Hören

Alle Personen, die unternehmerisch tätig sind, müssen sich der Dauerherausforderung stellen, was die Zukunft bringt. Sind die Geschäftsmodelle der Gegenwart auch zukunftstauglich? Braucht es die klassische, altehrwürdige Apotheke als Ort des Medikamentenbezugs auch in Zukunft noch? Werden wir von Onlineshops oder Versandapotheken abgelöst? Was wird uns von der Politik vorgegeben? Diese Überlegungen müssen sich nicht nur wir Apothekerinnen und Apotheker machen, sondern sie gehen querbeet durch die Schweizer KMU Landschaft. Überall gilt: «Stillstand ist Rückschritt» und «die Konkurrenz schläft nicht».

Sind wir ehrlich: Von aussen wirken eine Tablette, ein Nasenspray oder ein Schmerzpflaster unscheinbar. Doch hinter dem schlichten Äusseren stecken verblüffende Techniken, raffinierte Methoden und Systeme, die Substanzen genau zum gewünschten Zeitpunkt an den gewünschten Ort im Körper bringen, um dort ihr Werk zu tun. Die Medikamente, die Pharmazeuten in der Industrie entwickeln, werden immer komplexer. Ebenso die medizinischen Therapien, in die sie eingebettet sind. Diese steigende Komplexität bringt bessere Behandlungsmöglichkeiten mit sich, allerdings erfordert sie auch eine enge Betreuung der Patienten. Im stationären Bereich wird deshalb die intensive Zusammenarbeit zwischen Spitalapotheker, Arzt und Patient immer wichtiger.

Gleichzeitig halten Dienstleistungen Einzug in die öffentliche Apotheke. Diese Tendenz wird zunehmend gefördert durch den immer weiter um sich greifenden Mangel an Hausärzten. In den eidgenössischen Räten wird eine Änderung im Heilmittelgesetz beraten, die sich mit der Ausweitung der Abgabemöglichkeiten von bis jetzt rezeptpflichtigen Medikamenten in den Apotheken befasst. Es ist also davon auszugehen, dass Dienstleistungen rund um das Medikament an Bedeutung gewinnen werden. Gefragt sind leicht zugängliche Angebote, die eine hochwertige, schnelle und kostengünstige Betreuung von Akutpatienten und chronisch Kranken garantieren. Bereits heute können in den Lindenapotheken Blutdruckmessungen vorgenommen werden. In nächster Zeit werden Blutzuckermessungen und Cholesterinmessungen angeboten. Zur weiteren Abklärungen werden wir die Kunden dann bei Bedarf an den Arzt weiterleiten. In absehbarer Zeit werden auch Impfungen dazu kommen, je nach Entscheid der kantonalen Behörden. Mit Netcare und Polymedikationscheck stehen weitere Dienstleistungen zur Verfügung, die wir ihnen gerne anbieten.

Anhand dieser Angebote und Möglichkeiten sehen Sie, wie breit unsere Palette auch in Zukunft aufgestellt ist. Bei all diesen Dienstleistungen steht die persönliche Beratung im Mittelpunkt. Kompetente, geschulte und einfühlsame Mitarbeiterinnen sollen sich also auch weiterhin um Sie kümmern. Es gibt Kernbereiche, die bei allen Veränderungen gleich bleiben werden. Das wollen wir in den Lindenapotheken weiter so pflegen. Dafür werde ich einstehen. 

Das meint ihr Lindenapotheker

Herzlichst!

Dr. Andreas Brunner

 

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Hören und verstehen

wenn uns das Ohr im Stich lässt

Geht es Ihnen ähnlich? Mit der wachsenden Anzahl an Lindenblatt-Themen, in die wir – einerseits für Sie als geschätzte Leserschaft, andererseits aus eigener Neugier – uns vergraben und bearbeiten, festigt sich die Gewissheit, dass wir Menschen, unser Körper, unser Empfinden und Erleben, Magie sind. Der österreichische Schriftsteller Franz Grillparzer schrieb vor 200 Jahren: «Umgeben sind wir rings von Zaubereien, doch sind wir selbst die Zauberer. Und in der Welt der offenbaren Wunder sind wir das grösste aller Wunder selber.» Die Angst und das Glück, das Herz und der Schmerz, Sicherheit und Leistung sind alles Stoffe, die in den letzten Lindenblättern beleuchtet wurden. Nun also das Ohr. Eine weitere Zauberei des Wunders Mensch, das – zumindest – eine lebenswichtige Aufgabe erfüllt: es verbindet uns. 

