Editorial

Alle Jahre wieder nagt er am Nervenkostüm, der Stress vor grossen Festtagen wie Ostern oder Weihnachten. In überfüllten Läden machen wir die grossen Einkäufe, suchen nach passenden Geschenken und hetzen von Termin zu Termin, um noch alles zu erledigen vor den Festtagen. Und das Festmahl kocht sich auch nicht von alleine, dazu muss das Haus oder die Wohnung auf Vordermann getrimmt werden. Doch machen Sie sich keine allzu grossen Sorgen deswegen, denn dieser Stress ist zeitlich begrenzt, nach den Festtagen können wir die Beine wieder hochlagern. Doch was ist, wenn uns der Stress krank macht?

Stress entsteht, wenn wir das Gefühl haben, Dinge nicht mehr positiv steuern und Probleme nicht mehr lösen zu können. Vielfach kommt Stress daher, dass zum gewohnten Alltag, den wir eigentlich gut meistern können, ein zusätzliches Problem wie Arbeitslosigkeit, Stellenwechsel, Krankheit oder eine Scheidung dazukommt. Der Körper stellt in der Stressphase zusätzliche Energiereserven bereit, das Immunsystem rüstet auf, Blutzucker, Wachstumshormone sowie die Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin steigen an. Unser Körper versetzt sich in Alarmbereitschaft. Diese Reaktion des Organismus ist ein sinnvoller Prozess, der den Menschen in die Lage versetzen soll, bei Gefahren besser und schneller reagieren zu können.

Kritisch wird es, wenn nach der Anspannungsphase keine Entspannung folgt. Bei Dauerstress versagt die innere Regulation der Stresshormone, und wir können nicht mehr adäquat auf Belastungen reagieren. Es kommt zu einer Fehlanpassung, die körperliche und seelische Symptome auslöst und sich auch im Verhalten niederschlägt: Verdauungsprobleme, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Gereiztheit, Angst und Vergesslichkeit sind nur einige der typischen Anzeichen. Für den Abendspaziergang sind wir dann bald zu müde, aus dem Feierabendbier oder einem Glas Wein zum Schlafen werden drei oder vier. Eine Abwärtsspirale setzt sich in Gang.

Es erkranken aber nicht alle Menschen gleichartig. Wichtig in solchen Fällen ist, ob wir uns  Handlungsspielraum verschaffen und/oder auf ein gutes soziales Netzwerk abstützen können. Ein solches sollte aber bereits vorher aufgebaut worden sein. Im Notfall ist es dazu meist zu spät. Die Balance zwischen beruflichem und privatem Leben begünstigt den positiven Umgang mit Stress und fördert das Wohlbefinden. Doch das ist meist einfacher gesagt als getan. Personen, die mit solchen Beschwerden in der Apotheke um Rat fragen, kann vorübergehend geholfen werden, doch langfristig hilft nur die Ausschaltung einer der Stressfaktoren. Bei Schlafstörungen ist eine Hilfe besonders heikel, da mit der langfristigen Einnahme von schlaffördernden Medikamenten der Weg in die Abhängigkeit vorgezeichnet ist. Doch ein Leben ohne genügend Schlaf ist nur noch ein halbes Leben.

Darum ist es von grosser Bedeutung, sich bereits frühzeitig um ein soziales Netzwerk im Alltag zu kümmern.

Das meint Ihr Lindenapotheker

Herzlichst!

 

Dr. Andreas Brunner

Was die Welt zusammenhält

Die zentrale Rolle der Gelenke

Ein Gelenk verbindet mindestens zwei Einzelteile und ermöglicht Bewegung. Verschiedene Formen von Gelenken, beispielsweise Scharnier-, Dreh oder Kugelgelenke, bestehen aus ein bis drei Achsen. Die Anzahl der Achsen bestimmt unmittelbar die möglichen Bewegungsrichtungen. Ein Kugelgelenk ist aus drei Achsen aufgebaut: Es lässt sich beugen, strecken, abspreizen, heranziehen und in zwei Richtungen drehen. Das Hüft- und Schultergelenk des Menschen oder die Verbindung vom Autochassis mit dem Rad sind Beispiele von Kugelgelenken. Meistens setzen sich Bewegungen aus dem Zusammenspiel von mehreren Gelenkformen zusammen. Überträgt man dieses Bild auf das System der Welt, könnten die drei Achsen des Kugelgelenks das Individuum, die Politik und die Wirtschaft sein. Werfen wir einen Blick auf die Gelenke der Gesellschaft, die zugleich Verbindungen sind und Bewegung im Sinne von Wandel ermöglichen.

