09.04.14: Makatussin

„Grüezi, i hät gärn en Hueste-Sirup för mis Mami. Si het gseit Makatussin helft ere am Beschte“

Immer mehr hören wir diesen Satz bei uns in der Apotheke. Jugendliche, vor allem Jungs, im Alter von ungefähr 20 Jahren, versuchen mit diesem „Trick“ an den rezeptfreien Hustensirup Makatussin zu gelangen. Doch was fasziniert die Jugendlichen so an dem Hustensirup?

Auf einschlägigen Internetseiten finden sich relativ einfach Tipps, wie man mit Codein (ein opiathaltiger Wirkstoff, der als Betäubungsmittel angesehen wird), vermischt mit den richtigen Süssgetränken, einen Rauschzustand erreichen kann. Dieser „Trend“ aus Amerika nimmt auch bei uns immer mehr Ausmasse an: Insbesondere kurz vor dem Wochenende sehen wir uns in der Apotheke immer wieder mit Jugendlichen konfrontiert, die auf „Sirup-Sammeltour“ sind. Sie reisen teilweise von weit her an, um sich am Wochenende mit der nicht ungefährlichen Mischung zu berauschen.

Die Folgeschäden von Codein sind dabei nicht ausser Acht zu lassen. Nebenwirkungen können Schlafstörungen, Herzrasen und Atemschwierigkeiten sein, ganz zu schweigen von der Gefahr einer Abhängigkeit.

Es ist für mich beängstigend, wie gedankenlos die Jugendlichen mit dem Thema umgehen und sich offenbar keinen Moment mit den Risiken auseinandersetzen. Wohin kann das führen? Vom einmaligen Konsum bis hin zur einer regelrechten Abhängigkeit mit schweren Folgen wie Lehrabbruch, Verlust des sozialen Umfeldes, Ausweitung des Konsums auf „härtere“ Drogen – meiner Meinung nach fatale Aussichten.

Doch was können wir in der Offizin konkret gegen diese leidige Modeerscheinung tun? Einerseits müssen die Jugendlichen bei uns in der Apotheke immer zuerst einen Ausweis vorlegen, dies insbesondere, da der Hustensirup Makatussin in der Schweiz erst ab 18 Jahren frei erhältlich ist. Andererseits bieten wir den Jugendlichen jeweils andere, harmlosere Medikamente gegen ihren „Husten“ an. Wenn diese jeweils abgelehnt werden, liegt der Verdacht nahe, dass der Sirup missbräuchlich verwendet wird. Wir versuchen in solchen Fällen, die Jugendlichen auf dieses Thema zu sensibilisieren und behalten vor, die Abgabe des Medikamentes zu verweigern.

Das meint

Selina Richner, Pharma-Assistentin in der Lindenapotheke und Drogerie Schöftland im Park.

 

Selina Richner, Pharma-Assistentin Lindenapotheke im Park Schöftland