Editorial

Angst ist menschlich. Das war schon immer so und hat der Menschheit das Überleben gerettet. Kinder haben Angst vor der Dunkelheit, vor dem Zahnarzt oder vor Vorträgen in der Schule. Als Erwachsene kennen wir die Angst vor Fehlern, vor der Zukunft oder vor Verlust. Angst hat definitiv ihr Gutes: Wer morgens mit dem Velo auf die Kreuzung zufährt, schaut sich gut um, ob andere Verkehrsteilnehmer seinen Weg kreuzen. Die Angst vor einem Unfall lässt den Velofahrer aufpassen. Der gleiche Vorgang liesse sich für etliche Lebensvorgänge beschreiben. Aktuell ist die Angst vor Terroranschlägen in den Köpfen der Menschen und damit einhergehend die «Mutter aller Ängste», die Angst vor dem Tod. Viele Religionen leiten einen Teil ihrer Daseinsberechtigung daraus ab, den Menschen diese Angst zu nehmen. Aber die Angst ist stark, sie kennt nicht einmal soziale Grenzen. Der Mensch ist manipulierbar. Er reagiert auf gewisse Meldungen mit Angst. Kürzlich warnte uns die Weltgesundheitsorganisation WHO davor, dass der tägliche Verzehr von 50 Gramm Wurst unser Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um 20% ansteigen lässt. Irgendwie denkt man dann schnell, dass von 100 Leuten 20 an Darmkrebs erkranken. Die Statistik zeigt dann, dass für Personen, die keine Wurst essen, das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, 5% beträgt. Mit Wurst sind es 6%. Relativ gesehen kann man mit der Zahl 20% operieren. Absolut gesehen, beträgt der Risikounterschied «nur» einen Prozentpunkt. Wir merken, die Zahl 20% beeindruckt und löst Angst aus. Eine regelmässig – alle zehn Jahre – durchgeführte Darmspiegelung reduziert die Zahl der Darmkrebserkrankungen effektiver als der Verzicht auf Wurst. Ich bin der Meinung, dass Mass halten mehr Freude macht als Übertreiben.

Das Arbeiten mit relativen statt mit absoluten Zahlen zeigt sich auch bei anderen Statistiken. So wird regelmässig über den Wert der Mammographie bei Frauen diskutiert. Studien zeigen, dass von 1000 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren ohne Screening fünf an Brustkrebs erkranken und sterben, bei Frauen mit Mammographie sind es vier. Adäquat zum obigen Beispiel wird diese Faktenlage übersetzt, dass die Sterblichkeit an Brustkrebs um 20% gesenkt wird mittels voll durchgezogenem Screening. Solche Zahlen schüren Ängste. Mit scheint wichtig, sich früh eine Risikokompetenz anzueignen. Die wirklich grossen Risiken, die Krebs begünstigen, sind immer noch Rauchen, Alkohol, Drogenkonsum oder Übergewicht. Das Verbreiten von Ängsten kann Abstumpfen. Das wäre meines Erachtens verhängnisvoll. Ein im Freundes- oder Familienkreis genossenes Glas Wein muss der Gesundheit – vor allem dem psychischen Wohlbefinden – nicht schaden. Ich wiederhole: Die eigene Risikokompetenz soll uns das Mass dazu geben. Der sorgfältige Umgang mit Risiken ist in unserem eigenen Interesse und in dem unserer Mitmenschen und der Umwelt.

Menschen, die aus purer Angst nichts mehr unternehmen, leben meist in keinem günstigen psychischen Umfeld. Das ist auch der physischen Gesundheit nicht zuträglich. 

Das meint Ihr Lindenapotheker

Herzlichst!