Die Mechanik der Zukunftsfähigkeit
Offensichtlich sind in der heutigen Zeit Bewegungen erkennbar, die einen Verschleiss und eine gewisse Unkoordiniertheit der Weltgelenke erkennen lassen. Wie auch im menschlichen Körper sollte es gelten, diese Gelenke nachhaltig zu unterhalten. Dies gelingt durch das bewusste Einsetzen der Bewegungsfähigkeit des einzelnen Gelenks. 

Im übergreifenden Zusammenspiel entstehen so nachhaltige Triebkräfte, die wir für die Veränderung von "Fehlbelastungen" und die Verhinderung von "Verschleiss" dringend benötigen.

Status, Wissen, Empathie oder Vorschriften
Individuen werden angetrieben, in einem System, mit dem sie verbunden sind, einen gewissen Status zu erlangen. Die Bewegungsfreiheit des Einzelnen ist durch die Gelenksform vorgegeben. Das ist vergleichbar mit vorgegebenen Vorschriften und Regeln. Je nach dem ist das einzelne Gelenk so limitiert, dass nicht alle Bewegungsrichtungen ausgeführt werden können - einen Ellbogen können wir auch nur entweder beugen oder strecken -, dient aber der allgemeinen Funktionalität und Stabilität. Für den Erhalt und die Verbesserung der Gleitfähigkeit der Gelenke gibt es unter anderem die Schmiermittel Wissen und Empathie: Wissen muss bereichsübergreifende Zusammenhänge ermöglichen, weniger individuelle Spezialisierung. Gleichzeitig muss dieses Wissen transparent sein und ein Verständnis im Allgemeinen fördern. Gleiches gilt für Empathie. Nur wenn unser Handeln auf gegenseitigem Verständnis basiert, schaffen wir eine gesellschaftliche Stabilität durch nachhaltige und gelenkschonende Bewegungen. Stabilität verlangt nämlich das Abfedern von lokalen Ungleichmässigkeiten und die damit einhergehende globale Anpassung an die sich verändernden Begebenheiten.

Achtung: nicht regenerierbar!
Die Gelenke des Körpers können sich nur teilweise erneuern. Dasselbe gilt für nicht erneuerbare Ressourcen der Natur. Die Konsequenz daraus bedeutet für beide Systeme, die Verantwortung im Kleinen zu erkennen und damit eine ganzheitliche Nachhaltigkeit zu erreichen.

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Ratgeber

Meniskusriss - meine persönliche Erfahrung

Vom Meniskus haben viele schon gehört, doch was ist das überhaupt und welche Aufgaben hat diese Struktur im Knie? Die meisten Menschen nehmen den Meniskus im Laufe des Lebens nicht bewusst wahr, und doch ist er ein wichtiger Bestandteil im Knie für die Ausführung der täglichen Bewegungen wie Treppensteigen oder In-die-Hocke-Gehen. Dieses aus Bindegewebe und elastischen Knorpeln bestehende Gewebe dient als Puffer für die Kraftübertragung zwischen den Gleitflächen von Ober- und Unterschenkel, Gelenkschmierung und Stabilität des Kniegelenkes. Im Knie befinden sich zwei Menisken, der Innen- und Aussenmeniskus (halbmondförmig).

