Hörverlust nicht nur den Alltag der Betroffenen, sondern auch Angehörige und Freunde. Rufen Sie an oder schreiben Sie ein Email. Wir haben jederzeit ein offenes Ohr für Sie.

 

Übrigens:Hörtests sind in folgenden Filialen möglich:

Schöftland im Park
Dorfstrasse 38
5040 Schöftland
062 738 80 00
park-schoeftland@lindenapo.ch

Rupperswil
Mitteldorf 4
5102 Rupperswil
062 897 33 48
rupperswil@lindenapo.ch

Neu ab September 2015 auch:

Lindenapotheke Entfelden
Schinhuetweg 5
5035 Unterentfelden
062 737 46 37
entfelden@lindenapo.ch

Nach oben

Nun sag einmal,

wie hast du's mit der Stille?

Die Gretchenfrage zur Stille. Manche Antwort wird lauten, dass die Stille gemocht, vielleicht sogar gebraucht wird. Wir verstehen das. Das Geräusch der Aussenwelt gibt es nicht mehr laut oder leise. Die Einstufung geht viel mehr über laut, lauter am lautesten. Vergleichbar ist das mit dem Bild von Fröschen in einem Teich. Die Frösche quaken alle unterschiedlich laut. Für die Weibchen ist klar, dass die lautesten Quäker die besten Paarungspartner sein müssen. Für welchen Frosch macht es Sinn, die Lautstärke seines Stimmorgans zu demonstrieren? Sicher einmal für den Lautesten. Dieser bekommt die besten Froschfräuleins. Der zweitlauteste Frosch wird wohl auch in das Konzert mit einstimmen, schliesslich ist seine Quakstimme alles andere als schwach. Es stellt sich die Frage, bis zu welchem Frosch macht es Sinn, dass dieser in den Konzertwettstreit um Lautstärke einsteigt? Tatsächlich werden alle Frösche im Teich quaken. Nur der Leiseste wird es unterlassen. Jeder Frosch weiss, dass er zwar nicht so lautstark ist, wie die Lautesten, trotzdem kann er sich von dem unmittelbar leiseren Frosch abheben. Diese Gelegenheit wird er auf jeden Fall nutzen. So geht es bis zum zweitleisesten Frosch. Auch für diesen lohnt es sich nicht zu schweigen. Nur dem stimmschwächsten Frosch sei ans Herz gelegt, die Klappe zu halten. Er behält sich dadurch garantiert eine gewisse geheimnisvolle Art vor, die Gerüchten zu Folge in der Damenwelt beliebt ist.

Unsere aktuelle Welt scheint, wie der Froschteich zu funktionieren. Die unheimliche Flut an Informationen will wahrgenommen werden. Akustisch verspricht man sich Erfolg durch das Aufdrehen am Lautstärkeregler.

Wir sind ganz Ohr

zu jeder Zeit und an jedem Ort

Das Ohr ist der heimliche Star unter den Sinnesorganen. Es ist mindestens so empfindlich wie das Auge, schläft im Gegensatz dazu aber nie. Vom Standpunkt eines Ingenieurs betrachtet, ist das Ohr ein Wunderwerk. Zudem ist das Hören die Grundlage menschlicher Kommunikation. Dabei lassen wir hier ausser Acht, dass ein Problem in der Kommunikation ist, dass wir selten zuhören, um zu verstehen. Wir hören zu, um zu antworten.

Unsere Sinne sind vielfältig. Und unsere Sinne machen Sinn. Die Fähigkeit zur sinnlichen Wahrnehmung beruht verwunderlicherweise auf wenigen Prinzipien: Sinnesrezeptoren verwandeln physikalische oder chemische Reize in elektrische Entladungsmuster der Nerven. Das Hirn darf sich abschliessend einen Reim darauf machen. Der Gehörsinn funktioniert in einfacher Weise vorgestellt folgendermassen:

Auf beiden Seiten des Kopfs befinden sich knorpelige Trichter. Aus dem hineinwandernden Schall werden Geräusche, Sprache und Musik. Hören ist eine sensorische Wertschöpfungskette. Es beginnt mit simpler Mechanik: Schallwellen bringen das Trommelfell und die wenige Milligramm schweren Gehörknöchelchen im Mittelohr zum Schwingen. Das Mittelohr wirkt wie ein akustischer Verstärker. Es steigert den Schwingungsdruck zwanzigfach. So wird dieser auf das Innenohr übertragen und kommt bei der Gehörschnecke an, dem eigentlichen Hörorgan. Die Gehörschnecke ist mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt. Bei einer Druckübertragung durchwandern winzige Wellen die Windungen der Schnecke. So werden die dort verteilten Sinneszellen erregt.