Dr. Andreas Brunner

Gesundheit wird ganzheitlich

Gesamtsystem: Rückbesinnung auf den Körper

Die vor Ihnen liegende 75. Ausgabe des "Lindenblatts" beschäftigt sich mit der sogenannten integrativen Medizin. Am Universitätsspital Zürich gibt es seit 2014 ein Institut für komplementäre und integrative Medizin, das sich mit genau dieser Materie, nämlich der sinnvollen Kombination von konventionellen und komplementären, evidenzbasierten Therapiesystemen, befasst. Dabei geht es darum, dass sich das individuelle Gesundheitsmanagement in eine Rückbesinnung auf den Körperwandelt. Gesundheit wird als Gesamtsystem wahrgenommen.Die Suche nach Lebensenergie wird die Wissenschaft über Disziplingrenzen hinweg öffnen und das Querdenken fördern. Neue Sichtweisen und Behandlungsmethoden lassen ein neues integratives Medizinverständnis entstehen, das eben wissenschaftliches Forschungswissen mit Erfahrungswissen verknüpft. Für die Lindenapotheke und die Gesundheitsdienstleister im Allgemeinen bedeutet das nichts anderes als eine ganzheitliche Orientierung. 

In zwei Geschäften, die Lindenapotheken und Drogerien Entfelden und Schöftland im Park, bemühen sich bereits neben Apothekerinnen und Apothekern und Pharma-Assistentinnen zusätzlich Drogistinnen um Ihre Gesundheit und Ihr körperliches Wohlbefinden. In sämtlichen anderen Geschäften führen wir ein ausgewähltes, teilweise enorm breites Sortiment an Komplementärmedizin. Fragen Sie nach den entsprechenden Fachpersonen in den Lindenteams.

Auf den kommenden Seiten erhalten Sie einen Einblick in die Begrifflichkeiten der integrativen Medizin und was diese für das Gesundheitssystem bedeuten. Unter Einbezug des Umfelds und der Selbstheilungskräfte erhalten Patientinnen und Patienten eine ganz neue aktive Rolle in der Wahl und anschliessenden Umsetzung ihrer Therapiemassnahmen. Für Mensch und Tier bedeutet das, dass die Gesundheitsbranche interprofessioneller werden muss. Die Verständigung untereinander und das Verständnis für Behandlungen ausserhalb des eigenen "Gartens" werden essentiell werden.

Im Rahmen des Lindenforums dürfen wir Ihnen mit Rüdiger Böhm einen Referenten präsentieren, der genau weiss, was die Kommunikation für die körperliche und psychische Genesung, gar das Überleben bedeutet. Deshalb nicht verpassen - wir freuen uns auf Ihre Anmeldung und wünschen Ihnen ein ganzheitliches Leseerlebnis.

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Ratgeber

Spagyrik - Erfahrungen und Facts

Kennen Sie das beengende Gefühl, wenn Sie in ein Flugzeug einsteigen? Was kann alles passieren . . . es geistert der eine oder andere Gedanke durch den Kopf, und plötzlich fragt man sich, warum genau muss es wieder eine Flugreise sein? Der Satz von lieben Freunden «Es ist noch jedes Flugzeug runtergekommen» ist dann auch nicht sonderlich hilfreich. Ich sehe das kleine Spagyrik-Fläschchen bei Selina in der Tasche verschwinden. Aha, denke ich mir, sie probiert nun die Spagyrik-Mischung gegen ihre Flugangst aus.

Spagyrik – was ist das?
Hinter dem Wort Spagyrik versteckt sich höchste Heilkraft der Pflanzen. In der Spagyrik brauchen wir immer die ganze Pflanze, das bedeutet Blüten, Blätter, Stängel und Wurzeln. Über 80% der verwendeten Frischpflanzen für die Herstellung der hohen HEIDAK-Spagyrik-Qualität stammt aus zertifiziertem Bio-Swiss-Anbau. Behutsam wird die Pflanze zerkleinert und mit spezieller Hefe vergärt. Der Gärvorgang dauert zwei bis drei Wochen. Nach diesem Prozess wird destilliert. Zur vollständigen Rückgewinnung der Pflanze werden die übriggebliebenen Substanzen zu Asche verbrannt und dann im Spezialofen bei 400 °C mehrfach kalziniert, um die hochwertigen Mineralstoffe und Spurenelemente der Pflanze zu gewinnen. Nun werden das Destillat, die gelöste Asche sowie die Spurenelemente und Mineralstoffe vereinigt.