Diese können durch eine Überbelastung (degenerative Veränderung) oder unfallbedingt, z. B. beim Sport, reissen. Nach der Diagnosestellung durch den Arzt kann der Meniskusriss konservativ behandelt werden oder muss z. B. bei einer grösseren Verletzung operativ (arthroskopische Operation) genäht werden. Mit einer modernen Nähtechnik wird der Meniskus mit einem chirurgischen Faden oder mit speziellen kleinen Stiften fixiert. Ziel ist es, möglichst viel Meniskusmaterial zu erhalten. Nach der oft ambulanten Operation ist die lange Nachbehandlung sehr entscheidend für die vollständige Genesung. In den ersten sechs Wochen gilt strenge Entlastung des Beines mit Krücken und max. 15 kg Belastung, damit die Naht in Ruhe heilen kann. Dabei darf das Knie maximal 90 Grad gebogen werden, was mit einer Kniestütze gewährleistet werden kann. Das Bein sollte zu Beginn oft hochlagert werden, und mit einem Kühlpack kann die Abschwellung gekühlt werden. In dieser ersten Phase der Genesung unterstützt die physiotherapeutische Behandlung mit Lymphdrainage, Mobilisierung des Kniegelenkes bis max. 90 Grad und (14 Tage nach Fadenentfernung und Heilung der Operationswunde) die Narbenmobilisation den Heilungsprozess. 

Monika Wilders, eidg. dipl. Apothekerin, Suhr am Bach

Anschliessend an die sechs Wochen darf das Knie die nächsten zwei Wochen bis max. 120 Grad gebeugt werden; die Belastung des Knies kann gesteigert werden. Jedoch ist das Treppensteigen ohne Krücken und In-die-Hocke-Gehen noch nicht erlaubt. In dieser Phase wird in der Physiotherapie die vollständige Beweglichkeit des Kniegelenkes bis zur Schmerzgrenze trainiert. Erst danach darf man die Krücken auch beim Treppensteigen weglassen und mit dem Stabilitäts-, Gleichgewichts- und Krafttraining langsam beginnen. Die sportliche Aktivität muss langsam aufgebaut werden. Hier gilt das Motto: «Die Schmerzen setzen die Grenzen der Aktivität».

Zu Beginn der Heilungsphase wird das Thromboserisiko durch Blutverdünner (Antikoagulantien wie z. B. Fragmin oder Xarelto) vermindert. Zur Schmerztherapie werden oft nicht-steoridale Entzündungshemmer (wie z. B. Ibuprofen oder Diclofenac, auch abschwellende Wirkung) mit Magenschoner (PPI = Protonenpumpen- Hemmer wie z. B. Pantoprazol) während der ersten drei bis sechs Wochen ärztlich verschrieben. Zum Schluss noch ein wichtiger Tipp: Halten Sie sich an die Anweisungen des Arztes und des Physiotherapeuten, und Sie werden nach spätestens sechs Monaten ohne Beschwerden die volle Belastung des Knies zurückgewinnen.

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Meisterwerk mit Konstruktionsfehlern

Die evolutionäre Entwicklung unseres Körpers

Der menschliche Körper ist ein biologisches Wunderwerk. Wir funktionieren als komplexe Maschine, in der Knochen, Muskeln, Organe und Nerven präzis aufeinander abgestimmt sind, möchte man meinen. Betreiben wir aber Nabelschau, offenbaren sich sonderbare, anatomische Schwachstellen. Unser Körperdesign steckt wahrlich voller Fehlkonstruktionen. Diese sind das Ergebnis unserer Evolution, und die ist nun mal keine Ingenieurin, die Entwicklungen planen und Probleme vorausahnen kann. Sämtliche Entwicklungen sind abhängig von Zufällen und Umweltbedingungen.

Überforderter Kompromiss im Wandel der Welt
Organismen entstehen in der Natur nie von Grund auf neu. Die Evolution arbeitet nach dem Prinzip, dass bereits vorhandene, erprobte Bestandteile verwendet und verändert werden. Der Mensch als Lebewesen ist also ein Konstrukt, das sich ständig aus Kompromissen entwickelt. Wir sind ein in Jahrmillionen gewachsenes Flickwerk, das einerseits anpassungsfähig ist, andererseits viel Zeit dafür benötigt. Genetiker schätzen, dass es im Minimum 50 000 Jahre dauert – das sind 2000 Generationen –, bis sich fundamentale Veränderungen im Erbgut festgesetzt haben. Die Welt wandelt sich für unseren Körper viel zu schnell.

