Editorial

Als ich als Kind in Winterthur zur Schule ging, gab es von Zeit zu Zeit ärztliche Untersuchungen. Die ganze Klasse wurde der Reihe nach durch ein ad hoc speziell dafür eingerichtetes Zimmer geleitet. Ausnahmen gab es nicht. Dazu gehörten auch Impfungen, dazumal waren das vor allem Tuberkulose, Pocken, Kinderlähmung und Starrkrampf. In der Rekrutenschule dasselbe Prozedere. Damit wurde eine sehr hohe Durchimpfung der Bevölkerung erreicht. Später kam die Impfung gegen Mumpf, Masern und Röteln dazu. Auch gegen die Grippe kann man sich impfen. Neu geht nun ein Gespenst durch Europa, das Gespenst der Rückkehr der Masern. 

Die Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder betrifft. Typisch sind die roten Hautflecken. Die Krankheit geht mit sehr hohem Fieber einher und mit einer starken Schwächung des Allgemeinzustandes. Eine spezifische Therapie ist nicht möglich. Gefürchtet sind Komplikationen wie Hirn- oder Lungenentzündungen. 

Diese Krankheit galt als beinahe ausgerottet dank der Impfung, die im Kindesalter ab dem zwölften Lebensmonat erfolgen kann, meistens in Kombination mit Mumps und Röteln (MMR-Impfung). In Italien zum Beispiel steigen die Masernerkrankungen dramatisch an, dies weil die Impfmoral in katastrophaler Weise nachgelassen habe. Doch Italien ist kein Einzelfall. Experten befürchten, dass mit dem Film «Vaxxed» die Impfmoral noch weiter sinke. Dieser Film aus dem Jahre 2016 des amerikanischen Impfgegners Dr. Andrew Wakefield will aufzeigen, dass die MMR-Impfung für viele Fälle von Autismus verantwortlich sei. Doch diese These wurde weltweit nach allen wissenschaftlichen Regeln widerlegt.

Über Sinn und Zweck mancher medizinischer Eingriffe mag mit Fug und Recht gestritten werden. Es gibt Fachleute, die einen Viertel aller Eingriffe in der Schweiz als überflüssig erachten (hier wäre ein Betätigungsfeld unseres Preisüberwachers), doch Impfungen und sauberes Trinkwasser gelten als die grössten Erfolgsgeschichten in der Medizingeschichte. Die WHO schätzt, dass seit 2000 rund 17 Millionen Menschen dank Impfungen vor dem Maserntod bewahrt werden konnten. 

Eigentlich wollen Eltern für ihre Kinder nur das Beste. Warum verweigern sie sich, ihre Kinder impfen zu lassen? Neben anderen Theorien gibt es die Verschwörungstheorie, nach der die pharmazeutischen Firmen, die Impfstoffe herstellen, sich daran schamlos bereichern und den Menschen bewusst Schaden zufügen wollen, den sie nachher wieder – gegen teures Geld natürlich – zu beheben haben. Auf dem Fernsehsender Arte läuft ein Film, der dieses Thema anhand der Statine, einer cholesterinsenkenden Wirkstoffklasse, aufgreift. Auch andere Gründe werden ins Feld geführt; so ist für viele die Methode untragbar, ihre Kinder mit Hilfe von abgeschwächten oder abgetöteten Erregern, wie sie Impfstoffe enthalten, zu immunisieren. Ihre Kinder sollen an Krankheiten wachsen. Nur ist halt ein einmaliger Kontakt mit einem Erreger bereits tödlich oder invalidisierend, so zum Beispiel bei der Kinderlähmung.

Wie soll nun die Wissenschaft mit solchen Impfgegnern umgehen? Sollen Filme wie «Vaxxed» verboten werden oder soll ein staatlicher Impfzwang eingeführt werden? Ich denke, dass solche Verbote in unserer aufgeklärten Gesellschaft nicht zielführend sind. Wissenschafter, Ärzte, Apotheker und alle involvierten Kreise sollten ehrliche und möglichst unabhängige Makler im Dienste der Gesundheit sein und die optimalen Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Damit soll verhindert werden, dass Eltern ihre Kinder zum Spielball von Ideologien werden lassen und ihnen ihre körperliche Unversehrtheit vorenthalten. 