In uns allen besteht ein Bedürfnis nach Zugehörigkeit, nach sozialer Interaktion. Mittel zum Zweck ist eine Kommunikation untereinander, die funktioniert. In der Mehrheit der Fälle geschieht diese verbal. Hören, präziser Zuhören, scheint der Schlüssel zu einer gelungenen Konversation. Wer sich versteht, ist auf einer angenehmen Ebene miteinander verbunden. Spätestens wenn das Gehör nicht mehr einwandfrei arbeitet, begegnen einem Schwierigkeiten. Weil die Mitteilung des Gegenübers nicht vollumfänglich gehört wird, entsteht eine Informationslücke und dadurch eventuell ein Verstehensproblem. Ständig Nachfragen mag man nicht. Das Gegenüber könnte genervt reagieren. 

So kann es im schlimmsten Fall zu einem sozialen Rückzug kommen. Wenn Sie das bei jemanden in Ihrem Bekanntenkreis beobachten, nehmen Sie diese Person an den Ohren!

Hörprobleme können allerhand Ursachen haben. Wichtiger ist aber zu wissen, dass eine Menge Lösungsansätze bereit stehen. Die Hörfähigkeit nimmt mit dem Alter ab. Oftmals verstopft ein Ohrenschmalzpfropfen den Gehörgang. Die Ohren können krank werden. Es werden dabei drei Hauptgruppen von Ohrenkrankheiten unterschieden: Erkrankungen des Gehörgangs, des Mittelohrs und des Innenohrs. An dieser Stelle verweisen wir gerneauf das Lindenforum vom 22. September 2015. Die Lindenapotheke wird mit PD Dr. med. Andreas Schmelzer einen Spezialisten sondergleichen im Bereich Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen willkommen heissen. Sein Referat wird sich exakt mit Erkrankungen des Gehörs beschäftigen. Aufgrund dessen werden Sie im Rahmen der Ihnen vorliegenden Lektüre über Ohrenerkrankungen nichts erfahren. Dieser Themenbereich überlässt die Lindenblatt-Redaktion gerne dem Fachmann. Mehr Informationen zum Lindenforum finden Sie auf der Seite 7. In der Lindenapotheke bieten wir mittlerweile in drei Filialen Hörtests an. Frau Andrea Jegge, Drogistin HF in der Lindenapotheke beim Coop in Entfelden, gibt im Ratgeber einen Einblick in die Möglichkeiten, die wir Ihnen im Bereich Hören anbieten können.

Die Lindenapo wünscht Ihnen einen buntklangfarbigen Übergang vom Sommer in den Herbst. Vergessen Sie nicht, dass wenn Sie gut hinhören, wird immer irgendwo ein Vogel singen.

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Ratgeber

Hörtest - einfach, kostenlos und sicher

Ich freue mich, ab September in der Filiale in Entfelden unserer Kundschaft einen kostenlosen Hörtest anbieten zu können. Wir werden, wie vor uns die Filialen Schöftland im Park und Rupperswil, mit der Schweizer Firma Sonetik zusammen arbeiten. Das Konzept von Sonetik hat sich bewährt: die hausinternen Hörgeräte, die auf Schweizer Spitzentechnologie basieren, sind aktuell die meistverkauften in der Schweiz.

In Verkaufssituationen bemerke ich, dass besonders ältere Menschen, bei denen ein Nachlassen der Gehörfähigkeit völlig normal ist, ihr Leben um einiges angenehmer und aktiver gestalten könnten, würden sie etwas gegen die Schwerhörigkeit tun. Zunehmend werden wichtige Informationen nicht mehr verstanden. Oft erleben wir das auch bei der Medikamentenabgabe. Ich beobachte zusätzlich, dass eine Hemmung besteht, nachzufragen, wenn Gesprächsteile nicht gehört werden. Ich finde es bedauerlich, dass aufgrund reiner Verständigungsprobleme oft eine enorme Einbusse an Lebensqualität hingenommen wird.

