Das urzeitliche Labor

der Evolution

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Generation Angst

Wir brüten mehr Ängste aus

Es scheint paradox: Trotz Frieden, Wohlstand, Rundumversicherungsschutz und "Präventionsstaat" nehmen Angststörungen zu: Phobien aller Art, Panikattacken, psychosomatische Herzleiden, Beziehungsängste, Leistungs- und Prüfungsängste.

Ursprünglich ist Angst etwas Gesundes, Vitalisierendes. Nicht wenige treten angesichts ihrer Angst die Flucht nach vorne an, denken Sie an Extremsportler, Hooligans, Söldner oder auch Workaholics. Sie suchen die Konfrontation. Andere wählen den Rückzug, nehmen die eigene Wohnung als ein Kokon, zur Angstabwehr. Je mehr Einfluss wir auf unser Leben haben, je mehr Entscheidungsspielraum, desto grösser wird das Ego und das Selbstwertgefühl. Gleichzeitig wächst die Angst vor drohenden und tatsächlichen Kränkungen. Es entsteht ein Angstkreis des Perfektionismus. Je grösser der Bereich wird, den wir durch unsere materielle Ausrüstung und soziale Position kontrollieren, desto zahlreicher werden auch unsere narzisstischen Ängste. Die grössere Sicherheit des Ackerbauers gegenüber dem Jäger entspricht auch einer höheren seelischen Belastung. Wir sind in unserem Selbstwertgefühl abhängig vom Muster, das besagt, dass das Leben immer aufwärtsgeht. Das Kind hat das Gefühl mit jedem Jahr wird es grösser, stärker, klüger und darf mehr. Die Wirtschaft nimmt dieses Muster ebenfalls auf: auch da wird ewiges Wachstum verlangt.

Es ist also für den Einzelnen kaum auszuhalten, wenn er nicht mit jedem Jahr wichtiger und anerkannter wird. Ein Karriereknick führt nicht selten zur Depression. Und schon vorher regiert die Angst vor der potentiellen Erniedrigung. Diese Angst schärft den Geist und steigert die Wachsamkeit so, dass keine Ruhe mehr möglich ist. Jedes der unendlich vielen Übel, die den Menschen befallen können, muss erkannt und abgewendet werden. Die Furcht vor Fehlentscheidungen wächst parallel mit der Anhäufung der Wahloptionen. Kann ich aus sieben Erdbeerjoghurts den für mich perfekten auswählen? Oder die Verzweiflungszustände seit es Computer gibt. Abhängigkeit und Ohnmacht treiben uns in kindliche Angst-situationen zurück. Und trotzdem brüten wir mehr Ängste vor Eventualitäten, als vor Realitäten aus. Die Medien pushen ein Angstklima, eine ganze Industrie produziert kontrollierte Todesängste: Bungee-Jumping, Achterbahnen etc. Alles Versuche, das Selbstwertgefühl zu steigern, indem man seine Ängste besiegt. Eine Illusion, die zumindest für den Moment aufbauend ist. Entscheidend ist, dass im Falle einer Kränkung die Situation zu relativieren und zu versuchen, das Gute im Blick zu behalten. Es ist erlaubt, das Unangenehme wahrzunehmen, aber nicht alles in Frage zu stellen.

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Ratgeber: Sicherheit im Apotheken-Alltag

ein paar Gedanken von Susanne Warthmann

 

Die Bedeutung des Begriffs Sicherheit wandelt sich im Laufe des Lebens bei den meisten Leuten. Ist man jung und unbeschwert, so ist das Thema Sicherheit weniger präsent. Alles ist möglich, Träume sind wichtig und einengende Strukturen oder Vorschriften werden als lästig empfunden. Das soll und darf auch so sein. Mit zunehmender Lebenserfahrung wird das Gefühl nach Sicherheit grösser. Da spielt zum Beispiel das Gründen einer Familie oder Erleben von einschneidenden Ereignissen wie Krankheit oder Unfall eine gros-se Rolle. Auch in der Pharmazie ist das Thema Arzneimittel-Sicherheit ein zentraler Faktor: Be-vor ein neues Arzneimittel seine Marktzulassung erhält, durchläuft es weitreichende Untersuch-

ungen, die in mehreren Stufen ablaufen. Auch nach Markteinführung eines Medikaments wird durch laufende Überwachung die Sicherheit eines Fertigarzneimittels gewährleistet. Das Ziel ist, unerwünschte Wirkungen zu entdecken, zu beurteilen und zu verstehen, um entsprechende Massnahmen zur Risikominimierung ergreifen zu können.

Um die hohe Qualität der Medikamente zu garantieren, werden die Arzneimittel in den Apotheken unter idealen Rahmenbedingungen gelagert. Kühlpflichtige Medikamente sind immer in Temperatur überwachten Kühlschränken. In den Apotheken-Labors stellen wir Medikamente her.

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Sicherheitspolitik

Vom Rechtsstaat zum Präventionsstaat

 

Wer nichts zu verbergen hat, der hat nichts zu befürchten.