Einige der Lindenapotheken werden im Herbst in der nächsten Impfkampagne gegen Grippe mitmachen. Weitere Impfungen in den Apotheken werden auf der politischen Bühne diskutiert. Das entsprechende Bundesamt unterstützt solche Bestrebungen, um die Impfraten wieder zu erhöhen. Es ist bekanntgeworden, dass in Italien Impfzwang für Kinder eingeführt wurde. Bei Nichtbeachtung werden einschneidende Konsequenzen bei der Einschulung angedroht. Das Thema wird uns noch lange beschäftigen; wir bleiben dran! 

Das meint Ihr Lindenapotheker

Herzlichst!

Dr. Andreas Brunner

Allergie und Intoleranz

Seit je ein Thema "mit Energie"

Etwa 35% der Schweizer Bevölkerung ist auf Allergenesensibilisiert und weist daher eine erhöhte Allergiebereitschaft auf. Ungefähr 20 bis 25% haben bereits allergische Symptome gezeigt. In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben Allergien allgemein stark zugenommen. Aber was ist eine Allergie und wieso hat plötzlich - gefühlt -jeder Mensch eine oder zumindest eine Intoleranz auf gewisse Stoffe? Der Begriff Allergie hat seinen Ursprung im Griechischen. Gebildet aus "érgon" (Wirken) und "allos" (anderer) soll die Reaktion des Körpers auf wirkende körperfremde, also andere Stoffe bezeichnet werden. Haben Sie gewusst, dass der Begriff "Energie" analog zum Begriff "Allergie" gebildet wird? Energie bezeichnet getreu der ursprünglichen Begriffsbedeutung die wirkende Kraft der körpereigenen Prozesse. Eine Allergie ist also eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Einwirkungen von an sich harmlosen Stoffen. Die Häufigkeit von Allergien in industrialisierten Ländern wird unter anderem mit unserem modernen Lebensstil in Verbindung gebracht. Es sind aber noch nicht alle Gründe definitiv geklärt. Offensichtlich aber nehmen Allergien in Ländern mit hohem Lebensstandard und verbesserter Hygiene zu. 

Das Immunsystem wird wesentlich weniger durch natürliche Feinde (auch harmlose Bakterien, Viren) beansprucht, so dass es verlernt hat, zwischen gefährlichen und harmlosen Substanzen zu unterscheiden, und auf harmlose Eiweisse überreagiert. Klar ist aber, dass man heute noch nicht alle Zusammenhänge weiss, wie Allergien entstehen und was ihnen entgegenwirkt.

In dieser Ausgabe des "Lindenblatts" lassen wir den Aarauer Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Dr. Felix Bertram, zu Wort kommen. Wir haben mit ihm ein Gespräch über die Haut im Allgemeinen, Hautreaktionen und Ekzeme geführt, zu lesen auf den Seiten 4 und 5.

Häufiges Gesprächsthema, wenn es um Ernährung geht, ist Gluten. Das Klebereiweiss kommt in Getreide vor und wird nicht von allen Menschen vertragen. Diese Unverträglichkeit tritt in unterschiedlicher Ausprägung auf und kann zur Zöliakie führen, einer lebenslangen Autoimmunerkrankung.Dabei werden durch eine genetisch bedingte fehlgeleitete Immunantwort auf Gluten entzündliche Veränderungen im Dünndarm hervorgerufen. Durch diese Schädigung des Darms kann es zusätzlich zu einer verringerten Absorption von Nährstoffen und dadurch zu einem Nährstoffmangel kommen. Wir haben bei Denisa Husic persönlich nachgefragt, wie sich Zöliakie auf den Familienalltag auswirkt. Die Pharma-Assistentin ist Mitglied der Interessensgemeinschaft Nordwestschweiz und Mutter von Zwillingsmädchen, eines davon mit Zöliakie. Lesen Sie das Interview und weiteres Wissenswertes auf den Seiten 6 und 7.