Rund 180 verschiedene HEIDAK-Essenzen können aufgrund Ihrer persönlichen Bedürfnisse zusammengestellt und gemischt werden. Denn so individuell wie jeder einzelne Mensch ist, so individuell soll auch sein Heilmittel auf ihn abgestimmt werden können.

Lea Bieri, Drogistin, Schöftland im Park

Genau diese Individualität überzeugt mich persönlich, denn jeder Mensch ist etwas Besonderes, erzählt eine andere Geschichte, und die Krankheitssymptome können so individuell sein wie der Mensch. Nehmen wir das Beispiel Flugangst; dies kann sich von leichtem Unwohlsein in der Magengegend bis hin zu Panik, Herzrasen und Kontrollverlust zeigen, vielleicht schwingen auch bereits schlechte Erlebnisse mit. Wie ging es Selina mit ihrem persönlichen Spagyrik-Spray? Ihre Worte waren: «Es funktioniert wirklich, Flugbegleiterin werde ich trotzdem nicht.»

Aus eigener Erfahrung kann ich auch sehr gute Erfolge bei Tieren verzeichnen. Sei es, beim Labrador die Ohrenentzündungen zu minimieren, wie auch beim Pferd, das seit dem Hustenspray kein Antibiotikum mehr braucht. Säuglinge, Kinder, Erwachsene, Schwangere wie auch Tiere können von dieser Heilmethode profitieren. Gerne stelle ich Ihnen Ihre persönliche Mischung zusammen.

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Integrative Gesundheit

Begriffe - wovon reden wir?

Raymond Carver war ein amerikanischer Schriftsteller. 1981 erschien eine Sammlung von 17 Kurzgeschichten mit dem Titel «Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden». Dabei geht es weniger um gute Gefühle, Glück, Sicherheit oder freudige Gedanken, die das Wort Liebe üblicherweise in Menschen auslöst. Es geht um die Liebe im Alltag, um Krisen und Problemsituationen. Die Liebe ist individuell, so viele Menschen es auf der Erde gibt, so viele Arten der Liebe existieren. Ich denke, dass Sie mir diesbezüglich Recht geben. Doch ist es nicht das gleiche mit der Gesundheit? Gesundheit kann ein gutes Gefühl sein, Gesundheit kann Zufriedenheit sein. Gesundheit ist nie einfach und Gesundheit geht Hand in Hand mit unserem Verhalten. Oftmals können wir unmittelbaren Einfluss auf unser Verhalten nehmen, wir können unsere Umstände und unser Umfeld aktiv verändern und verantworten damit selber unseren Gesundheitszustand. Aber nicht immer.

Je mehr Interesse wir an Informationen und Wissen über uns und unseren Körper, unsere gesundheitliche Situation und die Möglichkeiten der Medizin haben, desto gezielter, umfassender und vor allem personalisierter können wir die Therapiemassnahmen planen: eine Bereicherung an Behandlungsoptionen, eine geförderte Selbstbetreuung und der transparente Dialog mit den Spezialisten als Partner ermöglichen, dass wir als Patient in unsere personalisierte Therapie vertrauen und dem Behandlungsplan treu bleiben. Diese sogenannte Adhärenz ist das A und O zum Therapieerfolg und steht am Anfang eines gesunden und bezahlbaren Gesundheitssystems. Wie in der Liebe ist es wichtig, dass sämtliche Beteiligten vom Gleichen sprechen. Überhaupt ist das Abgleichen von Begriffen und Bildern der Ausgangspunkt einer gelungenen Kommunikation.

Im Folgenden haben wir für Sie eine nicht abgeschlossene Liste aus der Medizinsprache zusammengestellt, die Klarheit und Ordnung in einige wichtige Begriffe aus dem Gesundheitsalltag bringen soll.

Behandlungsmethoden

Alternativ- oder Komplementärmedizin

Die integrative Medizin setzt evidenzbasierte, komplementäre Behandlungsmethoden ergänzend zu konventionellen Therapien ein. Im Folgenden erklären wir Ihnen, welche Methoden den Patienten in der integrativen Krebs- und Schmerzmedizin zur Verfügung stehen.