Wenn Sie sich für einen Hörtest bei mir anmelden, erwartet Sie folgendes: In nur zehn Minuten wird der Test im privaten Nebenraum in der Apotheke durchgeführt. Sie setzen einen Kopfhörer auf und kriegen «ein Drücki» in die Hand. Ich werde Ihnen verschiedenste Variationen an Tönen vorspielen. Immer wenn Sie den Ton hören, drücken Sie sofort auf den Knopf. Das Testresultat ist hundertprozentig aussagekräftig und verlässlich bezüglich der Frage, ob Sie einen Hörverlust haben. Falls dies der Fall sein sollte, kommen Sie unverzüglich in den Genuss des Sonetik-Konzepts. Dieses funktioniert analog dem Lesebrillen-Prinzip: Sonetik-Hörhilfen sind vorprogrammiert. Sonetik hat die wissenschaftlich erfassten Hörverlust-Daten von über 5000 Personen analysiert, die an leichtem bis mittleren Hörverlust leiden. Dabei stellte sich heraus: Die Hörverluste lassen sich in vier klar unterscheidbare Kategorien einteilen – und in vier klar definierbare Verstärkungseinstellungen. Mit diesen insgesamt 16 Profilen beheben die Sonetik-Hörgeräte 90% aller leichten bis mittleren Hörverluste. Klar ist, dass wir Sie bei schweren Verlusten sofort zu einem HNO-Arzt oder einem Akustiker schicken werden. So wie es die Lindenapotheke bei allen Leiden handhabt, die über ihre Kompetenzen herausgehen.

Andrea Jegge, dipl. Drogistin HF

Sie haben die Möglichkeit, die Sonetik-Hörgeräte kostenlos zu testen. Meine Meinung ist eindeutig: wenn ich dazu beitragen kann, dass Menschen wieder besser hören können, nehme ich mir sehr gerne die Zeit dafür. Oftmals belastet ein Hörverlust nicht nur den Alltag der Betroffenen, sondern auch Angehörige und Freunde. Rufen Sie an oder schreiben Sie ein Email. Wir haben jederzeit ein offenes Ohr für Sie.

 

Übrigens: Haben Sie gewusst, dass wir Ihnen in allen Lindenfilialen beim Batteriewechsel Ihrer Hörhilfe – unabhängig von der Herstellermarke – gerne behilflich sind?

Hörtests sind in folgenden Filialen möglich:

Schöftland im Park
Dorfstrasse 38
5040 Schöftland
062 738 80 00
park-schoeftland@lindenapo.ch

Rupperswil
Mitteldorf 4
5102 Rupperswil
062 897 33 48
rupperswil@lindenapo.ch

Neu ab September 2015 auch:

Lindenapotheke Entfelden
Schinhuetweg 5
5035 Unterentfelden
062 737 46 37
entfelden@lindenapo.ch

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Nun sag einmal,

wie hast du's mit der Stille?

Die Gretchenfrage zur Stille. Manche Antwort wird lauten, dass die Stille gemocht, vielleicht sogar gebraucht wird. Wir verstehen das. Das Geräusch der Aussenwelt gibt es nicht mehr laut oder leise. Die Einstufung geht viel mehr über laut, lauter am lautesten. Vergleichbar ist das mit dem Bild von Fröschen in einem Teich. Die Frösche quaken alle unterschiedlich laut. Für die Weibchen ist klar, dass die lautesten Quäker die besten Paarungspartner sein müssen. Für welchen Frosch macht es Sinn, die Lautstärke seines Stimmorgans zu demonstrieren? Sicher einmal für den Lautesten. Dieser bekommt die besten Froschfräuleins. Der zweitlauteste Frosch wird wohl auch in das Konzert mit einstimmen, schliesslich ist seine Quakstimme alles andere als schwach. Es stellt sich die Frage, bis zu welchem Frosch macht es Sinn, dass dieser in den Konzertwettstreit um Lautstärke einsteigt? Tatsächlich werden alle Frösche im Teich quaken. Nur der Leiseste wird es unterlassen. Jeder Frosch weiss, dass er zwar nicht so lautstark ist, wie die Lautesten, trotzdem kann er sich von dem unmittelbar leiseren Frosch abheben. Diese Gelegenheit wird er auf jeden Fall nutzen. So geht es bis zum zweitleisesten Frosch. Auch für diesen lohnt es sich nicht zu schweigen. Nur dem stimmschwächsten Frosch sei ans Herz gelegt, die Klappe zu halten. Er behält sich dadurch garantiert eine gewisse geheimnisvolle Art vor, die Gerüchten zu Folge in der Damenwelt beliebt ist.