Wir wünschen Ihnen viel Energie und keine Wissensallergie für die Lektüre des "Lindenblatts".

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Ratgeber: Grippeimpfung

Schützen Sie Ihr direktes Umfeld
Die Grippewelle erreicht jedes Jahr in den kalten Monaten die Schweiz und erlebt ihren Höhepunkt im Januar und Februar. Unbedingt schützen mit einer Impfung müssen sich Personen über 65 Jahre, chronisch Kranke und Schwangere. In der Apotheke werden gesunde Erwachsene geimpft. Ziel ist es, möglichst viele gesunde Personen zu impfen, damit diese nicht als Überträger agieren. Wenn Sie als gesunde Person in Ihrem privaten, familiären oder beruflichen Umfeld regelmässig Kontakt zu Senioren, Kranken, Schwangeren und Säuglingen haben, schützen Sie diese durch Ihre Impfung.

Impfen in der Lindenapotheke
Impfungen durch Apotheker sind im Aargau noch nicht möglich. Um unsere Verantwortung in der Gesundheitsvorsorge aber trotzdem wahrzunehmen, werden wir die Impftage mit Dr. Martin Studer, Oberarzt Anästhesie im Kantonsspital Aarau, in den Räumen der Lindenapotheke durchführen.

Carina Grimm

Die Grippeviren verändern sich jedes Jahr. Deshalb werden die Grippeimpfstoffe jedes Jahr nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation aus drei oder vier Virenstämmen neu zusammengesetzt. Um Ihnen einen optimalen Schutz zu bieten, impfen wir Sie an folgenden Orten und Daten:

Lindenapotheke Oberentfelden
Dienstag, 24. Oktober 2017, 15-18 Uhr

Lindenapotheke Entfelden (beim Coop)
Samstag, 21. Oktober 2017, 10-15 Uhr
Donnerstag, 26. Oktober 2017, 15-18 Uhr

mit und ohne Voranmeldung mit einem Vierfach-Impfstoff. Kosten: Fr. 32.-. Nachdem Sie einen Fragebogen ausgefüllt haben (betreut von Ihrer Apothekerin), wird Sie der Arzt impfen. Mögliche Nebenwirkungen sind eine Rötung oder Schmerzen an der Einstichstelle und ein "schwerer Arm"; seltener können eine erhöhte Temperatur, Muskelschmerzen oder leichtes Unwohlsein auftreten.

Ich möchte meine Kunden, meine Angehörigen und mich schützen und werde mich daher gegen Grippe impfen lassen.

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Im Gespräch mit dem Facharzt

Dr. Felix Betram, Aarau: Allergologie und Immunologie, Hautpflegelinie viliv

 

Dr. Felix Bertram, Sie sind Inhaber von Skinmed, dem Zentrum für Dermatologie und plastische Chirurgie in Aarau und bald in Lenzburg. Mit welcher Art von Hautproblemen kommen die Patientinnen und Patienten zu Ihnen?
Wir bieten das gesamte Spektrum der Dermatologie an; von Ekzemen über Schuppenflechte bis hin zu Allergien. Schwerpunkt sind bei uns Hautkrebs und Hautchirurgie; hier gilt es einerseits den Hautkrebs komplett zu entfernen und gleichzeitig eine möglichst unsichtbare Narbe zu erzeugen. Die Dermatologie hat eine sehr grosse Schnittmenge mit der plastischen Chirurgie und mit Fragen zu Schönheitsbehandlungen. Von daher bieten wir ein eigenes Hautpflegekonzept, Laserbehandlungen, Peelings, Antiaging und Schönheitsoperationen an.