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Einladung zum Vortragsabend

 

 

 

Dienstag, 17. September'13 mit Urs Winzenried

 

Die Veranstaltung wie auch der an13. September 2013

in Ihrer Lindenapotheke oder per Mail unter forum@lindenapo.ch an. Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, werden die Anmeldungen nach Eingang berücksichtigt.

Veranstaltungsort:

5040 Schöftland

Lindenapotheke AG, Dorfstrasse 38,

Online-Anmeldung:

forum@lindenapo.ch

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Helikopter-Eltern

kontrollieren, überwachen, ...

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Interview

nachgefragt bei Frau Ruth Humbel, Aargauer Nationalrätin CVP

Wie steht das Aargauische Gesundheitssystem im interkantonalen Vergleich da?

Wir haben im Kanton Aargau eine gute Gesundheitsversorgung mit innovativen Leistungser- bringern. Unsere Gesundheitskosten sowie die Prämien liegen noch knapp unter dem Schweizerischen Durchschnitt.

Frau Humbel, Sie engagieren sich stark für gesundheitspolitische Anliegen. Wo sehen Sie die grössten Heraus- forderungen/Baustellen im Gesundheitssystem?

Wir haben die höchste Ärztedichte und die absolut höchste Dichte an Pflegenden im europäischen Vergleich. Trotzdem reklamieren wir sowohl einen Ärztemangel wie auch einen Mangel an Pflegepersonal. Diese Situation dokumentiert die Ansprüche und Erwartungen welche unsere Bevölkerung an das Gesundheitswesen hat. Wir haben einen hohen Standard aber kaum Transparenz über Qualität und Kosten. Ein Hüftgelenkersatz an einem sonst gesunden Menschen kann je nach Spital und Kanton zwischen 7000 und 11000 Franken kosten. Worin dieser Preisunterschied liegt wissen wir nicht. Auch die Verschwendung von Prämiengeldern ist gross: Für über eine halbe Milliarde Franken werden bspw. pro Jahr Medikamente bezogen und von den Kassen bezahlt; von den Patienten jedoch nicht eingenommen, sondern direkt entsorgt.

Am 22. September stimmt das Aargauer Volk über zwei das Gesundheitswesen betreffende Vorlagen ab. Die Ärzte- initiative möchte den ärztlichen Medi- kamentenverkauf einführen, während die Initiative "Miteinander statt Gegeneinander" unter anderem genau dies verhindern will. Wie stehen sie zum ärztlichen Medikamentenverkauf?

Beide Initiativen sind unnötig. Wenn schon muss indes die Zusammenarbeit gefördert werden und nicht der Medikamentenverkauf durch Ärzte.

Was droht uns bei einer Annahme der Ärzteinitiative?

Ärzte dürften künftig selber Medikamente abgeben, was sich auf den Umsatz von Apothekern und vor allem auch auf den Versandhandel auswirken dürfte.

Wo sehen Sie die Vorteile einer Trennung von Verschreibung und Verkauf der Medikamente?

Ein Vieraugenprinzip ist sicher zum Nutzen der Patienten, sofern der Apotheker diese Funktion ernst und wahrnimmt. Er ist der pharmazeutische Spezialist und muss bspw. Unverträglichkeiten mit andern Medikamenten oder Übermedikation erkennen und gegebenenfalls intervenieren.

Eignet sich die Einführung des ärztlichen Medikamentenverkaufs zur Behebung des drohenden Hausärztemangels? Wenn Hausärzte neue Aufgaben übernehmen, werden Sie dann wirklich entlastet?

Das wäre keine Entlastung sondern eine Einkommensverbesserung, welche allerdings allen Ärzten und nicht nur den Hausärzten zustehen würde. Ärzte sollten aber mit ihren ärztlichen Leistungen und nicht mit Medikamentenverkauf verdienen.

Welche Massnahmen schlagen Sie vor, um die Gefahr eines Hausärztemangels zu mindern?

Der Bund hat zusammen mit den Kantonen und den Tarifpartnern verschiedene Massnahmen in die Wege geleitet für eine Attraktivitätssteigerung der Hausarztmedizin: Vorgesehen sind bspw. Verbesserungen bei der Aus- und Weiterbildung sowie bessere Tarife für Labor sowie ein eigenes Tarmed-Kapitel für die Hausarztmedizin. In den eidgenössischen Räten sind wir an der Bereinigung eines Gegenvorschlages zur Hausarztinitiative um die Grundversorgung, zu der u.a. auch Apotheken und Spitex gehören, zu stärken.

Wie stehen Sie zu einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen medizinischen Leistungserbringern wie dies unsere Initiative "Miteinander statt Gegeneinander" vorsieht?

Eine optimale Zusammenarbeit unter den verschiedenen Leistungserbringern ist nötig. Jeder Leistungserbringer soll das tun was er qualitativ gut und kosteneffizient kann. Ich habe mich deshalb für die KVG-Revision Managed Care engagiert, welche die integrierte Versorgung stärken wollte, vom Volk aber leider abgelehnt worden ist.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

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