28.04.16: Fasten mit Susanne Pirozzi

Fastenwoche

Von Susanne Pirozzi

Am ersten Tag wurden wir im Kurhaus St.Otmar in Weggis warm empfangen! Der zuständige Kurleiter, Beat, begrüsste uns mit zwei Apéro-Variationen: Holundersaft und Bittersalz. Das Salz sollte in den nächsten Stunden unseren Darm entleeren. Beat informierte uns also bei Saft und Salz über wesentliche und wichtige Verhaltensweisen während den kommenden Tagen: "Trinkt mindestens drei Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt. Wir empfehlen euch, die Hälfte der Menge in Form von Molke, Tee und Säften zu konsumieren. Ansonsten ist Wasser angesagt. Euer Körper wird noch ca. 24 Stunden auf der Zuckerreserve brennen. Erst dann stellt er auf Fettverbrennung um. Während den ersten beiden Tagen wird eure Leber sehr aktiv sein und Höchtleistungen erbringen. Danach konzentriert sich euer Körper auf die Nierentätigkeit. Ihr werdet diese Umstellung als unangenehm und erschöpfend erleben. Möglicherweise reagiert euer Körper mit Durchfall, Schwermüdigkeit, Müdigkeit, Gereiztheit...  die Liste solcher Symptome ist lang, deshalb breche ich an dieser Stelle ab und wünsche eine gute Nacht."

 

 

Susanne Pirozzi, Pharma-Betriebsassistentin in der Lindenapotheke Füllinsdorf

die erste Nacht

Nun, all das gab Beat uns mit in die erste Nacht - die erste Nacht mit glaubersalzentleertem Bauch.

Jetzt geht es also los!

Einer unruhigen Nacht folgte für mich ein ernüchterndes Erwachen! 
Zum Zmorge gönnte ich mir ein Tässchen Molke mit Vanillaroma,  und natürlich Tee. 
Den Nachmittag verbrachte ich im sogenannten Darmbad. Mir wurde also der Darm "gebadet", oder besser gesagt gereinigt. Ein entleerter Darm soll Kopfweh und Übelkeit verhindern! Mein Darm erfuhr also eine effektiv Entschlackung. Es half alles nichts. Ich litt an beidem: Kopfweh und Übelkeit, und verbrachte eine üble Nacht. Wen wundert es, dass ich am nächsten Morgen übellaunig und müde aufstand. Wobei... Ich musste mich regelrecht zwingen zum Aufstehen. 

 

 

Und dann auch noch Wandern...

Die 350 zu überwindenden Höhenmeter machten mir echt zu schaffen, fast drei Stunden Marschzeit. Ich nahm Rücksprachs mit Beat und klagte ihm meine Leiden. Seine Empfehlung war ein Einlauf. Gesagt, getan! Und siehe da, bereits am Abend ging es mir wesentlich besser. Seither ist mein Kopf frei, die Übelkeit verschwunden und ich habe wieder etwas Farbe im Gesicht! Vielleicht gibt es doch noch den Höhenflug - wir werden sehen!

 

Nach einer wunderschönen Wanderung genossen wir am frühen Nachmitteg einen warmen Tomatensaft und freuten uns über unser neues Lebensgefühl! Nun werde ich mich bei 3 Saunagängen entspannen und meine angespannten Muskeln lockern!

Tipps und Tricks:

 

  • Bereite Dich unbedingt vor der Fastenwoche vor, trinke eine Woche vorher keinen Kaffee mehr, verzichte auf den Fleischkonsum, nimm wenig Zucker zu Dir und esse leicht und weniger. Das hilft dir garantiert in den ersten Tagen um die Symptome zu lindern
  • Die ersten 3 Tage werden sehr unterschiedlich wahr genommen von fit über müde, flauen Magen, Kopfschmerzen, Übelkeit bis alles Zusammen!
  • Nimm Dir Zeit für Dich und Deine Bedürfnisse. Wenn Du kannst faste auswärts in einer Gruppe und oder zu zweit.
  • Packe unbedingt genug warme Kleider ein, man friert sehr schnell. Glaubersalz kann sehr gut mit Bittersalz ersetzt werden, das wirkt viel sanfter, ist besser zu nehmen und man kann es mehrmals wiederholen
  • Ein Darmbad wirkt Wunder, sonst sicher mehrmals einen Einlauf machen, besonders wenn man sich unwohl fühlt ist das ein sehr wirksames Mittel!
  • mind. 3 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen davon mind 1 1/2 Wasser
  • bei Leistungsabfall wirkt ein wenig Honig Wunder
  • Die ersten 3 Tage können sehr unangenehm sein, es ist aber sehr unterschiedlich, es reagieren wirklich alle verschieden!

Tag 5

Gestern an unserem 5. und vorletztenFastentag hatten wir das Bedürfnis nach etwas Ruhe und Gelassenheit! Am Morgen noch etwas im warmen Bett verweilen und aufstehen nach Lust und Laune. Die Wandergruppe traf sich bereits um 8.30 Uhr zur nächsten Wanderung auf den Zugerberg! 5 cm Schnee sollte dort oben noch liegen! Brrrrrrrr....... nichts für mich! Ich sehnte mich nach Wärme!

Meine Freundin und ich machten einen 11 km langen Spaziergang entlang des Seeufers von Küssnacht am Rigi nach Weggis. Das herrliche Alpenpanorama und die warme Frühlingssonne hob, unsere bereits gute Laune, noch mehr und wir konnten uns rege austauschen! Sehr wichtig in der Fastenzeit - jemanden sein Herz auzusschütten und alle seine aufkommenden Gedanken in Worte zu fassen. Ich geniesse es sehr diese Erfahrung mit einer guten Freundin zusammen durchführen zu können. Es ist sehr schön zu wissen jemanden zu haben, der einem in schlechten Momenten stützt, die Füsse massiert, aufmuntert und einfach nur da ist! Aber auch lustige und schöne Erlebnisse sind noch schöner und lustiger, wenn man sie teilen darf! Es war ein sehr gelungener und schöner Tag! 

Tag 6

Juhui! Unser letzter Tag unserer Fastenzeit bricht an! Nach einer eher unruhigen Nacht wecken mich die ersten Sonnenstrahlen und zaubern Höchstlaune in mein Herz! Noch ca 10 Stunden bis zu unserer ersten Mahlzeit nach 738 Stunden ohne feste Nahrung. Es gibt eine feine Gemüsesuppe zum Dessert Apfelmus!

Mmmm...... was für ein Festschmaus! Ich bin parat für einen neuen erlebnissreichen Tag und könnte Bäume ausreissen!