Sehen

Nicht nur seit der hinterhältigen Attacke auf einige Karikaturisten der Satirezeitung "Charlie Hebdo" liegt die Frage in der Luft, ob es Freiheit ohne Verantwortung geben kann. Darf oder soll man alles machen, zu was der Mensch fähig ist oder gibt es dazu Grenzen, zum Beispiel Anstand oder Respekt vor Andersdenkenden oder Interessen des Gesamtwohls. Die Strassburger Richter zum Beispiel stufen die Medienfreiheit höher ein als den Schutz der Privatspäre, die legal mit versteckten Kameras ausspioniert werden darf und somit schweizerisches Recht aushebelten.

Solche Gedanken sind angebracht, als die Nachricht bekannt wurde, dass in Berlin ein 18 Monate altes Kind an Masern gestorben sei. Es geht in diesem Falle also darum, ob bei gewissen Krankheiten ein Impfzwang im Interesse des Gesamtwohls einer Population durchgesetzt werden kann oder ob die Freiheit Einzelner zur Nichtimpfung Vorrang haben soll. Voraussetzung muss natürlich die Unbedenklichkeit des Impfstoffs sein. Wenn wir daran denken, wieviele Krankheiten durch Impfung verschwunden sind oder doch ihren Schrecken verloren haben: Tuberkulose, Pocken, Kinderlähmung, Tollwut, Keuchhusten und andere. Ich weiss nicht, ob Masern oder Röteln in der Bevölkerung wegen ihres normalerweise nicht letalen Verlaufs nicht ernst genug genommen werden, um sich dagegen zu impfen.

Dabei haben wir es in Berlin mit einer Epidemie zutun, die in den letzten Wochen 600 Menschen erfasst hat, laut Behörden einen der schlimmsten Ausbrüche der vergangenen Jahre. Grund für den Ausbruch soll laut Behörden die Haltung vieler impfkritischer Eltern sein, die ihre Kinder bewusst nicht impfen lassen. Laut WHO reicht eine Durchimpfung von 95% der Bevölkerung, um einen Schutz der gesamten Bevölkerung zu erreichen. In der Fachsprache wird das "Herdenschutz" genannt. 100% Durchimpfung werden nie erreicht, denn es gibt entweder zu junge Leute oder chronisch kranke Menschen, die nicht geimpft werden können. Sollte es nach der Weltgesundheitsorganisation WHO und des Bundesamtes für Gesundheit BAG gehen, sollte dies im Jahre 2015 erreicht werden. Doch die jetzt erreichten Werte reichen noch nicht aus, um Entwarnung geben zu können.

Die kritische Haltung speziell bei der Masernimpfung beruht auf einer englischen Studie von 1998. Dabei entdeckte der Chirurg Wakefield bei 12 Kindern, die mit der Dreifachimpfung Masern - Mumpf- Röteln behandelt wurden, eine Darmschädigung durch Keime, die Autismus hervorgerufen haben sollen. 2010 wurde der Bericht von der britischen Ärztekammer aber zurückgezogen, weil Wakefield die Resultate unehrlich und unkorrekt dargestellt haben soll. So sollen 5 Kinder bereits vorher an Autismus gelitten haben. Diese Studie liess aber die Impfraten in England und in den USA stark zurückgehen. So wurde die USA 2000 für Masernfrei erklärt, erlebt jetzt aber in Kalifornien wieder ein Aufflackern der Krankheitsfälle, die auf Impfmüdigkeit zurückgeführt wird.

Schweizer Behörden setzen auf Aufklärung. Der geplante Einbezug der Apotheken in die Impfprogramme soll dazu helfen. Wir werden das gerne übernehmen, sobald die kantonalen Behörden das Okay dazu geben. Wir sind bereit, einzelne Personen haben die nötigen Kurse besucht.

Was den Impfzwang betrifft, so kann dieser aus obengenannten Gründen nicht durchgesetzt werden. Aber die Verantwortung jedes Einzelnen sollte soweit gehen, dass im Interesse der Gesundheit der Gesamtbevölkerung die Freiheit zum "Nichtimpfen" keine Freiheit ist, sondern gefährlicher Egoismus.

Das meint ihr Lindenapotheker
Herzlichst!

Dr. Andreas Brunner

 

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Evolution des Sehens

Für eine Menge niederer Tiere findet die gesamte optische Wahrnehmung in der Netzhaut statt. Dafür ist sie mit speziellen Fähigkeiten ausgerüstet: Frösche können Beute nur sehen, wenn sich diese bewegt. Ihre Ganglienzellen sind bewegungsempfindlich. Frösche würden in einem Feld toter Fliegen den Hungertod sterben.

