Ratgeber

 

Wegen der Einsparungen im Gesundheitswesen werden Generika und die Substitution durch das EDI (Eidgenössisches Department des Inneren) gefördert. Der Grund ist simpel: Generika sind günstiger. Der Wirkstoff, der im Generikum verwendet wird, entspricht exakt jenem des Originalpräparates.

Der Kosten-unterschied der Medikamente ist darin begründet, dass bei der Generika-Herstellung Wirkstoffe eingesetzt werden, die sich während vieler Jahre bewährt haben. Die Entwicklung von Originalmedikamenten ist mit einem hohen Forschungsaufwand verbunden. Der Patentschutz, der 20 Jahre gültig ist, garantiert vergleichsweise hohe Preise und sichert die Kostendeckung für Forschung und Entwicklung. Erst nach Ablauf der 20 Jahre dürfen überhaupt Generika mit dem entsprechenden Wirkstoff hergestellt und verkauft werden.

Ich wiederhole nachdrücklich, dass Sie als Patient entscheiden, welches Medikament Sie einnehmen wollen. Je nachdem kommt ein höherer Selbstkostenanteil bei der Krankenkassenabrechnung hinzu. Mir als Apothekerin ist es wichtig, Ihnen zu versichern, dass ein mulmiges Gefühl oder sogar Angst vor einer Substitution nicht nötig sind. Sie erhalten den gleichen Wirkstoff, aber aufgrund der oben beschriebenen Gesetze und Abläufe zu einem niedrigeren Preis. Ihre Gesundheit ist das oberste Ziel. Gemeinsam entscheiden wir, was für Sie das Richtige ist. 

Hochgefühle und Spitzenleistungen

Lust auf Angst

Schauen Sie Fernsehen? An einem normalen Wochentag haben Sie die Auswahl zwischen mindestens acht verschiedenen Psychothrillern, Action- oder Horrorfilmen. Haben Sie gewusst, dass weit mehr Krimis gedreht werden als Komödien?Offensichtlich fühlen wir uns wohl, wenn wir sehen, wie Menschen ermordet oder bedroht werden. In Filmen ist die Angst natürlich virtuell. Auch echtes Unglück ist faszinierend. Live-Übertragungen aus Krisengebieten erzielen beeindruckende Einschaltquoten.

Sich in Gefahr zu bringen, löst höchste Glücksgefühle aus. Die meisten von uns waren schon auf einer Achterbahn. Andere suchen den Kick beim Bungee-Jumping, Bergsteigen oder Fallschirmspringen. Das Gefühl von unkontrollierbarem Risiko löst in uns ein spezielles Lustgefühl aus. Durch diese unmittelbar provozierte Angst treten alle anderen Ängste, die wir im Alltag erleben, in den Hintergrund. Diese Überwindung von planbaren Ängsten ist mit intensivem Genuss verbunden.

Angst als Antrieb und Chance

Angst kann die treibende Kraft sein, die zu herausragenden Leistungen anstachelt und die Phantasie und Kreativität steigert.

 

Zweckmässige Angst

Unnötige, absurde Ängste

Ein bisschen Angst hat jeder. Manche aber leiden an übertriebenen, unnötigen Ängsten. Rätselhafte Befürchtungen, die wenig mit den wirklichen Gefahren zu tun haben, die uns bedrohen. Die Angst ist hier nicht mehr Schild, sondern Speer. Diese krankhaften Ängste sind im Leben von Betroffenen äusserst dominant. Auf den ersten Blick erfüllen sie keinen höheren Sinn und sind eine wirklich lästige Plage. Allerdings müssen wir keine Philosophen sein, um zu dem Schluss zu kommen, dass nichts in dieser Welt überflüssig ist - nicht die Stechmücken, die Brennnesseln oder die Löcher in der Hosentasche. Folglich auch nicht diese Art der Angst.

Gründe für Angststörungen können erblich, erlernt und auch biochemisch sein: Unzählige Komponenten können einen angstkrank machen. Mittels verschiedener Therapieansätze kann gegen die Angst gekämpft, sie abtrainiert und überwunden werden. Dadurch lässt sich der Lebensradius erweitern und ein reicheres Leben führen.