Ärztliche Beratung
Bei der ärztlichen Beratung wird der Gesundheitszustand des Patienten im Kontext seines psychosozial- kulturellen Umfeldes beurteilt und ein umfassender Therapieplan erstellt. Krebstherapien zielen heute beispielsweise nicht mehr auf die Krebszellen selbst, sondern auf eine Veränderung deren Umgebung.

Ernährungsberatung
Die Ernährung als vorbeugender und gesunderhaltender Faktor spielt eine gewichtige Rolle in praktisch jedem Therapieplan. Die an die spezifischen Bedürfnisse angepasste Ernährung ist im Zusammenspiel mit körperlicher und geistiger Bewegung die Basis für Wohlbefinden und Lebensqualität. Die Möglichkeiten reichen von Nahrungsergänzungsmitteln über die Behebung von Lebensmittelunverträglichkeiten hin zum Wissen über den Einsatz und die Wirkung von Heilkräutern. Hippokrates, der Begründer der wissenschaftlichen Heilkunde, der um 400 v. Chr. lebte, meinte treffend: «Lass die Nahrung deine Medizin sein.» Unsere heutige Ernährungsweise ist oftmals mehr Gesundheitsrisiko als Gesundheitsförderung ist.

Phytotherapie
Pflanzen waren die ersten Heilmittel und Grundstoffe zur Herstellung von Arzneimitteln, den Phytopharmaka. Innerhalb der Phytotherapie gibt es unterschiedliche Ansätze:

– Die naturwissenschaftlich orientierte Phytotherapie interessiert sich für die einzelnen Inhaltsstoffe und deren physiologischer und pharmakologischer Wirkungen.

– die erfahrungsheilkundlich orientierte Phytotherapie verfügt über umfangreiches Wissen im Hinblick auf die traditionelle Anwendung von Heilpflanzen.

Akupunktur
(von lat. acus = Nadel, pungere = stechen) ist eine jahrtausendalte Heilmethode, die durch das Nadeln spezifischer Punkte die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert, um Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen. Der in der chinesischen Sprache gebräuchliche Ausdruck «Zhenjiu» (zhen = Nadel, Jui = Moxakraut abbrennen) weist darauf hin, dass die Akupunktur weniger eine Monotherapie ist, sondern als Bestandteil der traditionelle chinesischen Medizin oft als Therapiekombination auftritt.

Zu weiteren Behandlungsansätzen wie Homöopathie, Spagyrik, Biochemie nach Schüssler und Bach-Blütentherapie sowie verschiedenen Therapieformen wie Mind-Body-Therapie, Massage- Therapie, Musiktherapie und Bewegungstherapie verweisen wir gerne auf unsere Internetseite mit vertiefenden Texten: www.lindenapo.ch

Rückblick

Darmkrebsvorsorge-Kampagne war ein grosser Erfolg

Vom 1. bis 16. April 2016 hat in den Apotheken der Schweiz die Darmkrebsvorsorgekampagne stattgefunden. Während diesen sieben Wochen haben insgesamt 24 500 Apothekenkunden einen Stuhltest durchführen lassen. Das ist eine überwältigende Zahl. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
Ein ausschlaggebender Grund ist, dass alle Partner im Gesundheitswesen wie Ärzte, Apotheker und Krankenkassen diese Vorsorge als wichtigen Beitrag zur Darmkrebs-Prävention sehen. Denn früh erkannt, ist Darmkrebs sehr gut heilbar.

Wie kann man Darmkrebs früh erkennen?
Sie müssen wissen, dass der Ursprung von Darmkrebs oft Polypen sind. Diese sind harmlos, können sich aber innerhalb von ca. fünf bis zehn Jahren zu Darmkrebs entwickeln. Die Polypen neigen zu Blutungen. Da es sich jedoch nur um sehr kleine Mengen Blut handelt, können wir es von blossem Auge nicht sehen. 