Die höheren Säugetiere und insbesondere der Mensch blieben auf der Stufe Netzhaut bei der relativ einfachen Hell-Dunkel-Bildverarbeitung stehen. Die visuelle Hauptarbeit geschieht im Hirn. Mit unserem lernfähigen Sehsystem können wir schliesslich auch Dinge wahrnehmen, die nicht zum Repertoire des angeborenen Wissens gehören.

Als sich der Mensch vom Sammler zum Jäger entwickelte, musste auch das Auge "umdenken". Die Beute musste ins Auge gefasst werden, das heisst die Distanz zu dieser musste exakt geschätzt werden. Das ist nur möglich, wenn das Ziel mit beiden Augen anvisiert wird. Das Auswerten solch binokularer Informationen stellt besonders hohe Ansprüche an das Hirn. Durch die Wanderung der Augen von der Seite nach vorn entwickelte sich eine mächtige Grosshirnrinde. Der Werdegang zum"denkenden Seher" war programmiert.

Der binokulare Sehsinn hat sich bei den Primaten besonders stark entwickelt. Dies steht im Zusammenhang damit, dass unsere Vorfahren auf den Bäumen gelebt haben. Vor jedem Sprung musste die Distanz zum nächsten Ast geschätzt werden. Ein Affe, der das nicht konnte, hat seine Gene kaum weitergegeben. Dieser Verlust des Rundblicks, so Fachleute, habe die Primaten zu sozialen Wesen gemacht. Ein gegenseitiges Füreinanderschauen wurde dadurch lebenswichtig.

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Sehen ist nicht gleich Wahrnehmen

Der Duden gibt als Synonym für "sehen" unter anderem auch "wahrnehmen" an. Klar ist, dass der Begriff "sehen" den sensorisch visuellen Vorgang von Informationsgewinnung meint. Der Begriff "wahrnehmen" ist ungleich weiter geöffnet bezüglich der Art und Weise der Informationsgewinnung durch die Sinnesorgane. Wahrnehmung funktioniert, in dem Informationen über die Sinnesorgane Augen, Ohren, Haut, Zunge, Nase, Gleichgewichtsorgan aufgenommen werden. Diese Informationen stammen von Umweltreizen und/oder aus Reizen aus dem Körperinnern. Die Reize werdenim Organismus verarbeitet. Die eigentliche Wahrnehmung ist aber nicht nur dieser Prozess, sondern auch das Ergebnis dieses Prozesses.

Die Wahrnehmung spielt eine entscheidende Rolle, ohne sie wären Erleben und Verhalten, ja menschliches Leben überhaupt, nicht möglich. Um der Wirklichkeit begegnen und sich mit ihr auseinander setzen zu können, muss sie der Mensch wahrnehmen können. Informationen über unsere Umwelt und über uns selbst erhalten wir über die oben aufgezählten Sinnesorgane und über den Temperatur- und Schmerzsinn. Sie können jeweils nur mit einer bestimmten Art von Reiz etwas anfangen. Eine Landschaft zum Beispiel kann nur über das Auge und Musik nur über das Ohr wahrgenommen werden. Beim Sehen treffen Lichtwellen als physikalischer Reiz auf die Netzhaut des Auges, den sogenannten Rezeptor. Diese Sinnesorganeinwirkung löst in uns eine bestimmte Empfindung aus. Wenn wir also auf einem Bild verschiedene Farben sehen, so ist uns nicht bewusst, dass es sich dabei um elektromagnetische Wellen handelt; das Bild mit seinen Farben kann in uns ein Erleben hervorrufen, das mit diesen physikalischen Reizen nichts zu tun hat. Wir nehmen längst nicht alle Reize wahr, die auf unser System einwirken. Beim Sehsinn ist die sogenannte absolute Schwelle - also die Stärke des Reizes, die gegeben sein muss, damit eine Wahrnehmung stattfindet - ein Kerzenlicht in klarer dunkler Nacht in ca. 45 km Entfernung. Das ist eine beeindruckende Distanz. Wir sind einer riesigen Anzahl an Reizen ausgesetzt. Chancenlos, diese alle gleichzeitig wahrzunehmen, treffen wir zu jedem Zeitpunkt eine Auswahl. Schauen wir von dem oberen Stockwerk eines Hochhauses auf die Strasse herunter, so können wir all die Dinge, die wir sehen, nicht gleichzeitig wahrnehmen, sondern lediglich nacheinander. Dabei ist die Auswahl von Reizen, die wir treffen, nicht zufällig.

