15.01.16: Rauchstopp

Ich rauche also bin ich?

Die Fakten sind allgemein bekannt und wissenschaftlich untermauert: Rauchen ist schädlich. Und zwar so schädlich, dass in der Ausbildung zur Medizinalperson die Raucherentwöhnung zu Recht speziell thematisiert wird.

Auch die Gesellschaft reagiert und verbannt die Raucher sofern möglich aus dem öffentlichen Raum. Die rauchfreien Züge und Fumoirs sind ein Beispiel davon. Sind wir mit der drohenden Stigmatisierung der Raucher auf dem richtigen Weg? Die Antwort muss jeder für sich selbst finden.

In die Meinungsbildung sollte jedoch einfliessen, dass momentan etliche andere gesundheitsgefährdende Gewohnheiten und Praktiken existieren, die weit gefährlicher sind als Rauchen und viel stiller diskutiert werden als das Rauchen. Deshalb sollte aus meiner Sicht dem Thema Rauchen und Raucherentwöhnung entspannter gegenüber getreten werden. Obwohl ab einem gewissen Zeitpunkt das Rauchen als "Sucht" bezeichnet wird, liegt es in der Verantwortung des Rauchers, ob er weiterhin rauchen möchte oder nicht.

Von dieser toleranteren Betrachungsweise sind die Teenager strikt ausgenommen. Rauchen als Jugendlicher erscheint mir in vielerlei Hinsicht besonders problematisch und gesundheitsschädlich.

Wer sich zum Weiterrauchen entscheidet, soll dies aber bewusst tun. Die möglichen Folgen sollen sich bewusst gemacht werden und bewusst akzeptiert werden. Vertreter dieser Folgen sind nicht zwingend Herzinfarkt, Lungenkrebs und Raucherbein. Vergleichsweise banale Unannehmlichkeiten wie eine erhöhte Infektanfälligkeit und die Begünstigung zur Entwicklung einer Parodontitis sind sehr wahrscheinlich und manifestieren sich viel früher als die gefürchteten Spätfolgen. Aus meiner Sicht ist Rauchen vergleichsweise leichter aufzugeben als andere "Süchte". Dennoch ist der Wille zum Rauchstopp Voraussetzung. Der Wille muss nicht perfekt ausgereift sein. Ein gescheiterter Rauchstopp ist besser als es gar nie versucht zu haben. So sind die ersten mühsamen Schritte der Bildung der Rauchstopp-Absicht schon einmal durchlaufen worden und fallen beim nächsten Versuch leichter. Es ist wichtig, sich nach einem gescheiterten Versuch nicht zu kränken. Der mögliche Gedanke "versagt zu haben" sollte umgehend verdrängt werden. Stattdessen sollte man sich über den Teilerfolg freuen, das Thema Rauchstopp überhaupt angegangen zu sein. Ein Rauchstopp oder auch nur schon der Versuch Nichtraucher zu werden lohnt sich immer.

Den einen oder anderen Leser mag meine Meinung, Rauchen sei vergleichsweise leicht aufzugeben irritieren. Ich kann dieses stille Kopfschütteln verstehen, zumal ich selbst Raucher war und sporadisch immer noch gegen das gelegentliche Rauchen kämpfe. Ich möchte jedoch anmerken, dass für kaum einen anderen Risikofaktor so viele niederschwellige und diskrete Möglichkeiten an unterstützenden Massnahmen existieren wie für das Rauchen.

Im Gegensatz zu anderen Risikofaktoren, wird selten im Verborgenen geraucht. Der schwierige Schritt sich als Raucher zu outen entfällt. Im Gegenteil, wer sich zu einem Rauchstopp entscheidet, wird bewundert oder sogar benieden, obwohl es das Umfeld vielleicht nicht eingestehen würde. 

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