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Der Autopilot

Reflexe bestimmen unseren Alltag

Falls man kämpfen oder flüchten muss, steht für Muskeln und Gehirn genügend Sauerstoff bereit. Das hauseigene Opiatsystem wird angeworfen, Schmerzen lenken jetzt ab. Der Zweck von Reaktionen wie Schreien, feuchten Händen, Hühnerhaut, geweiteten Pupillen und nassen Hosen ist nicht restlos geklärt. Die Hühnerhaut geht vielleicht auf die Zeit zurück, als wir von Natur aus Pelzträger waren. Wenn sich die gesamten Körperhaare aufstellten, liess ihn das grösser und angsteinflössender wirken. Warum wir uns aus Angst in die Hosen machen, ist vielleicht schlicht, um Ballast abzuwerfen, damit wir schnellstmöglich sprinten können. Unterdessen wird der Sinneseindruck der Schlange vom Thalamus in den visuellen Cortex (Sehrinde)

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Vom bellenden Kampfhund

und vom schüchternen Reh

 

Wovor haben Sie Angst?

Die Wahrscheinlichkeit von Risiken

Der emotionale Sinn

Wir neigen dazu, die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses daran zu beurteilen, wie leicht wir es uns vorstellen können. Wir denken, Mord kommt häufiger vor als Suizid, weil sich der Tod eines anderen Menschen sehr viel leichter denken lässt als Selbstmord. Und je leichter und lebhafter eine Gefahr vorstellbar ist, desto beängstigender ist sie auch. Rational ist das nicht, aber emotional. Oftmals ist uns nicht bewusst, dass unsere Entscheidungen von Gefühlen gesteuert werden.

Eine übertriebene Reaktion auf "unreflektierte" Gefühle - ein Zusammenschrecken im Angesicht des vermeintlichen Risikos - ist oft das grösste Risiko für unser Handeln. Wir neigen dazu, dem Risiko eine emotionale Qualität zu verleihen. Vor welchem Tier haben Sie grössere Angst? Vor einem bellenden Kampfhund oder einem scheuen Reh?

In der Schweiz werden jährlich 20'000 Unfälle (meist mit dem Auto) mit Wildtieren gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte hier hoch sein. Unfälle mit Hunden (Hundebisse) sind nicht einmal halb so wahrscheinlich. Trotzdem ängstigen wir uns intuitiv mehr vor dem zähnefletschenden Hund. Die Emotionen schlagen den Verstand.

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Einladung zum Vortragsabend

 

Dienstag, 20. Januar 2015

mit Prof. Dr. med. Oswald Oeltz, Bergsteiger

Der Vorarlberger wurde 1943 geboren. Bereits mit 5 Jahren startete er zu seiner ersten Bergtour, mit 8 träumte er vom Himalaja und mit 16 stand er auf dem Matterhorn. Er kletterte damals den 6. Schwierigkeitsgrad (entspricht der extremsten Schwierigkeit am Berg). Oelz studierte Medizin in Innsbruck.


Ab 1986 liess er sich am Unispital Zürich zum Internisten ausbilden. Von 1978 bis 1991 war er dort Oberarzt. Ab 1991 bis 2006 war Oelz Chefarzt für Innere Medizin am Triemli-Spital Zürich. Er liess sich bewusst frühzeitig pensionieren. Der begeisterte Bergsteiger ist einer der besten Höhenmediziner. Zur Zeit ist er Schafzüchter (laut eigenen Angaben hat er die schönsten Tiroler Steinschafe derSchweiz), freier Autor (eigene Bücher, Kolumne in der Bilanz), Bergsteiger, Ratgeber für medizinische Fragen und Vortragsredner. Im Januar 2015 im Rahmen des Lindenforums.


Der Bergsteiger Oelz ist eine lebende Legende: Seine weltweiten Expeditionen liessen ihn viele grosse Alpenwände durchsteigen und Erstbegehungen 

Die Angst

Am Rande der Angst im Oman