Taxen

Leistungsorientierte Abgeltung LOA

Wussten Sie, dass der Lohn des Apothekers nicht vom Preis des verschreibungspflichtigen Medikaments abhängt? Tatsache ist: Egal, wie teuer das Medikament ist, das Sie in der Apotheke kaufen, der Apotheker verdient immer gleich viel!

Im Jahr 2001 haben der Schweizerische Apothekerverband und santésuisse, der Verband Schweizer Krankenversicherer, die so genannte "Leistungsorientierte Abgeltung", kurz LOA, eingeführt.
Mit der leistungsorientierten Abgeltung, die für den Bereich der kassenpflichtigen Medikamente gilt, wird der Apotheker mit einer Pauschale für seine medizinische Dienstleistung entschädigt und nicht mehr über eine Marge entlöhnt. Mit diesem System tragen die Apotheker grundsätzlich nicht mehr zum Kostenwachstum bei.

Apothekentarife: Prämienzahler sparten 750 Mio Franken
Ab 1. Januar 2007 tritt nun ein neuer Vertrag zwischen den Versicherungen und den Apotheken in Kraft: Die Versicherten können darauf zählen, dass sie auch in kommenden Jahren von einer Kostensteigerung im Apothekenkanal verschont bleiben. Denn die Erfahrung hat gezeigt: Dank der Verrechnung der Leistung der Apotheker über eigene Tarife werden massiv Kosten im Gesundheitswesen gespart. So sind die wirtschaftlichen Anreize gesetzt, nur sparsam Medikamente einzusetzen und zudem die günstigen bevorzugt abzugeben. Der Nutzen liegt beim Patienten: Seit 2001 haben Apothekerleistungen keinen einzigen Franken Prämienwachstum verursacht, aber ein Kostenwachstum von über 750 Millionen verhindert.

Bei den wenigen, hochwirksamen, rezeptpflichtigen Medikamenten, die von der Krankenkasse übernommen werden, bezahlte man seit 2001 eine Apothekerpauschale und eine sogenannte Patientenpauschale. Auf Anfang Jahr wurden nun zwei Anpassungen vorgenommen: Die Apothekerpauschale wurde in den aussagekräftigeren und klareren Medikamenten-Check umbenannt. Die zweite Anpassung betrifft die ehemalige Patientenpauschale: Sie wurde Anfang Jahr abgeschafft. Neu wird die sichere Medikamentenabgabe durch einen sogenannten Bezugs-Check entlöhnt.

Günstigere Tarife und geringere Kosten für Gelegenheitsbezüger – ab sofort
Bis Ende 2006 musste ein Patient unabhängig von der Anzahl Besuche beim Arzt oder der Zahl der Medikamentenbezüge in der Apotheke pro Quartal 9.20 Franken für die Patientenpauschale bezahlen. Jetzt wird nicht mehr vierteljährlich abgerechnet, sondern transparenter, pro Bezug: 3.25 Franken pro Tag und Patient, unabhängig von der Menge und vom Preis der bezogenen Medikamente.

Haftung des Apothekers – Bezugs-Check ist keine Schönwetterrede
Der Bezugs-Check wird ausschliesslich für rezeptpflichtige Medikamente, die von der Krankenkasse bezahlt werden, erhoben. Die Pille, das Kopfwehmittel, das Vitaminpräparat, sie alle sind weiterhin in jedem Fall von der Verrechnung von Tarifen ausgenommen. Nur bei hochwirksamen und potenziell auch gefährlichen Medikamenten wird der Tarif verrechnet. Hier ist der Apotheker in jedem Fall haftbar, sollte sich bei einem Patienten ein Problem durch falsche Abgabe einstellen. Diese Haftung ist im Gesetz geregelt – der Patient kann aus diesem Grund nicht einfach auf den Bezugs-Check verzichten. Sicherheit kommt vor Billigpreis.

Kostenbewusst und unabhängig – Apotheken stehen zu ihrer Leistung
Vor fünf Jahren haben die Apotheker einen revolutionären Entscheid gefällt: Sie vereinbarten mit den Versicherern den Verzicht auf den Profit aus immer teureren Medikamenten. Der Anreiz, möglichst teure und möglichst viele Medikamente zu verkaufen, war damit gebrochen. Die Apothekentarife geben Ihnen die Sicherheit: Man berät Sie neutral und produktunabhängig und man hat kein Interesse daran, Ihnen mehr Packungen als nötig zu verkaufen.


Bisher bezahlte man als Konsument eine Patientenpauschale, Fr. 9.20 für drei Monate beim Bezug eines kassenpflichtigen Medikaments. Jetzt kostet mich jeder Bezug eines kassenpflichtigen Medikaments Fr. 3.25. Wird mein Leben nun billiger?
Das hängt vom verhalten des Patienten ab. Die Häufigkeit der Medikamentenbezüge hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Die Bezüge richten sich nach Ihren individuellen Bedürfnissen als Patient. Es wird billiger, wenn der Patient nur gelegentlich Medikamente auf Rezept bezieht, zum Beispiel zwei Mal pro Jahr. Wenn in der Apotheke kassenpflichtige Medikamente häufig bezogen werden, dann fällt der Bezugs-Check jedes Mal an. Dies könnte verglichen mit dem alten System etwas teurer werden, wobei die Kosten dann von der Versicherung übernommen werden. «Hamsterbezügen» sind nicht empfohlen. Ungenutzte Medikamente kosten viel, nützen niemandem und fallen als Sonderabfall an.

Diese Pauschalen bringen erstaunliche Einsparungen im Gesundheitswesen. Wie spürt der Konsument und Patient direkt die Vorteile der Pauschalen?
Das spüren Sie daran, dass diese Apotheken Ihnen nicht nur Produkte verkaufen, sondern Sie auch betreuen und dafür sorgen, dass Sie Ihr Medikament richtig anwenden. Hinter diesen Gebühren stehen garantierte Leistungen, welche die Apothekerinnen und Apotheker zusammen mit Ihrem Fachpersonal für Sie beim Medikamentenbezug erbringen. Sie sollen wichtige Informationen zu den Bezügen erhalten.

Also sind Sie der Meinung, dass Medikamente immer direkt in der Apotheke bezogen werden sollen?
Ja. Es nützt nichts, wenn ein Medikament zum Beispiel via Versand ein paar Franken billiger erhältlich ist, nachher weiss man aber nicht recht, was man damit anfangen soll und fragen kann man auch niemanden. Die Gesundheit ist das Wertvollste. Der Apotheker bzw. die Apothekerin hat ein äusserst breites Fachwissen, das Sie als Konsument nutzen können. Eine qualifizierte Leistung darf auch etwas kosten. Wenn Sie Ihrer Ortsapotheke treu bleiben, haben Sie dort die beste Beratung, weil man Sie und Ihre Behandlungen kennt.

 

Die Informationen stammen aus www.pharmasuisse.org

Im Anhang finden Sie die Übersicht für die pharmazeutischen Grundleistungen gemäss Tarifvertrag