Bemerkenswert ist, dass jede Schallfrequenz eine charakteristische Welle erzeugt, die nur ganz bestimmte Rezeptoren reizt. In den Erregungsmustern, die der Hörnerv aus der Gehörschnecke ans Gehirn überträgt, ist dadurch die Frequenz präzise codiert. Die Genauigkeit ist verblüffend. 

Unerhört

Wer hört was und wie?

Sind Sie taub?
Babys und Buschleute
Von der Schwelle zum Schmerz oder lauter ist nicht immer besser

einem einzigen Ton, der die tiefste hörbare Frequenz darstellt. Bei der Unterscheidung von zwei kurz aufeinanderfolgenden Signalen hat der Hörsinn Vorteile gegenüber dem Sehsinn. Der Grund dafür ist ein chemischer. Das Ohr muss bei seiner Arbeit keine chemischen Substanzen (konkret Rhodopsin, ein Sehpigment) zerlegen und wieder zusammensetzen.

Der Tag des Hörens
Blumenkohl und Badeotitis
Im Sport spielen die Ohren zum Teil auch erwähnenswerte Rollen: Die Ohren von Ringern heissen ganz gesund Blumenkohlohren. Der Grund ist, dass sie in etwa so aussehen. Blutergüsse der Ohrmuschel, im Kampf passiert, führen zu dieser Verformung am Aussenohr. Badeotitis meint eine akute Ohrenentzündung durch Wasser und Bakterien, eine typische Sommererscheinung, auch Schwimmerohr genannt. Bei Tauchern tritt sie ebenso auf. Sie betrifft das Aussenohr und tut höllisch weh. Dagegen helfen Tropfen, die desinfizieren, pflegen und ein saures Milieu im Ohr provozieren. Wir stellen diese Ohrentropfen gern individuell für Sie her.

Nach oben

Ein Seitenblick

 

auf die evolutionären Ohren

Säugetiere
Dazu zählen die Menschen. Das Hörorgan von Säugetieren besteht aus den Ohren. Gemeint sind einerseits die beiden aus elastischem Knorpel und Haut gebildeten Ohrmuscheln, die rechts und links am Schädel platziert sind, andererseits ist mit Ohren das Trio Aussenohr, Mittelohr und Innenohr gemeint. Das Hörorgan hat eine hohe spektrale Auflösung. Das Lob dafür gebührt den Sinneszellen in der Gehörschnecke, die sensibel für viele verschiedene Frequenzen des Schalls sind. Ein solches Gehör ist bereits bei frühen Wirbeltieren vorhanden. Entstanden sind sowohl das Gleichgewichtsorgan als auch das Hörorgan aus dem Seitenlinienorgan der Fische. Im Laufe der Evolution entstanden die Gehörknöchelchen, die ursprünglich Teile des primären Kiefers waren. Konkret heisst das, dass der Steigbügel bereits bei den Amphibien vorkommt, Hammer und Amboss finden sich ausschliesslich bei Säugetieren.

Sonstige WirbeltiereFische haben weder eine Gehörschnecke noch ein Trommelfell. Wasservibrationen werden auf das Skelett des Fisches übertragen. Weiter geht es über sogenannte Gehörsteinchen, die sich im Innenohr befinden. Die Vibration bewegt diese Steinchen. Diese wiederum regen Sinneshärchen an. Bei Landwirbeltieren wie Amphibien, Reptilien und Vögeln läuft die Schallübertragung in einem Grossteil der Fälle via Trommelfell und Gehörknöchelchen in das Innenohr. Im Vergleich zu den Säugetieren ist dieses kürzer und nicht in einer Gehörschnecke aufgerollt.

