Das besondere Editorial

Beginn und erste Eindrücke
Als ich vor 40 Jahren, am 6. Dezember 1976, die Lindenapotheke in Oberentfelden von Dr. Joseph Häfely übernahm, war ich einerseits natürlich stolz, anderseits hatte ich weiche Knie. Dr. Häfely, der die Apotheke im Jahr 1951 gegründet hatte, sagte mir kurz vor der Übernahme, dass er froh sei, sich aus dem Berufsleben zurückziehen und sich der geliebten Malerei widmen zu können, denn nun kämen die mageren Jahre für die Schweizer Pharmazie. Zum Glück hatte er mit seiner Prophezeiung unrecht. Das Berufsumfeld hat sich bis heute massiv verändert. Im gleichen Jahr 1951 gründete übrigens Otto Wieland die Apotheke an der Muhenstrasse. Zwei Apotheken waren für jene Zeit definitiv zu viel für Oberentfelden, aber irgendwie schlugen sich die beiden Apotheker durch. Oberentfelden zählte im Jahr 1950 2771, im Jahr 1976 5500 und heute knapp 8000 Einwohner. Im Jahr 1976 sahen wir in den Kinos Filme wie Rambo, Taxidriver, Bilitis, Schulmädchenreport und die Italowestern von Sergio Leone mit Musik von Ennio Morricone waren hoch im Kurs.

Winterthur-Oberentfelden, warum bloss?
Wie kam es überhaupt dazu, dass ein Bürger von Winterthur für seine berufliche Zukunft nach Oberentfelden kommt. Ausser der unrühmichen Erfahrung mit der Nationalbahn 1877 haben die beiden Orte nicht viel Gemeinsames. Während des Studiums in Zürich schälte sich eine Gruppe von drei Studenten heraus, die irgendeines Tages beschlossen – zu eher schon fortgeschrittenen Stunde – im Aargau eine Apotheke zu eröffnen. So kam es auch und ich habe zu diesen Leuten immer noch Kontakt.

Bald nach der Eröffnung mit Lebkuchen und Glühwein erhielt ich ein einen Anruf vom Steuerverwalter der Gemeinde mit der Frage, wieviel ich denn verdiene. Er müsse für das Jahr 1976 bei mir noch Steuern einziehen. Wir einigten uns auf den Betrag von Fr. 1000.–, den ich bei der Gemeindeverwaltung in bar einzahlte und dafür eine maschinengeschriebene Quittung mit Durchschlag aus einem damals überall verwendeten Quittungsbüchlein erhielt. Ich sah den Herrn der Steuerverwaltung später wieder an einem gemeinsamen Konzert des Männerchors und wir konnten herzhaft lachen ob dieser Erinnerung. Eine weitere Erinnerung aus der Anfangszeit betrifft die Buchhaltung. Wir hatten mit Dr. Joseph Häfely im Kaufvertrag abgemacht, dass er mir die letzten drei Jahresabschlüsse aushändigen würde, sodass ich mir ein Bild über die wirtschaftliche Situation der Apotheke machen könnte. Zwei Monate nach dem Verkauf beichtete mir dann Herr Häfely, dass er in seinem Leben nie eine Buchhaltung geführt habe und daher auch keine Jahresabschlüsse besitze. Er sei von der Steuerverwaltung immer eingeschätzt worden, und «ich bin wahrscheinlich nicht schlecht gefahren so». Als Kasse diente ihm eine Schublade im Verkaufskorpus.

Ein trauriges Ereignis erlebte ich einige Tage nach der Übernahme der Apotheke. Der Bewohner des Landvogteihauses, das momentan zum Verkauf ansteht, vis-à-vis von der Apotheke, musste per Ambulanz ins Spital nach Aarau eingeliefert werden, wo er verstarb. Ich erfuhr dann etwas später, dass er Saridon Konsument war. Saridon enthielt dazumal noch einen Mix von 3-4 Wirkstoffen, deren Zusammenwirken nicht genau geklärt war. Einer davon war Phenacetin, das zwar sehr gute Resultate bei der Schmerzlinderung zeigte, aber bei Langzeitgebrauch Komplikationen im Blasen und Nierentrakt hervorrief. Meistens enthielten diese Schmerztabletten, wie Treupel, Optalidon, Tonopan oder Contra Schmerz auch das Schlafmittel Phenobarbital. Eine Kundin bemerkte eines Tages: «ja wissen Sie, manchmal nehme ich zwei oder drei Optalidon und lege mich aufs «Ofebänkli » und kann gut schlafen.» Solche Vorfälle haben dazu geführt, dass bei den freiverkäuflichen Schmerzmitteln tabula rasa gemacht wurde und nur noch Präparate auf den Markt kommen, die einen Wirkstoff beinhalten. Phenacetin wurde ganz von der Liste gestrichen und durch Paracetamol ersetzt, das heute noch die Nummer eins ist bei der Schmerzbekämpfung.

