Ratgeber

Schmerz ist eine komplexe, subjektive Sinneswahrnehmung, die je nach Patient von unangenehm bis unerträglich empfunden wird.

Die Medizin unterscheidet zwischen akutem und chronischem Schmerz.

Durch akute Schmerzen teilt uns der Körper mit, dass etwas nicht in Ordnung ist und gepflegt/ behandelt werden muss. Wir empfinden akute Schmerzen, weil Nervenenden überreizt oder geschädigt sind. Dies führt dazu, dass Schmerzsignale entlang der Nerven zum Gehirn geschickt werden. Bei entsprechenden Behandlung lässt der Schmerz in der Regel nach und verschwindet ganz. Das Alarmsystem des Körpers hat meisterhaft reussiert.

Chronische Schmerzen hingegen treten wiederholt auf oder dauern länger als sechs Monate an. Sie lassen sich durch übliche Schmerzmittel nicht lindern. Hier verliert der Schmerz seine Warn- und Schutzfunktion. Die Nervenzellen senden weiterhin Impulse an das Gehirn, obwohl der physiologische Schmerzreiz verschwunden ist. Sie vergessen die Schmerzinformationen nicht mehr und melden weiter die geringsten Reize an das Bewusstsein. Es entwickelt sich ein eigenständiges Krankheitsbild, das zu physischen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen führen kann. Umfragen in der Bevölkerung ergaben, dass ein grosser Anteil der Menschen chronische Schmerzen im Rückenbereich, in den Gelenken und im Bereich des Kopfes verspüren. Zu den häufigsten Ursachen dieser Leiden gehören die Gelenkerkrankungen Arthritis und Arthrose, gefolgt von Bandscheibenvorfällen, Unfällen/Verletzungen, rheumatoider Arthritis und Migräne.

Ein Indianer kennt keinen Schmerz

ein kleines Kompendium

Menschen auf der ganzen Erde konsumieren pro Jahr ungefähr 100 Milliarden Aspirin-Tabletten. Wenn man diese Tabletten alle in einer Reihe nebeneinander legen würde, wäre diese Linie eine Million Kilometer lang, das entspricht der Strecke von der Erde zum Mond und zurück.

Akuter Schmerz kann durch unterschiedliche Instrumente bekämpft werden; die Schädigung wird entweder beseitigt oder beeinflusst, die Schmerzleitungsbahnen werden unterbrochen, die Schmerzrezeptoren werden beeinflusst, die zentrale Schmerzempfindung wird beeinflusst (durch Opioide), die zentrale Verarbeitung des Schmerzes wird beeinflusst.

Im Folgenden wird der Fokus auf die sogenannten Analgetika (Schmerzhemmer) gelegt. Diese greifen über unterschiedliche biochemische Mechanismen in die Schmerzentstehung, Schmerzweiterleitung oder Schmerzverarbeitung ein und führen zur Aufhebung, Abschwächung oder Modifikation des Schmerzes. Sie wirken an den Schmerzrezeptoren der Körperoberfläche, im Gehirn oder im Rückenmark.

Analgetika, in der heutigen Gesellschaft fast ein Mittel des täglichen Bedarfs, werden in verschiedene Kategorien unterteilt. Im Folgenden werden ausschliesslich nicht-opioide und opioide Schmerzmittel genauer beleuchtet.

Die Verkaufsrangliste von Schmerzmedikamenten in den Lindenapotheken sieht wie folgt aus (nach Wirkstoffen aufgelistet):

Ohne Rezept erhältlich

1. Ibuprofen 400mg, nicht-opioid, NSAR (nichtsteroides Antirheumatikum), mittlere Schmerzen (Kopf-, Zahn-, Gelenkschmerzen), entzündliche und rheumatische Beschwerden

2. Paracetamol 500mg, nicht-opioid, wirkt schmerzhemmend und fiebersenkend, beliebt in Kombinationspräparaten gegen Grippe.

3. Acetylsalicylsäure 500mg, nicht-opioid, bei akuten, mässigen Schmerzen, Fieber, mit blutverdünnenden Eigenschaften.

 

Mit Rezept erhältlich

1. Paracetamol 1g

2. Diclofenac, NSAR, ausgesprochen entzündungshemmende Wirkung, oft auch äusserlich als Salbe oder Pflaster.

3. Ibuprofen 600mg und 800mg.

Der meistverkaufte opioide Wirkstoff ist Tramadol hydrochlorid, entweder in reiner Form oder in Kombination mit Paracetamol.

Die Medikamente werden hauptsächlich gegen Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen verlangt. Bei richtiger und fachgemässer Beratung und Einnahme sind Schmerzmedikamente etwas Gutes. Beobachten Sie Ihren Konsum und seien Sie kritisch mit dem Medikament. Wirkt es so, wie es sollte? Wenn nicht, sollte mit qualifiziertem Fachpersonal nach alternativen, optimalen Lösungen gesucht werden. Schmerz ist zwar eine Art Segen, weil er uns vor noch grösserem Unglück schützt. Wahres Glück allerdings ist, wenn der Schmerz nachlässt.

Einfach komplizierter Schmerz

Das Gehirn bestimmt, wann wir Schmerz empfinden