Der Mensch wird noch nicht lange alt genug, um den Körper

überhaupt zu verschleissen. Der 11 000-jährige Urzeitkörper ist für das derzeitige Leben nicht geschaffen. Evolutionäre Vorteile kehren sich um in Nachteile. Der Wahnsinn zeigt sich darin, dass genetische Veränderungen nicht mit dem Entwicklungstempo moderner Zivilisationen Schritt halten können. So leiden wir an unserer eigenen Evolution: an Osteoporose, Hämorrhoiden, Bluthochdruck, Diabetes, Arterienverschluss, schiefen Zähnen, Leistenbrüchen usw. Konzentrieren wir uns an dieser Stelle auf die Gelenke.

Knöchel, Knie, Rückgrat
Vor rund sieben Millionen Jahren bildeten sich in Afrika Savannen und offene Waldlandschaften. Einige Gruppen von vierbeinigen Primaten richteten sich auf. Es entwickelte sich der zweibeinige Gang. Diese effiziente Schrittweise macht den Menschen zu einem der vielseitigsten Läufer im Tierreich. Wir wandern, sprinten, klettern auf Bäume und springen über Gräben. Die Konstruktion von Knöcheln und Knien allerdings ist immer noch auf das Design für den Gang auf vier Beinen angelegt. Das Körpergewicht verteilt sich nicht mehr auf vier, sondern nur mehr auf zwei Beine. Die zierlichen Gelenke werden beim aufrechten Gang zu stark belastet und zu hart beansprucht und sind entsprechend defektanfällig. Verletzungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats sind in der Schweiz denn auch die häufigste Ursache für eine Hospitalisierung. Um ihre Robustheit zu verbessern, könnten sich Gelenke verdicken. Sie würden aber wohl derart massig werden, dass wir uns nur noch behäbig trottend fortbewegen würden. Schnell und weit laufen war allerdings vor 12000 Jahren die Voraussetzung zum Überleben für unsere Spezies. Als Jäger und Sammler folgten sie dem Wild über weite Distanzen.

Rückenschmerzen und Bandscheibenschäden blasen übrigens ins gleiche Horn: Das ganze Oberkörpergewicht lastet bei Zweibeinern auf Lenden und Wirbelsäule. Das Rückgrat übrigens haben wir mit den Fischen gemeinsam. Im Wasser werden die Wirbel kaum belastet, an Land müssen sie der Schwerkraft trotzen. Da aber Rückenschmerzen selten die Fortpflanzung beeinträchtigen, bestand aus evolutionärer Sicht wenig Grund, diese Mängel zu beheben.

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Ist Bewegung Verschleiss?

So funktionieren unsere Gelenke

100 000 Kilometer zu Fuss. Diese Zahl zeigt, dass das Leben Bewegung und Veränderung bedeutet. Mit dem Anstieg der Lebenserwartung und der Mobilität haben sich auch die Krankheitsbilder verändert. Wir werden so alt, dass wir unseren Körper verschleissen können. Sogenannte altersbedingte Beschwerden oder degenerative Erkrankungen treten vermehrt auf. Häufig davon betroffen ist der Bewegungsapparat. Der Bewegungsablauf wird eingeschränkt und die Lebensqualität sinkt. Denn nur wer beweglich bleibt, kann aktiv an unserer mobilen Gesellschaft teilnehmen.

Das Gelenk: Dämpfen und Gleiten
Das Gelenk ist die bewegliche Verbindung von zwei oder mehreren Knochen. Der eine Knochen bildet einen vorgewölbten Gelenkkopf, der andere besitzt eine entsprechende Vertiefung, die sogenannte Gelenkpfanne. Gelenkkopf und Gelenkpfanne passen genau ineinander und werden durch den Gelenkspalt getrennt. Die Knochenenden sind jeweils von Knorpel überzogen. Der Knorpel ist eines der wichtigsten Gewebe im Gelenk. Er erlaubt durch seine glatte, widerstandsfähige Substanz das Gleiten und damit die reibungslose Bewegung. Zugleich wirkt er als Stossdämpfer. Die Knochenhaut setzt sich ohne Unterbrechung über den Gelenkspalt hinweg von Knochen zu Knochen fort. Sie bildet die Wand der luftdichten und straffelastischen Gelenkkapsel. Die Innenwand der Kapsel ist eine Schleimhaut (die Synovialmembran) und sondert die Synovialflüssigkeit ab. Das ist eine zähe, schmierende Flüssigkeit, die sich durch Bewegung im gesamten Gelenkraum verteilt. Diese Gelenkschmiere versorgt ausserdem das Knorpelgewebe mit Nährstoffen und sichert so dessen Elastizität und Widerstandskraft gegenüber Abrieb und Verschleiss.