Konsolidierung und erstes Ausgreifen
Schnell kehrte der Alltag ein, die Zusammenarbeit mit der Apotheke Wieland und der Drogerie Tuchschmid wurden normalisiert. Bald erwies sich die von Joseph Häfely 1951 selber konzipierte Apotheke als nicht mehr zeitgemäss. Die in Oberentfelden ansässige Innenausbaufirma Umdasch mit dem sehr umtriebigen und tatkräftigen Chef Alois Eckhardt an der Spitze wurde beauftragt, einen Apothekenumbau zu planen und auch durchzuführen. Die damals gewählte grüne Farbe begleitete uns lange. Teile dieser Einrichtung waren bis 2014 im Einsatz.

Mit einem schönen Fest wurde die Apotheke eingeweiht, der Gemeindeammann Martin Hochstrasser war dabei, Gemeindeschreiber Arthur Lüthy, die Doktoren Thenisch, Borkowsky und Hasler, Widmer von Muhen, Pena und Ziswiler von Schöftland. Die Handwerker Räss, Furter, Badertscher und Nuttli waren natürlich auch im Boot.

Im Jahre 1980 wurde ich erstmals mit einer Expansion konfrontiert. In Rupperswil erreichte der Inhaber der Drogerie, Herr Hans Klossner sein Pensionsalter. Die Lokalitäten im Mitteldorf waren im Bau, was lag also näher, als dort eine Apotheke zu eröffnen. Herr Klossner behielt in seinen Lokalitäten den Bereich Fotografie. Im Mitteldorf wurde am 23. Oktober 1980 die neue Lindenapotheke in Rupperswil eingeweiht, unter der pharmazeutischen Führung von Frau Barbara Kressig, die heute sehr erfolgreich die Wiggere- Apotheke in Strengelbach betreibt. Genau am Eröffnungstag von Rupperswil wurde unsere Tochter Isabelle geboren, die heute unter anderem an diesem Standort als Apothekerin tätig ist. Rupperswil entwickelte sich gut, genau auch wie die Gemeinde selber. Frau Klossner ist übrigens immer noch Kundin unserer Apotheke. Besten Dank für diese sehr angenehme Zusammenarbeit.

"keine Polizei, sonst..." hielt das Messer hoch und liess mich sehr eingeschüchtert zurück.

In dieser Zeit wurde auf die Apotheke in Oberentfelden ein Überfall verübt. Nach dem normalen Geschäftsschluss um 16 Uhr war ich wegen des Notfalldienstes noch in der Apotheke anwesend. Plötzlich stürmte eine junge maskierte Person, bewaffnet mit einem Küchenmesser, in die Apotheke und verlangte nicht nach Geld, sondern nach dem damals weit verbreiteten Schlafmittel «Rohypnol», das auch bei Drogensüchtigen hoch im Schwange war als Beruhigungsmittel. Mit Rohypnol-Verkäufen finanzierten viele Drogensüchtige ihre nächste Heroinration. Der Einbrecher konnte etwa 15 Schachteln des Präparates ergattern, schrie beim Herausrennen noch «keine Polizei, sonst…» und hielt das Messer hoch und liess mich sehr eingeschüchtert zurück. Trotzdem benachrichtigte ich die Polizei, die den Einbrecher noch in der gleichen Nacht im Umfeld des Platzspitzes in Zürich überführen konnte. Mit der Zeit kamen Diskussionen auf, auch in Unterentfelden eine Apotheke zu eröffnen. Mit dem Neubau des Gebäudes an der Jurastrasse, in dem Post und Bank Platz fanden, war ein Ort gefunden, in dem diese Vision verwirklicht werden konnte. Hilfreich dabei war auch, dass in der Nähe eine Doppelarztpraxis entstanden war mit den beiden Ärzten Meili und Schwertfeger. Im November 1987 war es soweit, die Apotheke konnte im Beisein von Gemeindeammann Paul Haas eingeweiht werden. Die ersten fünf Jahre wurde die Apotheke von Gabrielle Fischer geführt.

Bereinigung in Oberentfelden
Diese Ménage à trois (Oberentfelden, Rupperswil, Unterentfelden) bildete die gelebte Realität in unserer Gegend ab. In der Apotheke Wieland übernahm die Tochter Senta das Zepter von ihrem Vater Otto. Die Praxis von Dr. Borkowsky ging in die Hände von Dr. Jundt über. In Rupperswil wurde 1998 eine Vergrösserung der Fläche erreicht, um die gestiegenen Kundenbedürfnisse abdecken zu können.