Es werden interessante, hervorstechende und persönlich wichtige Reize ausgewählt - Reize, die unsere Aufmerksamkeit erregen. Oftmals ist diese Auswahl diffizil. Man sehe sich nur um: Unsere ganze Umwelt mutiert zum Werbeträger, ohne Werbung, PR (Public Relation), Imagepflege und Produktedesign läuft in der Wirtschaft überhaupt nichts mehr. Wo wir stehen und gehen, stossen wir auf Dinge, deren einziger Sinn und Zweck es ist, uns am Ärmel zu zupfen und zu sagen: schau her!

Was für uns Wahrnehmende als wahr zu nehmen ist, scheint schwierig. Wahrnehmung darf nicht mit Wahrheit verwechselt werden. Wir beobachten uns selber inmitten der Reizüberflutung unserer Sinnesorgane, wie wir meist ebenfalls nach nichts anderem heischen als nach der Aufmerksamkeit der anderen. Unsere Aufmerksamkeit einfach herschenken wollen wir nicht. Attraktiver scheint ein Tauschgeschäft. Die Wahrnehmung von Umwelt und Körperreizen ist also nicht die Wahrheit über die Welt, aber unsere Realität. Deshalb sollten wir uns gut überlegen, wem und was wir unsere Wahrnehmung in Form unserer Aufmerksamkeit schenken. Denn dadurch entsteht in und um uns unsere erlebte Realität. Hüten Sie sich davor, alles wahrzunehmen,was sie erblicken. Paul Gaugin, dessen Werk aktuell in der Fondation Beyeler in Riehen ausgestellt wird, konstatierte: "Wer sehen will, muss die Augen schliessen."

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Chronobiologie

 

unsere innere Uhr

Von den Augen gehen feine Nervenfasern aus, die sich oberhalb der Stelle bündeln, an der sich die beiden Sehnerven kreuzen. Dieses Neuronenbündel hinter den Augen heisst suprachiasmatischer Nucleus. Dieser kommt ins Spiel, wenn sich unser innerer Rhythmus mit dem 24-Stunden-Rhythmus der Erdrotation synchronisiert. Körperfunktionen wie das Erwachen und Schlafen werden an den Hell-Dunkel-Wechsel angepasst. Der einzige äussere Einfluss auf den Gang der inneren Uhr hat das Licht. Das Auge verbindet die Uhr mit der Aussenwelt.

Bei der Netzhaut liegt die Eingangspforte des gesamten Systems. Die Lichtrezeptoren über der Netzhaut registrieren wie hell oder dunkel es draussen ist. Über chemische Botenstoffe und Nervensignale wird den Billionen Uhren in den Körperzellen mitgeteilt, welche Stunde es geschlagen hat. Wenn es draussen dunkel wird, signalisiert der suprachiasmatische Nucleus der Zirbeldrüse Melatonin auszuschütten. Als "Hormon der Dunkelheit" lockt Melatonin uns in den Schlaf. Ist es draussen hell, unterbleibt eine Ausschüttung. Daher schläft der Mensch gewöhnlich nachts und ist tagsüber wach. Morgens wird der Gang der inneren Uhr beschleunigt, nachmittags und abends verlangsamt.

Neben dem Schlaf variieren auch die Konzentrationsfähigkeit, die Hormonproduktion und selbst die Schmerzempfindlichkeit im ungefähren Tagestakt.

In einem Experiment ohne Tageslicht pendelte sich die Aktivität auf einen 25-Stunden-Rhythmus ein. Neugeborene haben einen drei- bis vierstündigen Rhythmus. Ihre innere Uhr muss erst reifen. Die Fähigkeit unseres Organismus, Zeit zu messen, zählt zu den erstaunlichsten Erfindungen der Evolution. Der Körper weiss gar nichts von Sekunden, Minuten oder Stunden - all diesen von Menschen gemachten Einstellungen der Zeit.

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Ratgeber

Trockene Augen - was kann ich tun?

 

Es fühlt sich meist an, als hätte man Sand im Auge und äussert sich zudem in Rötung, Brennen oder Juckreiz. Dies alles sind Symptome für ein trockenes Auge. Sind die Augen zu trocken, kann sich dies paradoxerweise auch in Augentränen äussern, da das Auge mit erhöhter Tränenproduktion versucht entgegenzuwirken. Lesen Sie in diesem Artikel, wie das Auge durch seine spezifischen Eigenschaften versucht die Trockenheit zu verhindern, welche Ursachen zu den zuvor genannten Symptomen führen und wie sie diese behandeln können.