Wie behandeln und therapieren Ihr Team und Sie diese Dermatologie-Fälle?
Bei der Dermatologie müssen wir uns insbesondere auf ein gutes Auge verlassen; Geräte haben wir wenige, im Wesentlichen gutes Licht und eine Lupe. Wir sind zudem so aufgeteilt, dass jeder Arzt nochmals ein Spezialgebiet innerhalb der Dermatologie anbietet. Wir haben einen Allergologen, einen Spezialisten für Hautchirurgie usw.

Nach der Facharztausbildung haben Sie Ihre Entwicklung speziell in die rekonstruktive Hautchirurgie und non-invasive Beautybehandlungen gelenkt. Bei welchen Problemen braucht es Sie als rekonstruktiven Hautchirurgen?
Bei der rekonstruktiven Hautchirurgie geht es in erster Linie um die Entfernung von Hautkrebs - etwa 5000 Operationen dieser Art führen wir pro Jahr durch. Von der Muttermalentfernung über die Entfernung von Hautkrebsvorstufen als auch die Entfernung von weissem und schwarzem Hautkrebs. Neben der Entfernung und der Auswahl der richtigen Methode geht es auch darum, den entstandenen Defekt so zu verschliessen, dass er später nicht mehr auffällt. Zumal der Hautkrebs sehr oft im Gesicht auftritt und eine unprofessionelle chirurgische Versorgung deutlich sichtbar wäre. Ich mache diese Arbeit ausgesprochen gerne und hoffentlich auch gut; die Erfolgsquote ist hoch, den allermeisten Menschen können wir frühzeitig helfen, und diese Arbeit hat auch einen kreativen Anteil, der mir sehr liegt.

Welche goldenen Regeln gilt es zu beachten, um die Haut zu gesunden oder gesund zu erhalten?
Ich halte folgende vier Dinge für wichtig: - die Vermeidung von UV-Strahlung und Nikotin - die richtige und richtig dosierte Hautpflege - ein gesunder Lebenswandel und eine ausgewogene Ernährung mit unverarbeiteten Lebensmitteln - Seelengesundheit. Sie ist weit wichtiger, als wir denken

Um welche Hautprobleme kümmert sich die Allergologie, und wie steht sie in Relation zur klassischen Dermatologie?
Eine Allergie ist - einfach gesagt - eine übertriebene Reaktion des Immunsystems auf einen externen Eindringling. Das kann Wespen- oder Bienengift sein, Gräserpollen oder gewisse Lebensmittel. Diese Abwehrreaktionen können manchmal nur unangenehm sein, durchaus aber auch lebensbedrohlich. Der Allergologe kümmert sich um die Erkennung und Behandlung dieser Problematiken.

Haben sich in den letzten fünf Jahren bestimmte allergische Hautreaktionen anzahlmässig gehäuft?
Ja, Allergien haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen: Pollinosis verzeichnet eine Zunahme um 70% in den letzten Jahren. Asthma hat sich in den letzten 12 bis 14 Jahren sogar verdoppelt; bei 47% aller Frauen und 33% aller Männer wird im Lauf ihres Lebens eine allergische Erkrankung diagnostiziert; somit leidet jeder zweite bis dritte Mensch mindestens einmal im Leben an einer Allergie! Die Gründe sind vielfältig und im Detail noch nicht restlos bekannt. Spannend ist aber, dass offensichtlich eine übertriebene Hygiene im Kindesalter zu einer erhöhten Allergie-Prävalenz führt. Das Immunsystem des Menschen muss trainiert und konditioniert werden; eine übertriebene Hygiene oder Sterilität verhindert den Kontakt zu potenziellen Allergenen, Keimen und Krankheitserregern, und das Immunsystem kann sich dahingehend nicht adäquat ausbilden.

Was sind Trigger/Auslöser für allergische Hautreaktionen?
Trigger und Auslöser sind praktisch immer Proteine, also Eiweisse, die vom Immunsystem als körperfremd erkannt werden.