Erst zur Jahrtausendwende ergaben sich weitgehende Änderungen, vor allem durch die Neubauten der Grossverteiler Migros und Coop ausserhalb der Dorfkerne. So baute die Migros einen Verkaufspunkt zwischen den beiden Entfelden, dort eröffnete die Drogeriekette Dropa eine Drogerie. Coop zog nach und eröffnete 2001 den Suhremattenpark in den Gebäuden der Frey Transporte AG. Als spruchreif wurde, dass in dieses Umfeld eine Apotheke geplant wurde, bewarb sich die Lindenapotheke erfolgreich, selber in die dafür vorgesehenen Räumlichkeiten einzuziehen. All diese Veränderungen brachten Bewegung in die Entfelder Gesundheitsszene. Senta Wieland fragte mich an, ob ich ihre Apotheke übernehmen wolle und Karl Tuchschmid, der seine Drogerie nicht zur Migros zügeln mochte, wollte diese in die Lindenapotheke integrieren. Das war die Geburt der Lindenapotheke und Drogerie. Karl Tuchschmid blieb noch acht Jahre in unseren Diensten. Auch der Kauf der Apotheke Wieland kam zu Stande. So veränderte sich im Jahre 2001 die Lage in sehr kurzer Zeit nachhaltig. Nächstes Jahr soll dieses langjährige Gleichgewicht dergestalt verändert werden, dass die Dropa Drogerie in eine Apotheke-Drogerie umgewandelt werden soll. Mittlerweile gehört die Dropa Gruppe zur Bähler-Dropa-Gruppe, zu der auch die Apotheke im Bahnhof Aarau und über 50 weitere Apotheken in der Deutschschweiz gehören.

Diese Situation hielt während sieben Jahren. In dieser Zeit begann sich ein Mangel an Hausärzten bemerkbar zu machen. Immer weniger konnten alteingesessene Einzelpraxen, so wie sie während Jahren in unserer Region üblich waren, bei Vakanzen wiederbesetzt werden. Diese Tendenz hat sich bis heute massiv verschärft. Anderseits wurde die Entlöhnung der Apotheken auf eine neue Basis gestellt. So werden wir nicht mehr in Prozenten des Verkaufspreises der abgegebenen Medikamente bezahlt, sondern es wird eine Taxe pro abgegebene Packung zugesprochen. Und zu guter Letzt führte Bundesrat Couchepin die Regelung ein, dass bei Vorhandensein eines Generikums dieses abgegeben werden muss. Die Verfügung wurde im Dezember 2009 erlassen und per 1, Januar 2010 in Kraft gesetzt. Eine sehr kurze Frist, für alle die Vorbereitungen, die dazu notwendig waren.

Investitionen in Schöftland
Im Jahre 2007 entschlossen sich Herr und Frau Schwyter in Schöftland, ihre Apotheke zu verkaufen. Nach 110-jähriger Familientradition kam es nun also zu einem Wechsel in dieser gut geführten Apotheke im oberen Suhrental. Es gab 10 Bewerbungen für den Erwerb der Schwyter AG; schliesslich erhielt die Lindenapotheke den Zuschlag. Das vergrösserte das Einzugsgebiet auf einen Schlag. Die Übergabe fand am 1. April 2008 statt. Die Drogerie in Schöftland, ursprünglich Drogerie Jordi, gehörte zu dieser Zeit in die Vitalis Gruppe, die auch im Bieterkampf bei der Apotheke Schwyter dabei war. Ich strebte eine Bereinigung der Situation an und vereinbarte mit der Vitalis Gruppe die Übernahme der Drogerie in Schöftland per 1. Juni 2008. Nun waren die Besitzverhältnisse geklärt.

Es folgte jetzt eine Umkrempelung der Situation in Schöftland. Ausgangspunkt war die Idee der niedergelassenen Ärzte, eine Gemeinschaftspraxis zu eröffnen. Zuerst dafür vorgesehen war der Neubau an der Dorfstrasse 38. Da aber dort eine Bauverzögerung die rechtzeitige Fertigstellung verhinderte, musste eine andere Lösung gesucht werden. In die Bresche sprang der Besitzer der Liegenschaft an der Dorfstrasse 13, dem Haus in der die Drogerie seit Jahren beheimatet war. Nun stellte sich die Frage, ob nicht an dieser Stelle die Apotheke das richtige Format für ein Ärztehaus sei. Viel Zeit zum Überlegen blieb nicht, der Entscheid fiel dann so, dass ich die Apotheke Schwyter vom alten Standort «zügelte». Zu Beginn November 2009 wurde die Apotheke neu im Erdgeschoss des Ärztehauses eingeweiht. Vom ersten Tag an zeigte sich, dass dieses Modell Zukunft hat, wir bedanken uns herzlich bei den Ärzten für die gute Zusammenarbeit über jetzt schon mehr als sieben Jahre.

