Selbstdispensation?

Unter Selbstdispensation versteht man die Abgabe von Arzneimitteln durch Ärzte. In vielen Ländern Europas ist strikt verboten, was in manchen Kantonen der Schweiz erlaubt ist: Ärzte dürfen ihren Patienten Medikamente verkaufen.

Klingt zunächst verlockend, da der Arzt ja auch eine Medizinalperson ist und man sich so den Gang zur Apotheke sparen kann. Allerdings wird dabei leicht vergessen: Verschreibt der Arzt ein teures Medikament, verdient er mehr Geld. Damit steht er in einem Interessenkonflikt, und seine Unabhängigkeit beim Therapievorschlag ist nicht mehr gewährleistet. Laut einer in der Zeitschrift Cash zitierten Studie sind die Medikamentenkosten pro Einwohner in jenen Kantonen, in denen Ärzte selber Medikamente verkaufen dürfen, bis zu 243 Franken höher.

Überdies gewährleistet die Medikamentenabgabe durch den Apotheker eine zusätzliche Sicherheit, denn dieser kann Fehler in der Verschreibung erkennen und korrigieren (4-Augen-Prinzip). Auch hat er den Überblick über die Verschreibungen anderer Ärzte und kann somit Interaktionen zwischen zwei Medikamenten verhindern.

Was nützt Ihnen der kleine Umweg in die Apotheke?

  • Mit der leistungsorientierten Abgeltung, die für den Bereich der kassenpflichtigen Medikamente gilt, wird der Apotheker mit einer Pauschale für seine medizinische Dienstleistung entschädigt und nicht mehr über eine Marge entlöhnt. Der Apotheker berät Sie daher unabhängig vom Preis eines Medikaments. siehe Taxen
  • Haben Sie einen Facharzt aufgesucht, dann kennt dieser nur einen Teil Ihrer Krankheitsgeschichte. Gehen Sie jedoch in Ihre Stammapotheke, kann der Apotheker Sie auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die Sie einnehmen müssen, aufmerksam machen.
  • Die Ärzte sind Profis in ihrem jeweiligen Fachgebiet. Die Apotheker dagegen sind die Profis in Sachen Medikamente. Da weiss niemand so gut Bescheid wie Ihre Apothekerin, Ihr Apotheker. Ein Apotheker erkennt sogar, dass manche Medikamente, die auf einem Rezept verschrieben wurden, unter Umständen unerwünschte Wechselwirkungen haben.
  • Abgabe von Generika: Mit dem Substitutionsrecht hat der Apotheker als Fachperson die Möglichkeit, das für den Patienten am besten geeignete Präparat auszuwählen. Der Apotheker kann statt des verschriebenen teuren Medikamentes ein günstigeres Generikum empfehlen. siehe Generika

Vorteile der Apotheke

Es lohnt sich, sämtliche Medikamente stets am gleichen Ort zu kaufen, nämlich dort, wo man Sie kennt: in Ihrer Stammapotheke. Denn da kennt man auch Ihren Gesundheitszustand, hat den Überblick über alle anderen Mittel, die Sie regelmässig einnehmen, und weiss Bescheid über Unverträglichkeiten oder Wechselwirkungen. Nur so ist eine wirklich individuelle Beratung gewährleistet, die Ihre persönlichen Umstände berücksichtigt. Wenn Sie sich für Ihre Stammapotheke entscheiden, wählen Sie also in jeder Hinsicht den sicheren Weg.

Die Apotheke führt für jeden Rezeptkunden ein Patientendossier.

Wenn Sie bei mehreren Ärzten in Behandlung sind, ist der Apotheker der Einzige, der dank dem Patientendossier die Übersicht über die von Ihnen eingenommen Medikamente hat.

Der Apotheker erkennt so mögliche Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten oder weitere Risiken und kann Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Auch eine allfällige Allergie gegen einen Wirkstoff wird im Dossier vermerkt. In besonderen Fällen wie bspw. beim Rückzug eines Medikamentes vom Markt, kann der Apotheker dank dem Dossier seine Patienten rasch informieren und aktiv mit dem behandelnden Arzt eine patientengerechte Lösung suchen.

Das Patientendossier ist ein unentbehrliches Arbeitsinstrument in den Apotheken. Apothekerinnen und Apotheker tragen die Verantwortung für die Abgabe der Arzneimittel an den Kunden. Selbstverständlich ist das Personal an die Schweigepflicht und den Datenschutz gebunden.

 

Die Informationen stammen z.T. von www.pharmasuisse.org und www.apotheken-aargau.ch