Braucht es deshalb einen Stuhltest?
Ja, genau. Im Labor wird die Stuhlprobe auf verstecktes Blut untersucht. Sollte sich der Verdacht auf eine Darmerkrankung erhärten, folgen weitere Abklärungen beim Facharzt.

Haben Kunden keine Hemmungen, über ein so intimes Thema mit Ihnen zu sprechen?
Hierzu darf ich meinem Team der Lindenapotheke Liebrüti ein ganz grosses Kompliment aussprechen. Mit viel Feingefühl und Engagement wurden konsequent Kunden im Alter über 50 Jahren direkt angesprochen und auf die Kampagne aufmerksam gemacht. Die Kundschaft hat darauf mit sehr grossem Interesse reagiert. In unserem Beratungsraum konnten wir ungestört das persönliche Darmkrebsrisiko mit einem elektronischen Fragebogen bestimmen. Je nach Resultat wurde der Stuhltest oder der Besuch beim Arzt empfohlen.

Raffaela Paternostro-Maggiolini,

Wurde der Stuhltest in der Apotheke ausgewertet?
Nein, das Teströhrchen wurde den Kunden mitgegeben, und sie konnten den Test bequem zu Hause durchführen. Die Stuhlprobe wurde anschliessend direkt vom Kunden ins Labor geschickt.

Wird in der Apotheke das Resultat dem Kunden mitgeteilt?
Ja, bereits bei der Abgabe des Stuhltests vereinbarten wir mit den Kunden einen Termin zur ausführlichen Besprechung des Ergebnisses und des weiteren Vorgehens.

Können Kunden auch weiterhin die Darmkrebsvorsoge durchführen lassen?
Ja, wir bieten die Darmkrebsvorsorge nun als Standard-Dienstleistung an.

Was kostet die Darmkrebsvorsorge-Dienstleistung in der Lindenapotheke?
Wir bieten diese Vorsorge für 30 Franken an. Dies beinhaltet die persönliche Risikoabklärung, den Stuhltest, die Laborauswertung und die Besprechung des Resultats mit der Apothekerin. Eine persönliche Risikoabklärung ohne Stuhltestabgabe kostet 18 Franken.

Folgen noch weitere Kampagnen?
Im September startet in Zusammenarbeit mit der Rheumaliga Schweiz die Gelenkschmerzkampagne. Unser Team ist hierfür speziell geschult worden, so dass wir unsere Kundschaft optimal und individuell zu Gelenkschmerzen und unangenehmen Folgeerscheinungen beraten können. Wir sind sehr bestrebt, unseren Kunden umfassende und massgeschneiderte Lösungen anzubieten. Ich freue mich sehr darauf. 

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Integrative Medizin beim Tier

Erfolgreiche Schmerzbehandlung bei einem Tier

Verhaltensänderungen bei Tieren kommunizieren häufig körperliche Beschwerden. Die Besitzerin bemerkte beim Reiten, dass das Tier nicht mehr richtig mitmachen mochte, auch in der Box und im Umgang mit den Artgenossen verhielt sich das Pferd mehr und mehr introvertiert, zog sich zurück und liess Bewegungsdrang und Lebensfreude vermissen. Dies war insofern frappant, da das Tier als aufgeschlossene, lebendige Frohnatur bekannt war. Der Tierarzt überwies die Stute nach seiner Konsultation in eine Tierklinik, damit eine Szintigraphie gemacht werden konnte. Dieses bildgebende Verfahren der nuklearmedizinischen Diagnostik eignet sich zur Sichtbarmachung von Entzündungsherden im Skelett. Prompt wurde eine Entzündung im Halswirbelbereich ausgemacht, die offenbar äusserst schmerzhaft für das Pferd war. Als konventionelle Therapiemassnahme wurde Depokortison zur langfristigen Entzündungshemmung gegeben. Ergänzend kam der Entschluss, dem Pferd eine Reitpause zu verordnen und unterstützend einen pferdespezialisierten Osteopathen hinzuzuziehen. Die ganzheitliche manuelle Behandlung des Bewegungsapparats durch den Osteopathen zeigte positive Wirkung auf die betroffenen Wirbel. Parallel wurde Akupunktur in die Therapie integriert und die Schwachstelle an der Wirbelsäule wurde durch den Start eines Aufbau- und Rehatrainings besser und funktioneller in die Muskulatur eingebettet. 