In Folge des Entscheides der «Züglete» der Apotheke stellte sich die Frage, was mit der Drogerie zu geschehen habe. Diese hatte in der Apotheke keinen Platz. Zuerst zogen wir für ein Jahr in ein Provisorium in der Nähe der WSB Station Schöftland Nordweg. In der Zwischenzeit war das Haus an der Dorfstrasse 38 fertiggestellt und es bestanden noch Verbindungen zum Bauherr, der Bank Leerau. So kam es, dass nach der Apotheke im Ärztehaus Ende Mai 2010 die Drogerie als Apotheke- Drogerie im Haus im «gescheckten Look» an der Dorfstrasse 38 (wieder-)eröffnet wurde. In der alten Schwyter-Apotheke an der Dorfstrasse 48 befindet sich heute ein Büro für Innenarchitektur. Die beiden Apotheken stehen heute unter der Leitung von Susanne Warthmann respektive Jessica Bleisch. So wandelte sich die Gesundheitsversorgung in Schöftland innerhalb von zwei Jahren radikal.

Entwicklung nach 2010
Im Jahre 2011 kam mein langjähriger Treuhänder, Bruno Steffen, auf mich zu mit der Anfrage, ob ich Interesse an einer Apotheke im Kanton Baselland hätte. Es handelte sich um die Apotheke in Füllinsdorf. Es war das erste Mal, dass eine Apotheke ausserhalb des Kantons Aargau zur Lindengruppe stossen sollte. Es war auch die Zeit, in der sich abzeichnete, dass meine beiden Töchter, Isabelle und Marisa an der Weiterführung der Apotheke interessiert waren. Unter diesen Vorzeichen trat ich in Verhandlungen mit Frau Zeller, der Besitzerin der Apotheke. Per 1. Juli 2012 trat der Vertrag in Kraft.

Die ersten Monate waren gezeichnet von der Einführung des neuen Betriebssystems Propharma, die nicht ganz problemlos über die Bühne ging. Bald darauf kam noch die Meldung, dass die Drogerie im Schönthal Zentrum Füllinsdorf in eine Apotheke-Drogerie umgewandelt werden soll. Besitzer dieser Apotheke-Drogerie ist die Bähler- Gruppe, die uns schon einmal begegnet ist. Dank der Belieferung von Heimen und einer treuen Stammkundschaft konnten die Verluste aber in engen Grenzen gehalten werden. Wir danken allen, die diesen Erfolg möglich gemacht haben.

Im Vorsommer 2015 wurde ich durch meinen Treuhänder, zwischenzeitlich ist das Ramon Kaltenrieder, darauf aufmerksam gemacht, dass Herr Erich Kunz aus Suhr seine drei Apotheken in Suhr, Kaiseraugst und Dornach in andere Hände übergeben wolle. Ich kannte Erich Kunz gut, absolvierte er doch sein Praktikum vor Jahren in der Lindenapotheke in Oberentfelden. Darum waren die Verhandlungen unkompliziert und zielführend. So kam es, dass wir bald handelseinig wurden. Erich Kunz zog sich per 1. September 2015 aus der Leitung zurück. Noch vor dem Jahresende 2015 wurde die Einmittung in die Lindenapotheken mit Namensanpassungen und einigen Retuschen in den Verkaufspunkten über die Bühne gebracht. Wir könnten uns heute einen Betrieb ohne diese drei «Kunz-Apotheken» nicht mehr vorstellen.

Wie geht es weiter? In Suhr wird der Suhrepark gebaut, mit Migros, Denner, Post und weiteren Geschäften. Auch die Lindenapotheke wird dabei sein. Das geschieht aber nicht auf Kosten der heutigen Apotheke am Bach, die in der jetzigen Form erhalten wird.

Nach 40 Jahren Geschichte bleibt mir zu danken, den Kundinnen und Kunden, den Ärztinnen und Ärzten und all den vielen Personen, die mir auf diesem Wege geholfen haben. Es sind viele! Den grössten Dank spreche ich aber meinen Mitarbeitenden aus, ohne die diese Geschichte gar nie hätte realisiert werden können.

Herzlichst!

Ihr Lindenapotheker

Dr. Andrea Brunner

6. Dezember 2016

Wir haben Grund zu feiern.