Unsere aktuelle Welt scheint, wie der Froschteich zu funktionieren. Die unheimliche Flut an Informationen will wahrgenommen werden. Akustisch verspricht man sich Erfolg durch das Aufdrehen am Lautstärkeregler.

Ist Stille nichts anderes als die Abwesenheit von Lärm? Gibt es die absolute Stille? In der Nacht ist es still. Und doch macht die Nacht beeindruckende Geräusche: Schnarchen, Mücken, Brunnengeplätscher. Wie lässt sich aber Stille herstellen? Schweigen ist eine Möglichkeit. 

Das Schweigen zwischen zwei Menschen kann heissen, sie verstehen sich wortlos oder sie verstehen sich gar nicht. Manche ertragen das Schweigen nicht. Sie beginnen in die Stille hinein einen Monolog darüber, wie wunderbar still es ist. Am besten aber schweigt man über die Stille. Denn es ist ein immanenter Widerspruch, über die Stille zu reden, sie zu benennen. Und jetzt, über sie zu schreiben.

Wenn Stille schwer auszuhalten ist, sind dann die meisten Variationen dieser negativ? Die angespannte Stille. Die betretene Stille. Die verdächtige Stille. Die feindliche, die bedrohliche, die Totenstille. Es gibt auch «still in sich hineinlächeln». Oder «etwas sagen – still». Eigentlich braucht es keine Worte für die Stille. Sie sollte hergestellt werden. Die Stille gehört einem dann. Das ist irgendwie erleichternd.

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Wir sind ganz Ohr

zu jeder Zeit und an jedem Ort

Das Ohr ist der heimliche Star unter den Sinnesorganen. Es ist mindestens so empfindlich wie das Auge, schläft im Gegensatz dazu aber nie. Vom Standpunkt eines Ingenieurs betrachtet, ist das Ohr ein Wunderwerk. Zudem ist das Hören die Grundlage menschlicher Kommunikation. Dabei lassen wir hier ausser Acht, dass ein Problem in der Kommunikation ist, dass wir selten zuhören, um zu verstehen. Wir hören zu, um zu antworten.

Unsere Sinne sind vielfältig. Und unsere Sinne machen Sinn. Die Fähigkeit zur sinnlichen Wahrnehmung beruht verwunderlicherweise auf wenigen Prinzipien: Sinnesrezeptoren verwandeln physikalische oder chemische Reize in elektrische Entladungsmuster der Nerven. Das Hirn darf sich abschliessend einen Reim darauf machen. Der Gehörsinn funktioniert in einfacher Weise vorgestellt folgendermassen:

Auf beiden Seiten des Kopfs befinden sich knorpelige Trichter. Aus dem hineinwandernden Schall werden Geräusche, Sprache und Musik. Hören ist eine sensorische Wertschöpfungskette. Es beginnt mit simpler Mechanik: Schallwellen bringen das Trommelfell und die wenige Milligramm schweren Gehörknöchelchen im Mittelohr zum Schwingen. Das Mittelohr wirkt wie ein akustischer Verstärker. Es steigert den Schwingungsdruck zwanzigfach. So wird dieser auf das Innenohr übertragen und kommt bei der Gehörschnecke an, dem eigentlichen Hörorgan. Die Gehörschnecke ist mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt. Bei einer Druckübertragung durchwandern winzige Wellen die Windungen der Schnecke. So werden die dort verteilten Sinneszellen erregt.

Bemerkenswert ist, dass jede Schallfrequenz eine charakteristische Welle erzeugt, die nur ganz bestimmte Rezeptoren reizt. In den Erregungsmustern, die der Hörnerv aus der Gehörschnecke ans Gehirn überträgt, ist dadurch die Frequenz präzise codiert. Die Genauigkeit ist verblüffend. 

Wir können in einem Frequenzbereich von 1000 Hertz – einer typischen Tonhöhe beim Sprechen – Unterschiede von 3 Hertz wahrnehmen. Das Gehör lässt sich sogar schärfen, was die neuronale Interpretation der Hörsignale betrifft. Bei Musikern vergrössern sich durch langjähriges Üben die für das Hören zuständigen Bereiche in der Hirnrinde. Der ins Ohr einwandernde Schall hinterlässt offenbar bleibende Spuren im Kopf.

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Unerhört

Wer hört was und wie?

