21.05.14: Medikament des Monats: Cholesterinmedikamente

Funktion und Sinn

Cholesterin besteht aus fettähnlichen Stoffen, die im Blut schwimmen und lebenswichtig sind. Sie werden für den Aufbau der Zellen und diverser körpereigener Stoffe gebraucht. Der grösste Teil des Cholesterins wird in der Leber produziert. Für den Transport im Blut werden die Fette in spezielle Eiweisse verpackt. Dies lässt sich einfach mit „Unterwasserschiffchen“ vergleichen. Etwa ein Drittel dieser „Schiffchen“ besteht aus HDL (Lipoprotein hoher Dichte). Wie eine Putzequipe schleppen sie überschüssige Cholesterinablagerungen zur Stoffwechslung in die Leber zurück. Diese Fett-Ablagerungen wurden von den „liederlichen“ LDL-Schiffchen (LDL = Lipoprotein niederer Dichte) liegen gelassen und betreiben in der Peripherie unserer Adern eine Art „Littering“. Die Forschung legt ihren Fokus stark auf die Erhöhung der fleissigen „HDL-Saubermänner“.

Einen zu hohen Cholesterinwert spürt man nicht

Das Tückische an erhöhtem Cholesterin ist, dass es nicht weh tut. Man muss es aktiv messen lassen, um es festzustellen. Erhöhtes Alter, Vererbung oder ein herzfeindlicher Lebensstil können dazu beitragen, dass der Cholesterinwert aus der „gesunden Norm“ fällt. Klar ist: Zuviel Cholesterin ist ungesund und erhöht das Risiko für einen (weiteren) Herzinfarkt oder Hirnschlag.

Oft sind Medikamente nötig

Die wichtigste Medikamentengruppe bei der Cholesterinbehandlung sind die Statine (z.B. Sortis, Crestor). Sie hemmen die Cholesterinproduktion und schützen vermutlich vor Ablagerungen an den Arterienwänden. Bei Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Muskelschmerzen besteht die Möglichkeit, auf ein anderes Statin zu wechseln oder ein Präparat einer anderen Gruppe zu sich zu nehmen. Fibrate (z.B. Lipantyl) wirken gegen zu hohe Triglyzeridwerte. Triglyzerid ist ein weiteres Blutfett, das auf ungünstige Cholesterinwerte hinweist, wenn sein Anteil zu hoch ist. Zudem sind sogenannte Ionenaustauscher oder Cholesterin-Resorptionshemmer erhältlich, welche die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm blockieren. Medikamente aus der Gruppe der Nikotinsäuren erhöhen das „gute“ HDL und sorgen für ein besseres Verhältnis zwischen „gutem“ HDL und „schlechtem“ LDL.

Was gibt es aus der Natur?

Fischölkapseln enthalten Omega-3-Fettsäuren, was das „Verklumpen“ des Bluts oder von Ablagerungen verhindert. Die pflanzliche Alternative sind Grünalgenpräparate sowie Bitterstoffe in Artischockenextrakten. Dies fördert den Gallenfluss sowie die Fettverdauung. Zudem senken sie die LDL- und Triglyzeridwerte. Ballaststoffe, aber auch Knoblauch und Soja, können die Cholesterinaufnahme aus dem Darm verhindern.

Das meint Isabelle Brunner, eidg. dipl Apothekerin in der Lindenapotheke Post in Unterentfelden.

Isabelle Brunner, Apothekerin, Lindenapotheke Unterentfelden bei der Post

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