Roseto - ein statistischer Ausreisser

soziale Bausteine der Gesundheit - der Roseto-Effekt

Herzensgeschichte 

der Weg von Lebenskraft und Gefühl

Das Herz der Feinde

Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Zentralorgan des Lebens immer wieder neu gedeutet. Lange bevor seine physiologischen Funktionen überhaupt in den Blick traten, bezeichnete das Herz das Zentrum des Lebens. Im mythischen Bewusstsein war sein innerer Rhythmus magisch verbunden mit den Rhythmen der Natur und des Kosmos.

Das Herz galt als Träger der Lebenskraft, derer sich manche Stämme bemächtigen wollten, indem sie das Herz des Feindes verzehrten. Die Azteken brachten es bei ihren Menschenopfern dem Sonnengott dar, um so die Sonne am Leben zu erhalten und das Fortbestehen der Weltordnung zu sichern.

Das verhärtete Herz Teil 1

Die unsterbliche, sündige Seele

Im Mittelalter gerieten die medizinischen und physiologischen Erkenntnisse in den Hintergrund. Zu dominant war die kirchliche Morallehre mit dem Herz als Ort der unsterblichen, aber sündigen Seele. Das ritterliche Herz trug zur verweltlichung bei, insbesondere unterstützt durch die Minne und ihre innbrünstige Lyrik

Zu Beginn der Neuzeit herrschte trotzdem Einfluss der fortgeschrittenen arabischen Medizin, die dem Gehirn allmählich wieder geistige und seelische Funktionen zuschrieb, kein unüberwindbarer Gegensatz zur volkstümlichen Anschauung von dem Herz als Heimat von Mut, Gemüt, Liebe, Tugend und der unsterblichen Seele.

Trennung von Herz und Gefühl

Das verhärtete Herz Teil 2

Geordnetes Chaos

Der unermüdliche Lebensmotor

Gestalt: anderthalb mal so gross wie eine geballte Faust. Gewicht: durchschnittlich 310g bei Männern, 260g bei Frauen (die Leber ist etwa fünfmal so schwer). 

Lage: dicht hinter dem Brustbein, zu einem Drittel rechts, zu zwei Dritteln links davon.

Leistung: Das Herz schlägt 60-80 Mal in der Minute, wenn es ruhig ist, ca. 100 000 Mal am Tag, 3 Milliarden Mal in 70 Lebensjahren, nota bene ohne Ruhepause. Dabei werden 7000 Liter Blut pro Tag durch den gesamten Körper gepumpt, 200 Mio. Liter im Laufe eines Lebens. Trotz dieser Schwerstarbeit verbraucht das Herz lediglich 90 kcal pro Tag und leidet nie an Muskelkater. Es ist zwar ein Muskel, funktioniert aber ganz anders als die Muskulatur, mit der wir uns bewegen. Dort bilden sich bei Überbelastung mikroskopisch kleine Risse, die den Muskelkater auslösen. Solche Risse entstehen im Herzen nicht, da die Zellen dort anders verbunden sind. Das Herz ist auf Dauerleistung spezialisiert, ohne sich zu überanstrengen oder zu ermüden.

Ein Herz, zwei Seiten: Allseitig umschlossen vom Herzbeutel (Perikard), ist es durch die Herzscheidewand unterteilt: vom rechten Herz strömt das sauerstoffarme Blut in die Lunge, danach ins linke Herz. Von dort gelangt es in den Körperkreislauf. In unserem Körper verzweigen sich sagenhafte 100 000 km Blutgefässe aller Art: von der daumendicken Aorta bis zu den 30 Milliarden Kapillaren, den 0,01mm feinen Haargefässen, die sich im gesamten Körper verzweigen und jede einzelne Zelle mit Sauer- und Nährstoffen versorgen und Kohlendioxid und Stoffwechselprodukte abführen.

Das Blut kommt so wieder im rechten Vorhof an und der Kreislauf beginnt von vorn.

Das Blut benötigt rund 1 Minute, um den Körper einmal zu durchlaufen. In dieser Minute pumpt das Herz die gesamte Blutmenge einmal durch, nämlich ca. 5-6 Liter. 20% davon fl iessen direkt ins Gehirn. Das sind unglaubliche Zahlen, die es schwer machen, das Hohlorgan als reine Pumpe zu sehen. Das Herz ist der Lebensmotor: Klein, fein, loyal und zuverlässig. Das Herz an sich würde ewig weiterarbeiten, rhythmisch und stark. Da es aber mit anderen Organen und Gefässen zusammenarbeitet, die im Laufe eines Menschenlebens Schaden nehmen können, ist auch seine Vitalität abhängig. Erkrankungen und Alterserscheinungen sorgen dafür, dass das Herz weniger Sauerstoff bekommt und seine Leistung nachlässt. 