Der 2014 verstorbene Schweizer Schriftsteller Urs Widmer schrieb einst über Jubiläen: «Jubiläen sind Feiern, und natürlich feiern wir gern. Sie sind kollektive Feste, die dazu beitragen, dass wir uns als Gemeinschaft begreifen können – in einer Welt, die zusammenzuwachsen behauptet und dennoch vor unsern Augen in Stücke zu fallen scheint. Wenn wir alle an einem Tag mit dem Gleichen beschäftigt sind, sind wir nicht mehr vereinzelt.» Dazu kommt, dass wir immer häufiger das, was früher einmal geschah und just eine runde Jahreszahl erreicht, so heftig feiern, weil wir mit Neuem so überschwemmt werden. Wir haben das Bedürfnis, das Vergangene festzuhalten. Die Gesundheit ist weder je vergangen noch lässt sie sich festhalten. Im Hier und Jetzt sollten oder müssen wir uns mit ihr auseinandersetzen. Sie ist wie ein roter Faden, der unser Leben durchzieht. Und damit sie nicht an einem seidenen Faden hängt, braucht es das Vertrauen der Menschen in die Personen, die im Gesundheitsbereich tätig sind. Weiter braucht es Eigenverantwortung. Und es braucht Personen im Gesundheitsbereich, die Verantwortung für die Gesundheit der Menschen übernehmen und tragen wollen.

In den Lindenapotheken gehören Vertrauen und Verantwortung zusammen. Nur das Zusammenwirken beider kann gerade im Bereich der Gesundheit von Leib und Seele ausschlaggebend sein. Der Apothekenalltag zeigt, dass die «Kreuzung» der beiden oftmals zu jenem «Kraut» gedeiht, das gegen viele Krankheiten gewachsen ist. Aber gelingt diese Kreuzung nicht nur dann, wenn unter dem Begriff «Verantwortung» mehr verstanden wird als nur eine «soziale Beziehungsstruktur»? An dieser Stelle gilt Dank den Linden-Mitarbeiterinnen und Linden-Mitarbeitern, dass sie Verantwortung eingehen, tragen und wagen und so zuverlässig das Vertrauen der Kunden beantworten, die in Gesundheitsfragen Hilfe benötigen und sich vertrauensvoll in die Lindenapotheken begeben. Dank gilt auch ebendiesen Kunden für das bisherige und weitere Mittun und Mitgehen rund um die Gesundheit.

Um den Bogen zu dem Zitat von Urs Widmer zu schlagen, sei ergänzt, dass sich in den Lindenapotheken Kunden und Personal nicht nur an Jubiläen mit dem Gleichen beschäftigen, sondern dies täglich der Anspruch der Lindenapotheke ist. Schliesslich geht es in jedem Fall um die bestmögliche und persönliche medizinische Versorgung – nicht nur einmal im Jahr am «Chlausentag».

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Ratgeber

Hausspezialitäten "Dr. Brunner Lindenapotheken"

In der Lindenapotheke haben Hausspezialitäten seit 40 Jahren Tradition. Sogenannte Hausspezialitäten sind Arzneimittel, die nach eigener Rezeptur hergestellt werden, entweder von den Apothekern/ Apothekerinnen der Lindenapotheken oder von einem externen Hersteller. Unter eigenem Produktenamen und im selbst kreiertem Design sind diese Präparate nur in den Lindenfilialen zukaufen. Unsere Hauspezialitäten haben alle in ihrem Namen einen Bezug zur Lindenapotheke, wie Influlind, Rheumalind. Dieser Name darf aber nicht identisch sein mit dem Namen eines sich bereits im Handel befindlichen Produkts. Mit unseren Hausspezialitäten können die Spezialisten/ Innen der Lindenapotheke eigene Ideen und Formulierungen einer Wirkstoffkombination einbringen. Wir können uns so von den Massenarzneimitteln abheben. Und ein Produkt gestalten, dass dem Kunden den grösstmöglichen Nutzen bringt und der Lindenapotheke entspricht. Die Abgabe von Hausspezialitäten trägt auch zur Vertiefung des Vertrauens zwischen unseren Kunden und der Lindenapotheke bei. Und was uns immer wieder besonders freut und unsere «Mischungen» bestätigt: auch nach Wohnortswechsel beziehen viele Kunden die Eigenentwicklungen der Hausspezialitätenlinie «Dr. Brunner Lindenapotheken» weiterhin.