Dieser Muskelaufbau wurde durch eine Ernährungsumstellung und eine individuell auf das Pferd zugeschnittene Mineralstoffaufnahme optimiert. Der Osteopath empfahl den Zuzug eines Zahnmediziners, weil vermutlich Asymmetrien im Gebiss Auswirkungen auf die Entzündungsherde im Bewegungsapparat hatten.

Der vorliegende Behandlungszyklus ist insofern speziell, dass der zuerst behandelnde Tierarzt die osteopathischen Massnahmen empfahl. Der Osteopath verwies auf den Zahnmediziner. Diese Nutzung des spezialisierten Therapeutennetzwerkes ist eine ideale Form der Interprofessionalität. Die ganzheitliche Wahrnehmung und die daraus folgenden umfassenden Behandlungen, linderten die Schmerzen beim Tier und führten zu einer dauerhaften Abheilung der Entzündung.

Auch im Bereich der Tiermedizin zahlt sich eine Zusammenarbeit von konventionellen und komplementären Heilungsmethoden aus. In diesem Fall profitierte das Pferd von der ganzheitlichen Wahrnehmung und den daraus entstandenen Behandlungsempfehlungen und -massnahmen aller in den Heilungsverlauf integrierten Fachpersonen. 

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Einladung zum Vortragsabend

Grenze oder Herausforderung - du entscheidest!

Rüdiger Böhm

Dienstag, 20. September 2016

mit Rüdiger Böhm

Rüdiger Böhm ist Motivationstrainer, Coach, Redner, und Buchautor. Der Grenzgänger ist 100% authentisch. Er weiss, was es bedeutet, wenn sich im Leben binnen einer Sekunde einfach alles verändert.

«Plötzlich stand ich ohne Beine da. Aber nicht ohne Perspektive.» Ein Unfall verändert das Leben des Leistungssportlers Rüdiger Böhm schlagartig, doch er hadert nicht lange mit seinem Schicksal. Er macht einfach dort weiter, wo er mit Beinen aufgehört hat.

Vor seinem Unfall findet Rüdiger Böhm einen Spruch in einem Glückskeks, den er bis heute in seinem Portemonnaie aufbewahrt: «Du musst wissen, was du willst, oder nehmen, was übrigbleibt.» Dass dieses kleine Blatt Papier einmal mehr an Bedeutung gewinnen wird, war ihm noch nicht klar. Als er einen Tag vor seinem 27. Geburtstag mit dem neuen Rennrad unterwegs ist, um für den bevorstehenden Triathlon zu trainieren, übersieht ihn ein LKW. Er verunglückt schwer und verliert dabei beide Beine. In seinem Buch «No legs, no limits! Grenze oder Herausforderung – du entscheidest!» zeigt der Autor, dass die eigentliche Barrieren nur in unseren Köpfen sind. Scheinen Visionen und Ziele noch so weit weg, gilt es, nach ihnen zu streben und sich auf sie zuzubewegen.

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Rüdiger Böhm ist Sportwissenschaftler und seit 2006 im Besitz des höchsten Fussballtrainerdiploms, der UEFA-Pro-Lizenz, und blickt auf 20 Jahre im Nachwuchsspitzenfussball zurück. Aktuell ist Böhm neben seiner Coachingtätigkeit als

Dozent an der Fachschule für Gesundheitsberufe, der Swiss Prävensana Akademie, tätig.

19.00 Eintreffen der Gäste

19.30 Referat Rüdiger Böhm und im Anschluss offene Gesprächsrunde mit Apéro

Veranstaltungsort: Lindenapotheke AG, Dorfstrasse 38, 5040 Schöftland

 

Online-Anmeldung: forum@lindenapo.ch 
Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, werden die Anmeldungen nach Eingang berücksichtigt.


Die Veranstaltung wie auch der anschliessende Apéro werden Ihnen von der Lindenapotheke kostenlos offeriert.