Fünftes Lindenforum: Herz

«Das 1x1 der Herzchirurgie Kranzgefässe. Klappe. Muskel.»

mit PD Dr. med. Lars Englberger

Chefarzt, Herzchirurgie bei Erwachsenen Universitätsklinik für Herz- und Gefässchirurgie Inselspital Bern

Ab Mai diesen Jahres leiten Lars Englberger und sein Arztkollege Thierry Carrel das Herzchirurgie an der Hirslanden Klinik Aarau.

 

Ein Blick auf das wesentliche Kreislauforgan des Menschen zeigt, dass wir am Herzen drei anatomische Strukturen unterscheiden können:

  • Die Herzkranzgefässe, über welche der Herzmuskel mit Blut versorgt wird.
  • Die Herzklappen, welche eine Ventilfunktion haben und den Blutstrom in der Richtung leiten und rhythmisieren.
  • Den Herzmuskel selbst.

Verschiedene Ursachen führen dazu, dass ein Herz seine Funktion nicht mehr vollständig erfüllen kann und sich letztendlich als Endstrecke fast jeder Herzerkrankung eine Herzinsuffizienz (Schwäche des Herzens) oder der Tod einstellen.

Erworbene Herzkrankheiten wie Durchblutungsstörungendes Herzens (Koronare Herzkrankheit) und die Degeneration von Herzklappen, wodurch diese eingeengt (stenosiert) oder undicht (insuffizient) werden, stellen die häufigsten Erkrankungen dar. Eine direkte Erkrankungen des Herzmuskels, welche unmittelbar zur Herzschwäche führt, tritt dagegen seltener auf.

Jeder dieser Erkrankungsformen begegnet die Herzchirurgie mit einer Palette von therapeutischen Optionen. Die Bypassoperation am Herzen stellt die optimale Methode dar, Einengungen von Herzkranzgefässen zu überbrücken und so die Durchblutung des Herzens langfristig wieder sicherzustellen.

Hiermit werden die typischen Symptome der Brustenge (Angina pectoris) behandelt, und das Risiko für einen Herzinfarkt wird stark herabgesetzt.

Bei Klappenerkrankungen werden – ja nach Art der Veränderung an der betroffenen Herzklappe – Rekonstruktionen der Klappen oder auch ein Klappenersatz durchgeführt. Liegt eine schwere Herzschwäche vor, entweder durch direkte Schädigung des Herzmuskels oder als Ergebnis chronischer Erkrankungen der Herzkranzarterien oder der Herzklappen, kommen weiterführende herzchirurgische Optionen in Betracht.

In einem solchen Fall stehen heute neben der Herztransplantation auch Verfahren zur Verfügung, bei denen das schwache Herz durch den Einsatz von Mini-Pumpen (Kunstherzen) auch längerfristig unterstützt werden kann. Diese Art der mechanischen Kreislaufunterstützung hat sich, nicht zuletzt durch den Rückgang an Spenderherzen, in den letzten Jahren etabliert.

Dank der zunehmenden Lebenserwartung und besseren therapeutischen Möglichkeiten sehen wir heute vermehrt ältere Patienten. Diese Patienten weisen oftmals eine ganze Reihe von Nebenerkrankungen auf, die noch vor einigen Jahren einen herzchirurgischen Eingriff leider verhinderten.

Heute können wir diesen Herz-Patienten oftmals helfen, nicht zuletzt auch durch minimal-invasive chirurgische Methoden. Obwohl häufig durchgeführt, sind herzchirurgische Eingriffe kein Standardeingriffe, sondern sorgsam auf den individuellen Patienten abgestimmt.

 

Die Veranstaltung wie auch der anschliessende Apéro hat am Dienstag, 3. Juni'14 in der Lindenapotheke AG, Dorfstrasse 38, 5040 Schöftland statt gefunden.

 

 

Bericht vom Wynentaler Blatt zum Lindenforum

Herzlichen Dank an das Wynentaler Blatt

Das Lindenforum-Team bedankt sich bei der Redaktion um Frieda Steffen des Wynentaler Blatt für die regelmässige und tiefgehende Berichterstattung über das Lindenforum.

Hier zum Bericht