Die Muskeln auf dem «Gigampfi»
Jedes Gelenk ist von Muskeln überspannt. Die verändern ihre Länge und bewegen dadurch die Knochen, an denen sie befestigt sind. Es gibt für jede Bewegung zwei Gruppen von Muskeln: die Agonisten und die Antagonisten. Die Agonisten lösen die Bewegung aus, indem sie sich aktiv zusammen- und dadurch den Knochen mitziehen. Die Antagonisten geben der Bewegung des Knochens Spielraum, indem sie dem Zug des Agonisten geschmeidig nachgeben und sich verlängern. Welchen Einfluss hat ein solch leichtes Zusammenspiel von Agonist und Antagonist auf das jeweilige Gelenk? 

Stellen Sie sich ein «Gigampfi» vor. Wenn die eine Seite heruntergeht, muss die andere Seite hinaufgehen, sonst kommt keine Bewegung zustande. «Gigampfen» wird möglich, wenn beide Kinder etwa gleich schwer sind und sich jeweils vom Boden abstossen, um sich leichter zu machen. Wenn nun aber die eine Seite am Boden festgehalten und die andere Seite heruntergedrückt wird, entsteht eine Kraft, die voll auf die Aufhängung der Wippe wirkt. Das heisst: Einseitige Bewegungen, falsche Belastung und Verspannungen der Muskeln bewirken exakt diese Kraftübertragung auf die «Gigampfi»-Aufhängung, also das Gelenk. Während der Bewegung werden die Gelenkknorpel zusammengedrückt. Durch diese Belastung entsteht Reibung, die ein Gelenk verschleisst.

Den Verschleiss von Gelenken vorbeugen und aufhalten
Bei etwa jedem zweiten über 35-Jährigen zeigen Gelenke Abnutzungserscheinungen, ab dem 60. Lebensjahr ist beinahe jeder betroffen. Wenn sich die Knorpelmasse im Gelenk verringert und dadurch am Ende quasi Knochen an Knochen reibt, ist das sehr schmerzhaft. Arthrose betrifft häufig die Hände, das Knie oder das Hüftgelenk. Ein genetischer Hintergrund, der sich mit zunehmendem Alter auswirkt, spielt eine Rolle. Aber auch Überbelastungen durch Übergewicht, Fehlstellungen und Verletzungen, die nicht gut ausheilten, schaden den Gelenken hauptsächlich. Den Abbau des Knorpelgewebes können Mediziner zwar nicht stoppen, aber das Voranschreiten der Krankheit verlangsamen. Um dies erreichen zu können, muss der Patient unbedingt aktiv mitmachen: Bewegung, Ernährungsumstellung, physikalische Therapien.

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Knack-Konzert

Wann und warum knacken unsere Gelenke?

Nicht-Knackern fährt es durch Mark und Bein. Leidenschaftlichen Knackern fällt es schon gar nicht mehr auf, das Geräusch, das aus den Gelenken kommt beim Fingerknacken.

Jedes Gelenk unseres Körpers kann knacken. Ab und zu passiert es von alleine, oftmals nach längerer Bewegungslosigkeit. Chiropraktiker mobilisieren durch spezielle Techniken bewusst die Bewegungsfähigkeit ihrer Patienten. 

Das Knacken bedeutet nicht, dass wir alt werden oder das Gelenk kaputt ist. Beim Knackvorgang werden die Fingerknochen auseinandergezogen. Dabei wird auch die zähe Gelenkschmiere an den Gelenkflächen auseinanderbewegt. Durch den vergrösserten Raum entsteht ein Unterdruck, und es bilden sich Gasbläschen, die vorher in der Flüssigkeit gelöst waren. Wenn sie zerplatzen, soll es dieser Theorie nach zum Knackgeräusch kommen. In der Physik nennt man das Kavitation.

