Viertes Lindenforum: Schmerz

Foto von Frieda Steffen

Dr. Christian Seidl ist Oberarzt, Universitätsklinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie Inselpsital Bern

Am Dienstag Abend wurde im Schulungsraum der Lindenapotheke und Drogerie Schöftland im Park zum vierten Mal das Format Lindenforum präsentiert.

Das Thema "Oh Schmerz - lass nach" zog wahnsinnig. So war das Forum bis auf den allerletzten Platz ausgebucht. Aus organisatorischer Sicht ist spannend, wie bunt durchmischt das Publikum ist. Dies zeigt, dass die Lindenapotheke mit ihrer Themenwahl allerhand demografische Schichten anspricht. So soll es sein. Die Apotheke ist schliesslich ein Platz, der für absolut jeden und jede da ist. Alle Kunden erhalten die gleiche Beratung und Aufmerksamkeit in der Lindenapotheke.

Oben wurde bereits erwähnt, dass der Schmerz als Thema von den Interessierten als sehr willkommen aufgenommen wurde. Nach dem Referat des Schmerzspezialisten Dr. Christian Seidl wurde dies markant bemerkbar. Viele Anwesenden skizzierten ihre Schmerzprobleme, einige Besucher kamen extra von weit her, um ihre Schmerzprobleme zu schildern, in der Hoffung auf linderne Tipps. Seidl beantwortete alle Fragen einerseits im Plenum mit beeindruckender Kompetenz und einer bemerkenswerten Empathie. Auch während dem an den Vortrag folgenden Apéro zeigte der Doc sich geduldig und stellte sich noch während beinahe zweier Sutnden persönlichen Fragen und bestärkte die Forums-Besucher im Wissen, dass es für allerhand Schmerzen, v.a. chronische, sehr viele verschiedene Wege zu akzeptablen Lösungen gibt. Niemand sollte sich mit Schmerz abfinden. Es gilt schnell zu handeln und die individuell optimale Schmerztherapie auszutüfteln.

An dieser Stelle bedankt sich die Lindenapotheke ausdrücklich bei Dr. med. Christian Seidl für die investierte Zeit und Energie. Genau solche Referenten will die Lindenapotheke ihren Kunden präsentieren, damit diese einen spürbaren Mehrwert erfahren.

Das nächste Lindenforum findet am Dienstag, den 3. Juni 2014 zum Thema "Herz" statt.  

Fotos: Katharina Schwab, Redaktorin OTX World, Vista.

Schmerzsituation in der Schweiz

Dr. med. Christian Seidl zur Schmerzsituation in der Schweiz

Im Zuge der höheren Lebenserwartung hat sich die Prävalenz des Schmerzes verändert. Durch altersentsprechende degenerative Veränderungen unseres Körpers treten heute häufiger Beschwerden als Folge einer «körperlichen Abnutzung» auf (z.B. Rheuma, Osteoporose). Hinzu kommen Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, welche die Patienten an einem neuropathischen Schmerz leiden lassen. Hier steht die Schmerzforschung auch in Zukunft vor einer grossen Herausforderung.

Patienten aller Altersklassen sind häufig von akuten Schmerzzuständen durch «Alltagsschmerzen» betroffen (Kopf-, Glieder- und Rückenschmerzen). Doch aufgepasst, hier besteht die heikle Aufgabe der Unterscheidung zwischen «gefährlichem Warnsymptom Schmerz» als Folge einer schwerwiegenden Erkrankung oder einer Begleitreaktion im Rahmen einer gewöhnlichen, meist entzündlichen Gewebeschädigung.

Tumorbedingte Schmerzen bei Krankheitsbildern, die auf keine Heilung mehr hoffen lassen, stellen spezielle Situationen dar. Es besteht vom Patienten oftmals der Wunsch nach wenig Leidensdruck und einem schmerzarmen Leben.

Mittels moderner Methoden der Schmerztherapie können diese Patienten häufig ein Leben in der häuslichen Umgebung, im gewohnten Umfeld führen und gewinnen dadurch in einer schwierigen Situation erheblich an Lebensqualität.

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