Wie können sich systemische Allergien und/oder Intoleranzen dermatologisch zeigen?
Allergien zeigen sich praktisch immer in Form einer ekzematösen, juckenden Reaktion auf der Haut oder durch eine Hautschwellung, Rötung, Überwärmung. Neben der Haut können auch die Schleimhäute befallen sein und entsprechend reagieren.

Was gilt es bei Ekzemen zu beachten?
Der Begriff "Ekzem" ist lediglich ein Überbegriff für eine grosse Gruppe an morphologisch ähnlichen Hautveränderungen. Die Ursachen können aber ganz unterschiedlich sein. Allergien sind nur eine Option unter vielen. Und die grosse Kunst der Dermatologie ist es, die Ursache herauszufinden. Denn nur wenn man die Ursache kennt, kann man auch die richtige Behandlung einleiten.

Was gilt es bei Akne zu beachten?
Auch die Akne ist ein grosses Feld mit verschiedenen Formen. Am häufigsten ist die Pubertätsakne, allerdings gibt es auch eine Erwachsenenakne und diverse andere Formen. Bei der Pubertätsakne ist es jedenfalls ratsam, frühzeitig den Dermatologen aufzusuchen, damit er die richtige Therapie einleiten kann. Denn eine zu spät oder falsch behandelte Akne kann zu Narbenbildung führen.

Welche Verhaltensweisen haben Einfluss auf das Auftreten von Ekzemen oder Akne?
Spielt die Ernährung eine Rolle oder nicht?
Die meisten Ekzemarten oder Akne lassen sich nicht auf eine falsche Verhaltensweise zurückführen; die Ernährung wird sehr oft als Auslöser verdächtigt, spielt aber viel seltener eine direkte Rolle, als man denkt. Interessant ist aber, dass die Ernährung zunehmend in den Fokus der Forschung rückt und man davon ausgehen kann, dass eine ausgewogene Ernährung mit frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln eine wichtige Rolle für die Gesundheit und Hautgesundheit spielt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass gewisse Nahrungsmittel einen generell negativen Einfluss auf die Haut haben, auch wenn Haut-krankheiten nicht im direkten Zusammenhang stehen. Man weiss z. B., dass Convenience-Food und insbesondere Industriezucker unter anderem den Prozess der Hautalterung fördern.

Wieso überpflegen wir unsere Haut?
Weil die Kosmetikindustrie uns dahingehend etwas manipuliert und immer neue Hautpflegemassnehmen empfiehlt. Der Markt ist übervoll mit Produkten, und die Versprechungen sind verheissungsvoll. Aktuell wird von einigen Marken empfohlen, die Haut täglich zu peelen oder Reinigungsbürsten anzuwenden. Die Hautschutzbarriere wird dadurch auf Dauer zerstört, und es kommt zu diversen Problemen.

Was sagen Sie zur aufkommenden Naturkosmetik? Ist diese "gesünder" und nachhaltiger für die Haut?
Ich bin grundsätzlich ein grosser Freund von Natur und Bio, insbesondere was die Ernährung angeht. Auf der Haut ist dies aber nicht immer die beste Wahl. Wenn wir darüber sprechen, kritische Inhaltsstoffe wegzulassen, bin ich sofort einverstanden. Bei der Verwendung von pflanzlichen Wirkstoffen bin ich hinsichtlich Wirksamkeit und Allergiepotenz etwas kritischer.

Was muss ich in Bezug auf allergische Hautreaktionen, sowohl bei herkömmlichen Pflegeprodukten als auch Naturhautpflege, wissen?
Da sind wir wieder bei den oben genannten Mechanismen der Allergie. Naturkosmetik und Pflanzenbestandteile haben oft nicht einen allzu hohen Reinheitsgrad; was auf der Haut wiederum zu Allergien führen kann. Wir sehen relativ häufig Allergien, die durch Naturkosmetik ausgelöst wurden.