Wir haben einen Überblick über einige unserer aktuellen und ehemaligen Lindenspezialitäten zusammengestellt:

  •  Sanotussin Husten-Dragées mit Sofort-Effekt und Depot-Wirkung (im Sortiment) bald unter neuem Namen, Tussolind erhältlich
  • Bronchialpastillen, bei Husten und Heiserkeit (noch im Sortiment)
  • Bronchialsirup von Synpharma (im Sortiment bis 2000)
Rachel Zimmermann, Apotheker, Lindenapotheke Rupperswil
  • Blasen-Nieren-Dragées, bei Entzündungen und Infektionen der Harnwege (im Sortiment bis 2008)
  • Broncholind, Hustensirup nach eigener Formel (im Sortiment)
  • Influlind, Grippe- und Erkältungsheissgetränk nach eigener Formel (im Sortiment)
  • Rheumalind, schmerzstillendes und entzündungshemmendes Gel nach eigener Formel
  • Migränelind, hilft bei Migräne, Schmerzmittelzäpfchen nach Spezialanfertigung (im Sortiment)

An diesen Präparaten arbeiten wir

  • Tussolind, Hustentabletten nach eigener Formel
  • Travellind, Reisetabletten nach eigener Formel

Oftmals werden Hausspezialitäten Opfer der heutigen Therapieidee der Monopräparate und müssen aus dem Sortiment genommen werden. Das passiert im Übrigen auch mit offiziellen Arzneimitteln – oftmals zum Leidwesen der Kunden, die auf die Wirkung eines bestimmten Präparats schwören. Zu diesem Thema sei der römische Philosoph Seneca (4 v. Chr. – 65 n. Chr.) zitiert: «Nichts ist der Genesung so hinderlich wie der häufige Wechsel von Medikamenten.» Wenn aber die bewährte Arznei nicht mehr im Handel erhältlich ist, bleibt nur das Ausprobieren einer Alternative. In diesem Fall legen wir unseren Kunden ans Herz, mit unseren Apothekerinnen und unseren Apothekern das Gespräch zu suchen und sich fundiert über andere oder neue Medikamente und deren mögliche Kombination beraten zu lassen. Je nach Situation besteht selbstverständlich auch die Option, dass wir eine entsprechende Arzneimischung direkt in der Lindenapotheke herstellen. Denn wir sind uns bewusst, dass die individuelle Versorgung und Befriedigung der jeweiligen Kundenbedürfnisse der erste und wichtigste Schritt ist auf dem Genesungsweg.

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Gesundheitsdienstleister

"Medikamentenabgabestelle" war gestern

pharmaSuisse, der Schweizerische Apothekerverband, veröffentlichte ein Thesenpapier über die Rolle des Apothekers im Schweizer Gesundheitswesen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Die ersten drei Sätze des Dokuments im Zitat: «Der Apotheker ist der Fachmann des Heilmittels. Er kennt dessen Entwicklung, Anwendung und richtige Entsorgung und bezieht bei seiner Arbeit die neuen Entwicklungen wie Informatik, Pharmakoökonomie und Pharmakogenetik mit ein. Durch sein Wissen, seine Fähigkeiten bei der Betreuung der Patienten und seine Neutralität bürgt der Apotheker für die Arzneimittelqualität und -sicherheit und trägt aktiv zu Einsparungen im Gesundheitswesen bei.»

Medikamentenabgeber
Die erste Rolle des Apothekers ist also diejenige eines kompetenten, kritischen und effizienten Medikamentenabgebers. Mit Fachkenntnissen über die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten bietet er den Patienten eine gute Auswahlan und instruiert diese über die korrekte Anwendung. Er wägt Vorteile und Risiken gegeneinander ab und berücksichtigt das Kosten/Nutzen-Verhältnis.

Pharmazeutische Triage
Wissen Sie, was eine pharmazeutische Triage ist? Gemeint ist die erste Abklärung eines Patienten durch den Apotheker. Das Patienten-Problem wird erkannt und analysiert. Die anschliessende Therapieempfehlung und Betreuung wird gemeinsam mit dem Patienten aufbereitet. Die Triage kann auch zum Entscheid führen, dass der Patient an eine andere gesundheitliche Institution, beispielsweise Arzt oder gar Notfall, weitergeleitet werden muss. Die zweite Rolle des Apothekers ist also diejenige einer ersten Ansprechperson in allen Gesundheitsfragen.

Herstellung
Eine unerlässliche Kernkompetenz des Apothekers ist nach wie vor die Herstellung von Arzneimitteln. Für Neugeborene und Kleinkinder gibt es Medikamente oftmals nicht in der passenden Stärke. Im Labor der Offizin wird die optimale Dosierung zusammengestellt. Auch Erwachsene benötigen teils Dosierungen, die es genau so im Handel nicht gibt. Häufig braucht es auch die galenischen Künste und das Herstellungsgeschick des Apothekers bei bestimmten Crèmes und Salben.

Blistern für Heime
Immer mehr Seniorenzentren und Heime arbeiten mit uns zusammen. Diese Partnerschaften bewähren sich. In der Apotheke werden die benötigten Medikamente meistens in Wochendosetts gerüstet und anschliessend in die verschiedenen Heime geliefert. Für die Heime ist so die Garantie der korrekten Aufbewahrung und Handhabe sowie die Einhaltung von Verfalldaten sichergestellt. Solche Kooperationen verlangen von beiden Seiten eine sorgfältige und regelmässige Rücksprache.