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Die Biographie des Herzkranken

Glücksmomente statt Risikofaktoren

Persönlichkeit, Lebensgeschichte und Umfeld prägen weitgehend den Lebensstil eines Menschen. Für die Herzkranken, im Besonderen für die Infarktgefährdeten, scheinen gewisse Schwerpunkte feststellbar. Da aber weder eine spezifische Verhaltens-und Charakterstruktur noch eine bestimmte Lebensgeschichte für sich allein das Entstehen von Herzkrankheiten begründen können, müssen sie wohl zu den Risikofaktoren gerechnet werden, von denen nota bene keiner für sich allein, sondern immer nur eine Anhäufung derselben, aussagekräftig ist.

 

Rauchen und negativer Stress

An dieser Stelle noch einige Worte zum Thema Stress: Eine beträchtliche Anzahl von Veröffentlichungen beschäftigen sich mit den Auswirkungen einer andauernden Überanstrengung. Es ist eine Reihe von Variablen festzustellen, die erwiesenermassen stressabhängig sind (Blutdruckerhöhung, Blutfette, Harnsäure oder gesundheitsschädigende Verhaltensweisen wie Rauchen). Zusammenhänge mit Stress lassen sich auch bei vielen anderen Erkrankungen nachweisen. Viel spannender ist doch die Tatsache, dass Stress im positiven Sinne zweifellos auch gesundheitserhaltend sein kann. Es wurde sogar festgestellt, dass in ein und demselben Betrieb leistungsbezogene dynamische Menschen weniger herzinfarktgefährdet waren als ihre unauffälligen Kollegen. Stressentzug kann de facto krank machen, denn Stress ist auch sinnvoll.

 

Prävention als Lifestyle

Ist von Risikofaktoren für Herzkrankheiten oder generell für die Gesundheit die Rede, sollte genügend Luft geholt werden, um im gleichen Atemzug die Risiko-Prävention zu loben. Prävention ist Lifestyle und Zauberwort zugleich. Wir sind die Manager unserer eigenen Gesundheit. Was uns allerdings aufhorchen lassen sollte, ist folgende feststellbare Realität: obwohl der Mensch so gesund und selbstbeobachtend lebt wie nie, führt dies zu keinem Rückgang der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ursachenforschung scheint also nicht der alleinig richtige Weg zu sein, um die Psychosomatik der Herzleiden offenzulegen. Machen wir uns nichts vor. Wir leben gefährlich.

Prävention als Lifestyle

Freude stärken, Leiden mindern

Um die Auflistung der Risikofaktoren zu vervollständigen, notieren wir die Genetik. Wenn Vorfahren von Ihnen herzkrank waren, aber auch wenn nicht, sollten Sie folgenden Rat befolgen: Lassen Sie einfach alles weg, was das Leben nachweislich verkürzt. Sammeln Sie keine Risikofaktoren, sondern Glücksmomente. Glückliche Menschen reagieren gelassener auf Belastungen. Ausserdem haben sie einen gesünderen Lebensstil. Bleiben Sie aktiv, indem Sie das tun, was Ihnen Freude macht.

Freude stärken, Leiden mindern

Um die Auflistung der Risikofaktoren zu vervollständigen, notieren wir die Genetik. Wenn Vorfahren von Ihnen herzkrank waren, aber auch wenn nicht, sollten Sie folgenden Rat befolgen: Lassen Sie einfach alles weg, was das Leben nachweislich verkürzt. Sammeln Sie keine Risikofaktoren, sondern Glücksmomente. Glückliche Menschen reagieren gelassener auf Belastungen. Ausserdem haben sie einen gesünderen Lebensstil. Bleiben Sie aktiv, indem Sie das tun, was Ihnen Freude macht.

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Dienstag 3. Juni'14

 

mit PD Dr. med. Lars Englberger

Chefarzt, Herzchirurgie bei Erwachsenen Universitätsklinik für Herz- und Gefässchirurgie Inselspital Bern

Ab Mai diesen Jahres leiten Lars Englberger und sein Arztkollege Thierry Carrel das Herzchirurgie an der Hirslanden Klinik Aarau.

 

Ein Blick auf das wesentliche Kreislauforgan des Menschen zeigt, dass wir am Herzen drei anatomische Strukturen unterscheiden können:

  • Die Herzkranzgefässe, über welche der Herzmuskel mit Blut versorgt wird.
  • Die Herzklappen, welche eine Ventilfunktion haben und den Blutstrom in der Richtung leiten und rhythmisieren.
  • Den Herzmuskel selbst.

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in Ihrer Lindenapotheke oder per Mail unter forum@lindenapo.ch an. Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, werden die Anmeldungen nach Eingang berücksichtigt.

Veranstaltungsort:

5040 Schöftland

Lindenapotheke AG, Dorfstrasse 38,

Online-Anmeldung:

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