Wo setzt Ihre eigene Kosmetiklinie viliv an? Auf was haben Sie den Fokus bei Forschung, Entwicklung und Umsetzung gelegt?
viliv ist eine Biomedical-Hautpflegemarke. Auch wir setzen auf Pflanzen und Natur, allerdings werden unsere Wirkstoffe mittels Biotechnologie gewonnen, sind damit sehr wirksam und hoch gereinigt. Zudem sind die Produkte der Marke viliv frei von Parabenen, Mineralölen und Farbstoffen. Und zu 100% vegan und glutenfrei.

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viliv: your skin - my care

Gemeinsam mit einem Forschungsteam entwickelte Dr. Bertram eine professionelle Hautpflege mit optimaler Wirkstoffkonzentration. Alle viliv-Produkte werden in der Schweiz entwickelt, enthalten sorgfältig ausgewählte Wirkstoffe für einen maximalen Nutzen und wurden dermatologisch getestet. Sie sind frei von Parabenen, Mineralölen und Farbstoffen. Viliv wird ohne Tierversuche entwickelt, ist glutenfrei und vegan. One problem - one product - one solution: viliv.

Ab September exklusiv erhältlich in Ihrer Lindenapotheke!

Einladung zum Vortragsabend

«Zucker ist der neue Tabak» und «Weniger ist das neue Mehr»

Dr. Felix Betram, Gründer der Marke viliv skincare und Inhaber der Klinik Skinmed

Dienstag, 26. September 2017

mit Dr. Felix Betram

«Zucker ist der neue Tabak»
Zu viel Zucker schadet der Gesundheit und schädigt die Haut langfristig. Der Durchschnittsschweizer verzehrt mit 140 Gramm täglich das Fünffache der von der WHO empfohlenen Höchstmenge! Meinen Patienten sage ich immer: «Wenn ich einen Beipackzettel für Zucker schreiben müsste, würden ihn viele nicht mehr anrühren oder zumindest den Konsum deutlich reduzieren. Zucker führt zu Karies, Pilzbefall, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes mellitus, und die Folgen seines Konsums führen nicht selten zum Tod.» Im Lindenforum wird Dr. Bertram darüber referieren, wie Zucker unsere Haut altern und faltig werden lässt und dieser somit in das Interesse seines Fachgebiets, der Dermatologie, rückt.

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«Weniger ist das neue Mehr»
Der Kosmetikmarkt ist übersät von vielversprechenden Produkten, die zu einem schöneren Hautbild, Faltenfreiheit oder einem frischeren Teint beitragen sollen. Tatsächlich wird die Haut aber in vielen Fällen übergepflegt. «Und das kann unschöne Folgen haben», sagt der Dermatologe Dr. Felix Bertram. Im Lindenforum referiert er über den intelligenten Umgang mit Pflegeprodukten.

19.00 Eintreffen der Gäste

19.30 Referat Dr. Felix Betram und im Anschluss offene Gesprächsrunde mit Apéro

Veranstaltungsort: Lindenapotheke AG, Dorfstrasse 38, 5040 Schöftland

 

Online-Anmeldung: forum@lindenapo.ch 
Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, werden die Anmeldungen nach Eingang berücksichtigt.


Die Veranstaltung wie auch der anschliessende Apéro werden Ihnen von der Lindenapotheke kostenlos offeriert.

Langer Weg zur Diagnose Zöliakie

Interview mit Denisa Husic, Mutter eines betroffenen Kindes

Die Lindenapotheke hat sich mit Denisa Husic, Pharma-Assistenin der Lindenapotheke Paracelsus Dornach, über die Zöliakie ihrer Tochter Ajla unterhalten.

Wann hast Du erfahren, dass Deine Tochter Zöliakie hat?
Die sichere Diagnose hatten wir erst, als sie 30Monate alt war.