Ware oder Dienstleistung
Ist ein Medikament eine Ware oder eine Dienstleistung? Das Internetzeitalter macht aus Patienten Konsumenten, die jederzeit eine Unmenge von Informationen einholen können. Diese Flut an Informationen hat aber nichts mit dem Wissen über die situativ korrekte Entscheidung bezüglich einer Therapiemassnahme zu tun. Der Apotheker stellt dieses Wissen bereit, berät und behandelt individuell, sucht Alternativen und öffnet damit den Blickwinkel für eine ganzheitliche Therapie. Wenn der Kunde weiss, was alles möglich ist, empfängt er nicht nur Informationen, sondern kann aktiv über die Behandlungsmethode mitentscheiden. Dies beeinflusst nachhaltig die Therapietreue und damit die Wirksamkeit der getroffenen Massnahmen. Das Medikament als Dienstleistung ist die Kernkompetenz des Apothekers. Nicht das Produkt steht im Zentrum, sondern der Patient.

Wussten Sie?Die Lindenapotheke bietet eine Menge an anderen Dienstleistungen an: Sie können beispielsweise in jeder Lindenapotheke den HerzCheck® machen, ein Angebot in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Herzstiftung. Dieser beinhaltet das Messen des Blutdrucks, des Blutzuckers und der Blutfettwerte. Die drei Messungen sind auch als einzelne Angebote erhältlich. Wir führen ein ausführliches Vier-Augen-Gespräch, den sogenannten Polymedikationschecks durch. Und die Apotheken vermieten zudem parapharmazeutische Artikel. Darunter fallen beispielsweise Krücken, Milchpumpen, Babywaagen und Inhalationsgeräte. Im Drogeriebereich stellen wir sogar einen Teppichreiniger zur Verfügung. Als Apotheke erachten wir es als wichtig, die Verwendung und Handhabe dieser Geräte und auch von Arzneimitteln zu erklären und die Patienten richtig zu instruieren. Als Beispiel sollen hier Nasentropfen dienen, die man am besten nach vorne gebeugt appliziert. Auch bei Augentropfen sollte die richtige Anwendung dem Patienten bekannt sein.

Es ist eine Freude, den Nachwuchs für Substanzen und Abläufe in der Offizin zu begeistern.

Die bisher aufgezählten Rollen und Fachgebiete eines Apothekers gelten allgemein für den Berufsstand. Die Lindenapotheke hat zusätzlich zu obigem Standard Freude an aussergewöhnlichen Angeboten. Dabei geht es einerseits darum, sich von anderen Apothekenketten und Gruppierungen zu differenzieren, andererseits setzen sich alle Lindenapo-Filialen Schwerpunkte und spezialisieren so ihr Dienstleistungsangebot und ihre Aktivitäten. Besonders hervorzuheben sind die unglaublich beliebten Bastelnachmittage für Kids. Gerade rund um Muttertage und in der Vorweihnachtszeit haben wir jeweils die Bude voll und erleben aus Sicht von beiden Seiten lebendige und aussergewöhnliche Situationen. Gebastelt werden natürlich Dinge, die mit der Apotheke oder Drogerie zu tun haben: Bodylotion, Massageöl, Nutella-Lippenpflege, Gewürzsalz, Kirschsteinkissen und vieles mehr. Es ist eine Freude, den Nachwuchs für Substanzen und Abläufe in der Offizin zu begeistern.

Haben Sie gewusst, dass wir auch kostenlose Hörtests mit anschliessenden Hörhilfelösungen anbieten? Oder dass wir in regelmässigen Abständen das Lindenforum mit hochkarätigen Referenten organisieren? Die Plattform soll den Dialog in Gesundheitsthemen fördern. Wir erlauben uns aber auch, branchenfremde Themen aufzugreifen. Je nach Angebotsschwerpunkt veranstalten die Lindenapos auch Kundenvorträge. Das Lindenforum und die Vorträge sind kostenlos. Wir freuen uns jeweils über das grosse Interesse der Teilnehmenden.

Der Apotheker füllt offensichtlich mehrere Rollen aus. Der Lindenapotheke ist bewusst, dass unabhängig von der Rolle, die Glaubwürdigkeit ein unschätzbares Gut ist. Wir wollen uns primär auf das Nicht-Etabliert-Schematische einlassen, aber immer zum Wohl der Kunden. Denn jeder Kunde bringt seine persönliche Krankheitsgeschichte zu uns und wir haben den Anspruch, jeden individuell und somit optimal zu versorgen. Die Bewahrung des hohen Niveaus an pharmazeutischen Beratungs- und Dienstleistungen gelingt uns dann, wenn wir den Weg der gleichgewichtigen Haltung von Unabhängigkeit und Kooperation weitergehen. 