Die Trockenheit der Augen versucht der menschliche Körper über einen Tränenfilm auf dem Auge zu verhindern. Der Tränenfilm besteht aus einer äusseren Lipidschicht, einer mittleren, wässrigen Schicht und einer inneren Schleimschicht. So kann sich das Auge vor Fremdkörpern wie Staub schützen, die Hornhaut auf der Augenoberfläche befeuchten und eine Gleitschicht für das Augenlid bilden.

Verschiedene Ursachen können zu trockenen Augenführen. Entweder ist ein Tränenflüssigkeitsmangel oder eine veränderte Zusammensetzung des oben beschriebenen Tränenfilms der Auslöser für trockene Augen. Gründe dafür können Heizungsluft, Klimaanlagen, Zugluft, Zigarettenrauch oder gewisse Medikamente (z.B. Aknetherapeutika) sein. Auch langes Arbeiten an Bildschirmen kann zu trockenen Augen führen, da seltener geblinzelt wird. Haben Kontaktlinsenträger trockene Augen, kann dies zur Unverträglichkeit der Linsen führen.

Treten erst einmal trockene Augen auf, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Symptome zu behandeln. In erster Linie werden befeuchtende Augentropfen- sogenannte künstliche Tränen - eingesetzt, um das Auge zu befeuchten und für einen ausreichenden Tränenfilm zu sorgen. Diese gibt es, je nach Patientenbedürfnis, in verschiedenen Viskositäten (Mass für die Zähflüssigkeit) und Zusammensetzungen. Die Tropfen werden bei etwas zurück geneigtem Kopf, nach oben gerichtetem Blick und leicht heruntergezogenem Lid, in den Bindehautsack fallen gelassen. Bei Anwendungsproblemen von Augentropfen stehen Applikationshilfen zur Verfügung.

Die Augentropfen können durch Augensalben ergänzt werden. Sie haben insbesondere die Aufgabe die Lipidschicht des Tränenfilms zu erhalten, welche die Verdunstung reduziert. Bei Anwendung der Salbe wird ein kurzer Salbenstrang in den Bindehautsack fallen gelassen, wobei die Tubenspitze aus hygienischen Gründen das Auge nicht berühren sollte. Anschliessend kann die Sicht kurzfristig getrübt sein, weshalb Salben oftmals vor dem Schlafen angewandt werden.

Seit kurzer Zeit sind auch Augensprays erhältlich. Sie werden nicht in das Auge sondern auf das Augenlid gesprüht und haben ähnliche Aufgaben wie die Augensalben.

Eine gute Lidrandpflege unterstützt die Behandlung mit Augentropfen ausgezeichnet. Für diese Pflege eignen sich vor allem Lidreinigungstücher. Mit deren Hilfe kann eingetrockneter Talg, welcher die Ausgänge der Talgdrüsen verstopft und damit die Bildung der Lipidschicht verhindert, entfernt werden.

Zusätzlich zu den medikamentösen Massnahmen, können auch einige Veränderungen im Alltag zur Linderung beitragen. Es sollte für eine ausreichend feuchte Luft im Zimmer gesorgt werden, mit Hilfe von Luftbefeuchtern oder Zimmerpflanzen. Bei der Computerarbeit ist es vorteilhaft, regelmässig Pausen einzulegen und bewusst öfter zu blinzeln. Auch Tabakrauch, sowie Zugluft von Klimaanlagen sind zu vermeiden. Zudem sollte die Lüftung im Auto nicht direkt auf das Gesicht gerichtet werden. Darüber hinaus können Frauen ein reizarmes Augenmakeup wählen, um die Beschwerden nicht zu verstärken.

Sollten Sie über trockene Augen klagen, berät Sie unser Lindenapothekenteam gerne, damit Sie schnellst möglich wieder beschwerdefrei sehen können.

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Wir sehen mit der Grosshirnrinde

Gigantisch weit entfernte Sterne? Eine Ameise auf der Hand?10'000 Farbtöne? Selbstverständlich!

Die kleinste Lichteinheit genügt, um im Auge eine Reaktion auszulösen. Das Sehsystem ist der umfassendste und komplizierteste Teil des Gehirns. Rund ein Viertel des gesamten Gehirns ist in irgendeiner Form in die Verarbeitung visueller Information involviert. Begleiten wir ein optisches Signal auf dem Weg von aussen nach innen.

Die Augenlinse sammelt die auftreffenden Lichtpunkte und wirft sie als Bild auf die Netzhaut. Dort sitzen als Sinneszellen pro Auge 120 Millionen Stäbchen. Sie sind enorm lichtempfindlich und reagieren vorallem auf Hell-Dunkel-Signale. Daneben gibt es als Lichtempfänger sechs Millionen Zapfen. Sie sind unterschiedlich sensibel auf rotes, grünes oder blaues Licht. In den Stäbchen und Zapfen wandeln Pigmente die Lichtteilchen auf chemischem Weg in elektrische Signale um. Ausserdem sitzen in der Netzhaut die retinalen Ganglienzellen. Das sind Nervenzellen, deren Fortsätze als "Sehnerven", die elektrisch verschlüsselten Signale ins Hirn leiten. 