Sind Sie taub?
Der Hörgerätemarkt boomt! In Europa haben etwa 10% der Bevölkerung ein eingeschränktes Hörvermögen. Von den in der Schweiz lebenden Schwerhörigen (laut Statistik also ca. 800‘000 Menschen) trägt bloss jeder Fünfte ein Hörgerät. Das sind ungefähr 160‘000 Menschen, die von der hervorragenden Entwicklungen in der Akustik-Branche profitieren. Diese Zahlen sagen allerhand über das Marktpotenzial für Hörhilfen aus. Natürlich haben das schlaue Unternehmer bemerkt. Haben Sie sich schon bewusst geachtet, wie viele Fachgeschäfte für Hörgeräte in letzter Zeit ihre Pforten geöffnet haben?

Babys und Buschleute
Wir werden ständig von Geräuschen überflutet, selbst an Orten, die wir als still bezeichnen würden, wie in einer Bibliothek oder in einem Wald. Unsere Ohren nehmen all diese Geräusche auf, aber unser Gehirn blockiert die Wahrnehmung der meisten von ihnen, dass wir uns auf die wichtigen konzentrieren können – das Gespräch, die Vorlesung, das Radioprogramm und darauf, ob das Baby vielleicht gerade schreit. Forschungen haben gezeigt, dass Babys Dinge hören, die Erwachsene nicht wahrnehmen können. Ihr Gehör ist so scharf, dass sie sogar die feinen Echos wahrnehmen, die nach den meisten Klängen entstehen. Wir lernen jedoch schon früh, die Wahrnehmung dieser verwirrenden Geräusche zu unterdrücken. Interessanterweise bewahren sich die afrikanischen Buschleute diese Fähigkeit, vielleicht weil sie in der sehr stillen Umwelt der Wüste leben. Babys erkennen auch Musik sowie die melodischen Eigenschaften von Stimmen wieder, die sie vor ihrer Geburt im Mutterleib gehört haben.

Von der Schwelle zum Schmerz oder lauter ist nicht immer besser
Die sogenannte «Hörfläche» wird definiert durch bestimmte Dezibel- und Hertzzahlen. Dezibel ist die Einheit des Schalldruckpegels. Frequenzen werden in Hertz gemessen. Das menschliche Ohr nimmt akustische Ereignisse bis zur Schmerzgrenze von 130 Dezibel wahr. Die Hörschwelle liegt zwischen der tiefsten hörbaren Frequenz von 20 Hertz und der höchsten, die je nach Alter bis maximal 20 Kilohertz beträgt. Die höchste Wahrnehmungsempfindlichkeit liegt bei 4 Kilohertz. Jenseits dessen lässt diese Empfindlichkeit in beide Richtungen nach. Der Frequenzbereich der menschlichen Stimme liegt zwischen 80 Hertz und 12 Kilohertz.

Der Mensch kann bis zu 20 Signale pro Sekunde als einzelne Ereignisse wahrnehmen. Danach verschwimmen diese zu 

einem einzigen Ton, der die tiefste hörbare Frequenz darstellt. Bei der Unterscheidung von zwei kurz aufeinanderfolgenden Signalen hat der Hörsinn Vorteile gegenüber dem Sehsinn. Der Grund dafür ist ein chemischer. Das Ohr muss bei seiner Arbeit keine chemischen Substanzen (konkret Rhodopsin, ein Sehpigment) zerlegen und wieder zusammensetzen.

Der Tag des Hörens
Erstes Anzeichen eines Hörverlusts ist oft ein Verstehverlust. Man hört also eigentlich noch gut, versteht aber nicht mehr alles. Der «Tag des Hörens» am 13. Mai macht auf die Wichtigkeit des Hörsinnes aufmerksam. Sind Sie bereits sensibilisiert dafür, dass Sie Ihren Hörsinn optimieren? In den Lindenapo-Filialen Schöftland im Park, Rupperswil und Entfelden beim Coop bieten wir einen Hörtest an. Reservieren Sie sich einen Termin in den entsprechenden Filialen.