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Qulitätsgewinn

Die Lindenapotheke hat bereits drei Kommissionierautomaten

Was ist das denn? In der Apotheke sprechen wir von einem Medikamentenroboter. Oftmals hat diese Automatisierungstechnik sogar einen Spitznamen. In den Filialen Oberentfelden, Rupperswil und Schöftland im Zentrum unterstützen die Roboter «Roobert», «Charles» und «George» den Bedienvorgang.

Es ist nicht entscheidend, ob der Kunde mit einem Rezept kommt oder ein Produkt im freien Verkauf verlangt. Sobald der Name des Arzneimittels im Computersystem eingegeben wurde, wird hinter der Bühne gearbeitet. Und wie. Auf Schienen fährt ein Greifarm durch den Lagerautomaten und holt sich das gewünschte Medikament mit Hilfe der Saugtechnik. Dann wird es zur Ausgabestelle bei der gewünschten Kasse transportiert. Dieser ganze Vorgang dauert ein paar Sekunden.

In Rupperswil beispielsweise fällt das Produkt dann vom 1. Stock ins Erdgeschoss, in Schöftland bringt es ein Lift vom Keller nach oben. In Oberentfelden steht ein Roboter in L-Form. Dieser steht direkt im Verkaufsraum und bildet eine Wand für die Produktpräsentation.

Die Automatisierung bringt verschiedene Vorteile. Erstens ist das Personal immer beim Kunden und muss die Medikamente nicht holen. Es bleibt mehr Zeit für das Beratungsgespräch. Zweitens sparen wir konsequent Lagerfläche, weil der Roboter immer automatisch den optimalen Platz für das Produkt auswählt. 

Drittens vereinfacht er die Lagerbewirtschaftung. Jedes Medikament wird durch einen Scanner erfasst und dokumentiert. Der Überblick über die Verfalldaten der Medikamente wird automatisiert.

Pro Regalmeter können bis zu 3500 Produkte eingelagert werden. Die Logik im Ablagesystem entspricht nicht dem Schema A–Z, wie es bei den Arzneimittelschubladen bekannt ist. Den Roboter interessiert nur die perfekte Platzausnutzung. Deshalb wäre es die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen, wenn wir ein Medikament da drin suchen müssten. Diese Form der Prozessautomatisierung ist effizient und zuverlässig. Nicht nur die Prozesskette im Beratungsgespräch wird verbessert, sondern auch die Zeit, die wir brauchen, um die neu bestellten Produkte einzulagern.

Das Wichtigste ist schnell gesagt: je besser unsere Roboter in die Arbeitsabläufe eingebunden werden, desto mehr Zeit und entsprechend höhere Qualität dürfen Sie in der Beratung durch unsere Gesundheitsspezialisten erwarten.

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Einladung zum Vortragsabend

Grenze oder Herausforderung - du entscheidest!

Fabian Vaucher, Präsident pharmaSuisse

Dienstag, 10. Januar 2017

mit Fabian Vaucher

Hausärzte stellen die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung sicher. Doch es gibt immer weniger Hausärzte. Das stellt unser Gesundheitssystem vor Probleme. Apotheker haben aufgrund ihrer Ausbildung Kompetenzen, die heute zu wenig genutzt werden. Patienten könnten sich für Fragen rund um ihre Gesundheit vermehrt an Apotheken wenden. In diese Richtung gehen auch Bestrebungen auf politischer Ebene. Ziel ist es, damit die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung sicher zustellen.

Fabian Vaucher studierte an der Universität Basel Pharmazie und schloss 1997 die Weiterbildung zum Offizinapotheker FPH ab.

Bereits während der Weiterbildung übernahm er die Verwaltung einer Apotheke in Buchs AG, von der er seit 2001 Mitinhaber ist.

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2012 ergänzte er sein Portfolio mit der Mitinhaberschaft einer weiteren Apotheke in Küttigen. 

Fabian Vaucher amtete 2008 bis 2014 als Präsident des aargauischen Apothekerverbandes.

19.00 Eintreffen der Gäste

19.30 Referat Fabian Vaucher und im Anschluss offene Gesprächsrunde mit Apéro

Veranstaltungsort: Lindenapotheke AG, Dorfstrasse 38, 5040 Schöftland

 

Online-Anmeldung: forum@lindenapo.ch 
Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, werden die Anmeldungen nach Eingang berücksichtigt.


Die Veranstaltung wie auch der anschliessende Apéro werden Ihnen von der Lindenapotheke kostenlos offeriert.