Was hatte sie vorher für Symptome?
Sie benahm sich ca. einen Monat vor ihrem 2. Geburtstag völlig anders. Vorher war sie fröhlich und mit allen freundlich, und plötzlich hat sie sich total in sich selber zurückgezogen, wollte keinen Kontakt mehr. Ihr Appetit wechselte schlagartig innerhalb von wenigen Stunden hin und her. Mal war sie völlig appetitlos, um Stunden später heisshungrig Berge zu verschlingen. Danach hatte sie immer Durchfall in rauen Mengen. Sie nahm sichtbar ab und war unglaublich schlapp. Die Veränderungen waren für uns umso frappanter, als dass ihre Zwillingsschwester Lajla gleichzeitig gedieh und sich ständig weiter entwickelte.

Wie half Dir der Kinderarzt?
Er und auch die Ärzte im Kinderspital fanden es nicht so schlimm und betonten immer, dass man zweieiige Zwillinge nicht vergleichen dürfe. Nach langem Drängen meinerseits machte er aber einen Bluttest, und es wurde ein Epstein-Barr-Virus nachgewiesen (Pfeiffersches Drüsenfieber).

Wie habt Ihr das behandelt?
Es wurde uns angeraten, in die Berge zu fahren. Aber da hat sich die Situation nur verschlimmert. Mittlerweile meinten alle Verwandten, sie hätte sicher eine unheilbare Krankheit: sie hatte einen kugelrunden Bauch und sonst sah man alle Knochen - wie die Kinder im Fernsehen in Hungersnot.

Da müsst Ihr ja fast verzweifelt sein?
Ja wirklich! Als sie dann während eines kleinen Spaziergangs zusammengebrochen ist, konnte ich nicht mehr und begab mich umgehend in die Kinderarztpraxis. Diesmal wurden wir sofort ins Kinderspital überwiesen.

Was hat man im Kinderspital untersucht?
Eigentlich wollte man zuerst wieder nichts unternehmen. Dann wollten sie mir einen Termin bei einer Ernährungsberaterin geben.

Warst Du denn nicht froh, endlich ernst genommen zu werden?
Von wegen! Sie schickten mich zur Ernährungsberaterin, weil sie meinten, ich würde wahrscheinlich Lajla zweimal füttern und Ajla vergessen - das käme halt vor. Ich war zu diesem Zeitpunkt so verunsichert, dass ich mich fragte, ob sie vielleicht Recht hatten, obwohl die Zwillinge schon immer total verschieden ausgesehen haben.

Wie ist es weitergegangen?
Ich murrte so lange, bis sie einen Gastroenterologen (Facharzt für Innere Medizin) schickten, und er hatte bald einen Verdacht auf Zöliakie. Er veranlasste, dass viele Bluttests durchgeführt wurden. Dann mussten wir auf die Ergebnisse warten.

Warst Du froh, endlich eine Diagnose zu haben?
Eigentlich nicht - im Gegenteil: ich bin zusammengebrochen. Ich wusste ja durch meinen Beruf, dass dies ein lebenslanges Urteil ist. Ich habe erst später gelernt, dass sich ganz gut mit Zöliakie leben lässt.

Die meisten Eltern haben einen grossen Respekt vor der Darmbiopsie - wie hast Du das erlebt?
Ich hatte extrem Angst, vor allem vor der Narkose! Ajla wog in der Zwischenzeit nur noch 9 Kilo! Obwohl der Arzt uns anwies, bis zum Termin normal weiterzuessen, konnten wir uns nicht überwinden, dem Kind Nahrung zu geben, die sie krank machte.

Ist es nicht wichtig, vor der Biopsie glutenhaltige Kost zu essen?
Doch, ja! Im Nachhinein haben wir einen grossen Blödsinn gemacht, der zu einer Fehldiagnose hätte führen können. Glück im Unglück hatten wir, dass die Darmzotten hochgradig abgetragen waren und sich trotz Diät noch nicht erholt hatten.

Wie war das weitere Vorgehen?
Wir hatten noch zwei Termine bei einer spezialisierten Ernährungsberaterin. Sie war eine grosse Hilfe für das weitere Vorgehen. So haben wir gelernt, dass jedes Brösmeli zählt. Ausserdem haben wir von der IG Zöliakie einen dicken Ordner mit vielerlei Information für alle Lebenssituationen erhalten.

