14.05.14: Dein Cholesterinwert ist zu hoch

Marisa, dein Cholesterinwert ist zu hoch

Bei einer jährlichen, obligatorischen sportärztlichen Untersuchung an der Uniklinik, bei der wir Sportlerinnen diverse Tests (Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, Blut- und Urinuntersuchungen, Körpergrösse und –fett) absolvieren mussten, machte mich der Arzt auf meinen auffälligen Blutfettwert aufmerksam. Mit anderen Worten: Erhöhter Cholesterinwert. Doch wie konnte das passieren? Ich trainierte damals zweimal täglich, ass praktisch keine tierischen Produkte – dafür genügend viele Hülsenfrüchte, Ballaststoffe, Gemüse und ungesättigte Fette. Ausserdem rauchte ich nicht und mein Gewicht stimmte auch. Und: Der Doc empfahl mir, meinen Lebensstil genauso weiterzuführen.

Vererbung und Lebensstil

Wo also lag der Hund begraben? Die beiden Hauptursachen für zu hohe Blutfettwerte sind einerseits ein herzfeindlicher Lebensstil, andererseits Vererbung. Aha: Vererbung. In meiner Familie gab es – besonders bei den männlichen Verwandten – ähnliche Diagnosen, wie sie mir gestellt wurde.

Der Cholesterinwert variiert je nach Tageszeit deutlich. Idealerweise wird er frühmorgens gemessen. Meine Blutprobe wurde am späteren Nachmittag entnommen. Das war die gute Nachricht. Aber trotzdem: Blutanalysen sind Facts. Und Facts und Figures lügen nicht. Was konnte ich tun?

Hab dich lieb und liederlich

Ich gebe es zu: ich setzte meinen Alltag wie gewohnt fort und beachte weiterhin die Empfehlungen der Ärzte. Damit habe ich die Grundlage für eine erfolgreiche Cholesterinbehandlung gelegt (siehe Box). Inzwischen nähere ich mich dem Alter von 35 Jahren, wo ich meine Cholesterinwerte regelmässig teste.

Bei gesunden Personen sollte das Gesamtcholesterin unter 6,5 mmol/l Blut liegen. Wichtig zu wissen: es gibt zwei unterschiedliche Arten von Blutfetten: das „gute“ HDL-Cholesterin (Merksatz: Hab Dich Lieb, über 1mmol/l) und das schädliche LDL-Cholesterin (Merksatz: LieDerLich, unter 4,1 mmol/l).

Mein Cholesterinwert: Quo vadis?

Unser Körper produziert den Grossteil des Cholesterins in der Leber. Der Verzicht auf einzelne Nahrungsmittel beeinflusst die Herz-Kreislauf-Gesundheit nur wenig. Doch dies ist keine „Freikarte“, um nach Lust und Laune zu essen.

Das gute Cholesterin wird aus der Leber wie eine Putzequipe ausgesandt, um überschüssiges Cholesterin aus den Adern zurück in die Leber zu transportieren. Ich achte jetzt darauf, dieses Hab-dich-lieb-Blutfett so günstig wie möglich zu beeinflussen. Dies z.B. durch Sport und die entsprechende Ernährung. Und rauchen ist so oder so „tabu“. Meine Lebensweise ermöglicht dies.

Ob ich in Zukunft Medikamente einnehmen muss, hängt vom liederlichen Cholesterinwert ab, den ich nicht beeinflussen kann. Meine Werte werde ich weiterhin regelmässig checken lassen, um zeitnah und effizient reagieren zu können.

Lesen Sie demnächst im Lindenblog: Medikament des Monats - Cholesterinmedikamente

Marisa Brunner

Tipps für einen herzfreundlichen Lebensstil

 

  • Spätestens mit 35 Jahren sollten Sie Ihren Cholesterinwert kennen. Hat ein Elternteil hohes Cholesterin und früh (mit 40 oder 50) einen Herzinfarkt erlitten, sollten schon Jugendliche das Cholesterin messen und allenfalls behandeln.
  • Probieren Sie, weniger tierische Produkte als bisher zu essen, und wenn – dann achten Sie auf fettarme Varianten wie mageres Fleisch oder Magerquark. Geniessen Sie dafür reichlich Früchte und Gemüse.
  • Verwenden Sie das einheimische Rapsöl oder Olivenöl.
  • Günstig wirkt es sich auch aus, wenn Sie mehrmals pro Woche zum Beispiel durch intensives Gehen, Laufen oder Radfahren ins Schwitzen kommen oder zumindest „Treppe statt Lift“ wählen.
  • Versuchen Sie, Ihr Gewicht im normalen Bereich zu halten.
  • Falls Sie bis jetzt geraucht haben – bitte, leben Sie ab jetzt rauchfrei! Sie schalten damit einen der wichtigsten Feinde für Ihren Fettstoffwechsel und überhaupt für Ihr Herz und Ihren Kreislauf aus.

Quelle: www.swissheart.ch, 5. Mai 2014