Das Knacken hat übrigens keine gelenkschädigenden Auswirkungen, wie sie der Volksmund mit «ungeknackt» erhobenem Zeigefinger prophezeit. Auf das Knacken verzichten sollte man bei Osteoporose und wenn das Knacken schmerzt – sowohl im Gelenk als auch in den Ohren.

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Hüfte und Arm

Etymologische Bedeutung

In der Evolution des Menschen spielen die ungefähr 100 Gelenke im Körper seit Millionen von Jahren eine bemerkenswerte Rolle: In unterschiedlichen Formen und in Zusammenarbeit mit Sehnen, Bändern, Muskeln und Knochen befähigen sie den Körper, sich zu bewegen und zu überleben.

Die Geschichte des Begriffs «Gelenk» allerdings ist knappe 1000 Jahre jung. Aus dem mittelhochdeutschen Wort «gelenke» (Hüftgelenk) verallgemeinerte sich die Bedeutung und wird heute als Kollektivbezeichnung verwendet. Der Begriff für «Hüfte», mhd. lanke, entwickelte sich im Germanischen aus dem Wortstamm für «Biegung» und meinte mitunter «Glied in einer Kette». Ausserhalb des germanischen Sprachraums gibt es keine klare Entsprechung für das Wort «Gelenk».

In der Medizin wird lateinisch articulatio zur Benennung eines Gelenks benutzt. Der sprachliche Ursprung findet sich hier auf der Bedeutungsebene etwas oberhalb der Hüfte, nämlich bei «Schultergelenk, Arm». 

 

Indogermanische und griechische Verbalformen für (zusammen-) «fügen» verweisen darauf, dass «Gelenk, Körperteil bei dem Gelenk» die Grundbedeutung von Arm ist. Das Lateinische führt «armus» als Arm und «artus» als Gelenk.

 Arma als Plural zu armus bezeichnet übrigens eine Waffe, die sinnbildlich als Verlängerung oder als Doppelung des Arms gilt. Obwohl die Begriffe «Gelenk» und «Articulatio» sprachlich nicht ineinander spielen, sei eine kleine Spielerei erlaubt: Einerseits steht das Hüftgelenk als «pars pro toto» für das Gelenk allgemein. Andererseits steht der lateinische Begriff, der ursprünglich zusammenfügen bedeutet und aus dem sich «totum pro parte» = Arm abgeleitet hat. 

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Einladung zum Vortragsabend

Das Knie im Wandel der Therapien

Dr. med. Henning Ott

Dienstag, 7. Juni 2016

mit Dr. med. Henning Ott

Dr. med. Henning Ott ist Facharzt für Orhtopädie und Unfall- und Allgemeinchirurgie, Sport-, Notfall- und Tauchmedizin des Altius Swiss Sportmed Center in Rheinfelden. 

Schwerpunktthemen
Operative Behandlung von Verletzungen des Kniegelenkes, Knoperlchirurgie am Knie- und Sprunggelenk, konservative Behandlung von Verletzungen des Bewegungsapparates

Kurz-Lebenslauf:

  • Studium in Marburg und Bremen
  • Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Dortmund, Herne und Heidelberg
  • Mannschaftsärtzliche Tätigkeit (TSG 1899 Hoffenheim (1. Fussball-Bundesliga), U-19-/U-20-Fussballnationalmannschaft (DFB), Jugendmannschaften Borussia Dortmund und VfL Bochum)
  • Regelmässige Referententätigkeit mit Schwerpunkt Knorpel, Muskel- und Knieverletzungen

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19.00 Eintreffen der Gäste

19.30 Referat Dr. Henning Ott und im Anschluss offene Gesprächsrunde mit Apéro

Veranstaltungsort: Lindenapotheke AG, Dorfstrasse 38, 5040 Schöftland

 

Online-Anmeldung: forum@lindenapo.ch 
Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, werden die Anmeldungen nach Eingang berücksichtigt.


Die Veranstaltung wie auch der anschliessende Apéro werden Ihnen von der Lindenapotheke kostenlos offeriert.