Blumenkohl und Badeotitis
Im Sport spielen die Ohren zum Teil auch erwähnenswerte Rollen: Die Ohren von Ringern heissen ganz gesund Blumenkohlohren. Der Grund ist, dass sie in etwa so aussehen. Blutergüsse der Ohrmuschel, im Kampf passiert, führen zu dieser Verformung am Aussenohr. Badeotitis meint eine akute Ohrenentzündung durch Wasser und Bakterien, eine typische Sommererscheinung, auch Schwimmerohr genannt. Bei Tauchern tritt sie ebenso auf. Sie betrifft das Aussenohr und tut höllisch weh. Dagegen helfen Tropfen, die desinfizieren, pflegen und ein saures Milieu im Ohr provozieren. Wir stellen diese Ohrentropfen gern individuell für Sie her.

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Ein Seitenblick

 

auf die evolutionären Ohren

Säugetiere
Dazu zählen die Menschen. Das Hörorgan von Säugetieren besteht aus den Ohren. Gemeint sind einerseits die beiden aus elastischem Knorpel und Haut gebildeten Ohrmuscheln, die rechts und links am Schädel platziert sind, andererseits ist mit Ohren das Trio Aussenohr, Mittelohr und Innenohr gemeint. Das Hörorgan hat eine hohe spektrale Auflösung. Das Lob dafür gebührt den Sinneszellen in der Gehörschnecke, die sensibel für viele verschiedene Frequenzen des Schalls sind. Ein solches Gehör ist bereits bei frühen Wirbeltieren vorhanden. Entstanden sind sowohl das Gleichgewichtsorgan als auch das Hörorgan aus dem Seitenlinienorgan der Fische. Im Laufe der Evolution entstanden die Gehörknöchelchen, die ursprünglich Teile des primären Kiefers waren. Konkret heisst das, dass der Steigbügel bereits bei den Amphibien vorkommt, Hammer und Amboss finden sich ausschliesslich bei Säugetieren.

Sonstige WirbeltiereFische haben weder eine Gehörschnecke noch ein Trommelfell. Wasservibrationen werden auf das Skelett des Fisches übertragen. Weiter geht es über sogenannte Gehörsteinchen, die sich im Innenohr befinden. Die Vibration bewegt diese Steinchen. Diese wiederum regen Sinneshärchen an. Bei Landwirbeltieren wie Amphibien, Reptilien und Vögeln läuft die Schallübertragung in einem Grossteil der Fälle via Trommelfell und Gehörknöchelchen in das Innenohr. Im Vergleich zu den Säugetieren ist dieses kürzer und nicht in einer Gehörschnecke aufgerollt.

Insekten
Alle Insekten, die auf eine Art Laute zur Kommunikation erzeugen, besitzen ein Hörorgan. Dabei unterscheiden sich diese im Aufbau: Lang- und Kurzfühlerschrecken und Zikaden können sogar Ultraschall wahrnehmen, der von Fledermäusen zur Ortung der Beute ausgesandt wird. Oftmals geschieht das «Hören» über Körperhaare, die durch Schallwellen angeregt zu schwingen beginnen. Durch Resonanz und unterschiedliche Steifigkeit und Länge der Haare können diese Schwingungen verstärkt werden. Spezifische Schallfrequenzen können so wahrgenommen werden. Raupen haben beispielsweise Haare entwickelt, die auf die Anwesenheit von Fressfeinden reagieren und die Raupen informieren. Stechmücken haben Haare auf den Fühlern, die speziell auf das Fluggeräusch von Weibchen spezifiziert sind. So werden potentielle Geschlechtspartner «erkannt». Unglaublich ausgetüftelt ist bei einigen Insekten das «Hören mit den Beinen». Das sogenannte Tympanalorgan funktioniert durch Trommelfelle, die luftgefüllte Kammern an den Beinen der Insekten bedecken. Die Trommelfelle werden durch Schallwellen zur Schwingung angeregt. Diese werden durch Rezeptoren in elektrische Signale umgewandelt und werden so dem Gehirn übermittelt.

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Durch zuhören

lernen wir mehr als durch reden.

In einem vereinfachten Kommunikationsmodell gehen wir von einem Sender oder Sprecher aus, von einer Nachricht, die codiert wird und von einem Empfänger oder Hörer. Die Rollen sind in diesem Modell klar verteilt. Der Sprecher ist aktiv. Der Hörer ist passiv. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass diese Kategorisierung so der Wirklichkeit nicht standhalten kann. Wenn der Hörer über einen längeren Zeitraum nichts anderes tun würde, als nur zuzuhören, würde dies zu einer grossen Verunsicherung des Sprechers führen und unter Umständen sogar den Abbruch der Kommunikation zur Folge haben.