Dann wart Ihr jetzt gut aufgehoben?
Leider haben wir damals noch nicht viele Familien in der Selbsthilfegruppe Zölikids gefunden. Ich hätte mich gern mehr mit gleichgesinnten Familien ausgetauscht. Zudem waren vor 7 Jahren die glutenhaltigen Produkte ziemlich "gruusig" und sehr teuer.

War das der Grund, weshalb Du zur Bäckerin wurdest?
Nein! Mein Mann und ich wurden einfach traurig, wenn Ajla an Kindergeburtstagen immer ihren langweiligen gekauften Muffin essen musste. Da habe ich angefangen zu backen und habe viele Abfallkübel mit Backversuchen gefüllt, bis ich zufrieden war. Aber es war deshalb umso schöner, als ich Ajla mit einer glutenfreien "Hello Kitty"-Torte überraschen durfte.

Hat das Dich inspiriert, Deinen eigenen Laden "Husic's glutenfreie Welt" zu gründen?
Ich backe jetzt seit Jahren für Freunde, Verwandte und Bekannte. Da alle froh waren über die schönen guten glutenfreie Produkte, habe ich mich beim Lebensmittelamt registrieren lassen und habe so wenige Betriebe beliefern können. Aber den Schritt zum eigenen Laden habe ich erst letztes Jahr gewagt.

Aber jetzt arbeitest Du doch Teilzeit in der Lindenapotheke in Dornach?
Ja! Ich habe in der Zwischenzeit in Dornach eine feste Stelle und bin froh, dass ich ein Standbein in meinem gelernten Beruf als Pharma-Assistentin behalten kann. Das war mir ganz wichtig.

Esst Ihr jetzt nur glutenfrei?

Ajla schon! Da bin ich sehr streng! Und ich bin auch ganz stolz auf beide Mädels, denn beide schauen mit Adleraugen, dass Ajla nichts erwischt, das glutenhaltig ist - sie profitieren als Zwillinge vom 4-Augen-Prinzip! Wir anderen essen meistens "normal". Es käme uns sonst zu teuer und wäre auch eine Einschränkung, die gar nicht nötig und nicht in jedem Fall gesund ist.

Noch eine letzte Frage: Ist es nicht schwierig, mit den Zwillingen einkaufen zu gehen?
Eigentlich nicht. Aber es gibt schon manchmal komische Situationen. Lajla liebt zum Beispiel "Pinguschnitten". Kürzlich beim Einkaufen hat sie sich eine Packung geholt. Ich fing schon an: "Sucht etwas, das für beide geht", da packte Ajla die Schnitte, legte sie in den Wagen und meinte: "Lajla soll auch mal was Besonderes haben dürfen."

Einladung zum Vortragsabend in Dornach

Dienstag, 19. September 2017

Die Lindenapotheke Paracelsus Dornach organisiert einen Vortragsabend rund ums Thema Zöliakie. Sie erfahren viel Wissenswertes, von der Symptomerkennung über die Diagnose bis hin zur Ernähungsberatung und den ganzen momentanen Hype um Zöliakie.

Unsere Referenten:

  • PD Dr. med. Raoul Furlano, Leiter Gastroenterologie und Ernährung, Universitäts-Kinderspital beider Basel
  • Susana Fernandez, Ernährungsberaterin BSc BFH, Universitäts-Kinderspital beider Basel
  • Silvia Baumann, Vorstand IG Zöliakie der deutschen Schweiz

Treffpunkt: 18.30 Uhr in der Lindenapotheke Paracelsus Dornach, kleiner Apéro. Der Vortrag findet statt in den Räumlichkeiten des Neuen Theaters, Bahnhofstrasse 32 in Dornach.

Beginn: 19.00 Uhr, anschliessend Gelegenheit für Fragen

Die Veranstaltung wie auch der anschliessende Apéro werden Ihnen von der Lindenapotheke kostenlos offeriert.

 

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