Insekten

Nach oben

Durch zuhören

lernen wir mehr als durch reden.

In einem vereinfachten Kommunikationsmodell gehen wir von einem Sender oder Sprecher aus, von einer Nachricht, die codiert wird und von einem Empfänger oder Hörer. Die Rollen sind in diesem Modell klar verteilt. Der Sprecher ist aktiv. Der Hörer ist passiv. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass diese Kategorisierung so der Wirklichkeit nicht standhalten kann. Wenn der Hörer über einen längeren Zeitraum nichts anderes tun würde, als nur zuzuhören, würde dies zu einer grossen Verunsicherung des Sprechers führen und unter Umständen sogar den Abbruch der Kommunikation zur Folge haben.

Miteinander reden ist schwierig. Wir haben Mühe, das zu sagen, was wir meinen. Und leider bleibt es meistens beim miteinander reden und kommt nicht zum aufeinander hören. Das Hören wird vernachlässigt. Es gibt einen Unterschied zwischen Hören, Hinhören und Zuhören. Hören ohne Hinhören heisst, mit sich selber beschäftigt sein. Die Rolle des Hörers wird nur akzeptiert, um möglichst rasch selber die Sprecherposition einzunehmen. Die Aufmerksamkeit gilt nicht dem Gesprächsinhalt, sondern den eigenen Gedanken und der Gelegenheit, zu Wort zu kommen. Hinhören ohne Zuhören heisst, aufzunehmen was gesagt wird. Einzig fehlt die Bemühung herauszufinden, was die andere Person meint oder sagen will. Der Sprechende meint fälschlicherweise, ihm würde zugehört. Der Hinhörer ist gefühlsmässig unbeteiligt, distanziert und abwartend.

Zuhören bedeutet, sich in den Gesprächspartner hineinzuversetzen. 

 

Die volle Aufmerksamkeit gilt nicht nur dem Inhalt, sondern auch den Zwischentönen. Durch Haltung und Reaktion wird mitgeteilt, dass es nichts Wichtigeres gibt als der momentan Sprechende.

Die vermeintlich passive Zuhörerrolle verwandelt sich durch echtes Interesse und anteilnehmender Neugier in eine sehr aktive. Man sollte versuchen, sich in den Gesprächspartner einzufühlen und beim Gespräch mitzudenken. Der redenden Person wird die volle Aufmerksamkeit geschenkt. Es ist nicht übertrieben, wenn von der allerhöchsten Kunst des guten Zuhörens und treffend Antwortens die Rede ist, die man im Gespräch teilen kann. Das hat nicht nur mit Respekt und Akzeptanz dem Gegenüber zu tun, sondern eröffnet einem die Gelegenheit den eigenen Tellerrand zu bezwingen. Wenn ich nota bene nur darauf warte, bis ich selber zu Wort komme, drehe ich mich immer nur um das, was ich schon weiss. Höre ich aber zu, eröffnen sich mir neue Ideen und Konzepte, die mich weiter bringen. Oder eben: Durch Zuhören lerne ich mehr als durch Reden.

Nach oben

Einladung zum Vortragsabend

Das kranke Ohr

PD Dr. med. Andreas Schmelzer

Dienstag, 22. September 2015

mit PD Dr. med. Andreas Schmelzer

Andreas Schmelzer
1980 begann Andreas Schmelzer mit dem Medizinstudium an der Uni Tübingen. Sechs Jahre später promovierte er als Dr. med. Im Jahr 1998 habilitierte er als Privatdozent an der Uni in Bochum. Seit 2002 ist er Facharzt im Hals-Nasen-Ohren-Zentrum der Hirslandenklinik in Aarau mit Schwerpunkt auf der Hals- und Gesichtschirurgie.

19.00 Eintreffen der Gäste

Veranstaltungsort: Lindenapotheke AG, Dorfstrasse 38, 5040 Schöftland

 

Online-Anmeldung: forum@lindenapo.ch 
Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, werden die Anmeldungen nach Eingang berücksichtigt.


Nach oben