Die Netzhaut ist bereits ein Teil des Gehirns. In der embryonalen Entwicklung entsteht sie aus einer Ausstülpung des Gehirns. Das rezeptive Feld umfasst alle Sinneszellen auf der Netzhaut. Hier wird eine erste Selektion vorgenommen: Schon im Auge wird eine Unterscheidung von Helligkeitskontrasten möglich.

Der Sehnerv führt das elektrische Signal weiter zum seitlichen Kniehöcker. Davon sitzt jeweils einer in jeder Hirnhälfte zwischen Augen und Hinterkopf. Hier werden visuelle Informationen entweder abgeschwächt oder verstärkt. Der Sehreiz gelangt weiter zur primären Sehrinde. Sie befindet sich im Hinterkopf. Auf bestimmte Objektmerkmale spezialisierte Nervenzellen analysieren jetzt parallel Farbe, Form, Kontrast oder Bewegung. Als letzte Station brauchen wir noch die visuellen Cortices II - V und die visuellen Assoziationszentren. Hier entsteht aus dem Sehreiz, was wir als Wahrnehmung empfinden.

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Blinde Männer

Die Geschichte von den blinden Männern und dem Elefanten

Die Wahrheit ist für jeden Menschen so unterschiedlich, wie wenn blinde Männer unterschiedliche Körperteile eines Elefanten untersuchen. Sie kommen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen:

Der Blinde, der das Bein befühlt, sagt, dass ein Elefant wie eine Säule ist; der, der den Schwanz befühlt, dass ein Elefant wie ein Seil ist; der, der den Rüssel befühlt, dass ein Elefant wie ein Rohr ist; der, der das Ohr befühlt, dass ein Elefant wie ein Handfächer ist; der, der den Bauch befühlt, dass ein Elefant wie eine Wand ist; der, der den Stoßzahn befühlt, dass ein Elefant wie ein Ast ist. Die Männer begannen zu streiten, was ein Elefant ist und die Schlichtung erschien unmöglich, da ja jeder aus seinem Blickwinkel Recht hatte.

Da nahm einer der blinden Männer die Hand eines anderen Blinden und führte Sie über das Bein, um zu demonstrieren, dass ein Elefant wie eine Säule ist. Dann versetzte sich jeder der anderen Männer in die verschiedenen Positionen und untersuchte die anderen Körperteil des Elefanten. Der Streit wandelte sich in eine lange Diskussion, bis man einen Konsens gefunden hatte, was ein Elefant ist. Doch, dass Elefanten grau sind, das erfuhren die blinden Männer nie.

 

Einladung zum Vortragsabend

Das alternde Auge

Marcel Menke, Leitender Arzt Augenklinik Kantonsspital Aarau

Dienstag, 2. Juni 2015

mit PD. Dr. med. univ. Marcel Menke

Mit zunehmendem Alter verändert sich das menschliche Auge. Viele Erkrankungen wie z. B. der graue Star, vaskuläre Erkrankungen der Netzhaut, die altersbedingte Makuladegeneration oder eine Netzhautablösung, werden bei Patienten mit höherem Alter deutlich häufiger diagnostiziert. Der Vortrag stellt die Besonderheiten des alternden Auges heraus und diskutiert die häufigsten, assoziierten ophthalmologischen Erkrankungen.

Seit Januar 2014 ist PD Dr. med. univ. Marcel Menke Leitender Arzt der Augenklinik am Kantonsspital Aarau. Er ist ausgebildeter Netzhautspezialist und vitreoretinaler Chirurg. Privat wohnt Dr. Menke mit seiner Frau und seinen 4 Kindern in Aarau. In seiner wenigen Freizeit widmet er sich seiner Leidenschaft für klassische Fahrzeuge.

19.00 Eintreffen der Gäste

19.30 Referat PD Dr. med. univ. Marcel Menke und im Anschluss offene Gesprächsrunde mit Apéro

Veranstaltungsort: Lindenapotheke AG, Dorfstrasse 38, 5040 Schöftland

 

Online-Anmeldung: forum@lindenapo.ch 

Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, werden die Anmeldungen nach Eingang berücksichtigt. Die Veranstaltung wie auch der anschliessende Apéro werden Ihnen von der Lindenapotheke kostenlos offeriert.

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