Miteinander reden ist schwierig. Wir haben Mühe, das zu sagen, was wir meinen. Und leider bleibt es meistens beim miteinander reden und kommt nicht zum aufeinander hören. Das Hören wird vernachlässigt. Es gibt einen Unterschied zwischen Hören, Hinhören und Zuhören. Hören ohne Hinhören heisst, mit sich selber beschäftigt sein. Die Rolle des Hörers wird nur akzeptiert, um möglichst rasch selber die Sprecherposition einzunehmen. Die Aufmerksamkeit gilt nicht dem Gesprächsinhalt, sondern den eigenen Gedanken und der Gelegenheit, zu Wort zu kommen. Hinhören ohne Zuhören heisst, aufzunehmen was gesagt wird. Einzig fehlt die Bemühung herauszufinden, was die andere Person meint oder sagen will. Der Sprechende meint fälschlicherweise, ihm würde zugehört. Der Hinhörer ist gefühlsmässig unbeteiligt, distanziert und abwartend.

Zuhören bedeutet, sich in den Gesprächspartner hineinzuversetzen. 

 

Die volle Aufmerksamkeit gilt nicht nur dem Inhalt, sondern auch den Zwischentönen. Durch Haltung und Reaktion wird mitgeteilt, dass es nichts Wichtigeres gibt als der momentan Sprechende.

Die vermeintlich passive Zuhörerrolle verwandelt sich durch echtes Interesse und anteilnehmender Neugier in eine sehr aktive. Man sollte versuchen, sich in den Gesprächspartner einzufühlen und beim Gespräch mitzudenken. Der redenden Person wird die volle Aufmerksamkeit geschenkt. Es ist nicht übertrieben, wenn von der allerhöchsten Kunst des guten Zuhörens und treffend Antwortens die Rede ist, die man im Gespräch teilen kann. Das hat nicht nur mit Respekt und Akzeptanz dem Gegenüber zu tun, sondern eröffnet einem die Gelegenheit den eigenen Tellerrand zu bezwingen. Wenn ich nota bene nur darauf warte, bis ich selber zu Wort komme, drehe ich mich immer nur um das, was ich schon weiss. Höre ich aber zu, eröffnen sich mir neue Ideen und Konzepte, die mich weiter bringen. Oder eben: Durch Zuhören lerne ich mehr als durch Reden.

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Einladung zum Vortragsabend

Das kranke Ohr

PD Dr. med. Andreas Schmelzer

Dienstag, 22. September 2015

mit PD Dr. med. Andreas Schmelzer

Die Otorhinolaryngologie (die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde) befasst sich mit der Aufklärung und Behandlung von Erkrankungen wichtiger Kopf- Hals- und Sinnesorgane. Die Funktion des Ohres ist für unsere Kommunikation unabdingbar. Dazu gehören auch Stimm- und Sprachfunktionen. Das Ohr ist zudem Sitz des Gleichgewichtssystems, das für die Körperkontrolle wichtig ist. Stellen sich krankhafte Veränderungen des Aussen-, Mittel- oder Innenohrs ein, wird ein ausgeklügeltes Mini-System gestört. Der Vortrag behandelt den Aufbau dieses Systems «Ohr» und diskutiert die häufigsten otologischen Erkrankungen wie Schwerhörigkeit, entzündliche Erkrankungen der Ohren, aber auch Schwindel.

Andreas Schmelzer
1980 begann Andreas Schmelzer mit dem Medizinstudium an der Uni Tübingen. Sechs Jahre später promovierte er als Dr. med. Im Jahr 1998 habilitierte er als Privatdozent an der Uni in Bochum. Seit 2002 ist er Facharzt im Hals-Nasen-Ohren-Zentrum der Hirslandenklinik in Aarau mit Schwerpunkt auf der Hals- und Gesichtschirurgie.

19.00 Eintreffen der Gäste

19.30 Referat PD Dr. med. Andres Schmelzer und im Anschluss offene Gesprächsrunde mit Apéro

Veranstaltungsort: Lindenapotheke AG, Dorfstrasse 38, 5040 Schöftland

 

Online-Anmeldung: forum@lindenapo.ch 
Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, werden die Anmeldungen nach Eingang berücksichtigt.


Die Veranstaltung wie auch der anschliessende Apéro werden Ihnen von der Lindenapotheke kostenlos offeriert.

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