Leistungen

In der 65igsten Ausgabe des Lindenblatts steht die Leistung im «Rampenlicht».

Leistung ist von Bedeutung. Schon Perikles, politischer Stratege und Staatsmann im Griechen­land der Antike, rief dazu auf, den Menschen nicht nach Herkunft, sondern nach seiner Leistung zu beurteilen. Wir würden uns etwas vormachen, wenn wir dieser Aussage in der heutigen Zeit, der Zeit der sogenannten Leistungsgesellschaft, widersprächen. Noch vor ein paar Jahren lebten wir in der Arbeitsgesellschaft. Arbeit und Leistung unterscheiden sich physikalisch um den Faktor Zeit. Das Erbringen einer Leistung entspricht oft einer Art Kampf gegen die Uhr, denken Sie an Prüfungen in der Schule, Abgabetermine im Büro oder Wettkämpfe im Sport. Der Leistungsbegriff im Berufsalltag steht in dichtem Zusammenhang mit dem Begriff «Zeitdruck». Ins Englische übersetzt bedeutet «Druck» – «Stress». Ungeachtet der Wissenschaft, dass es sowohl positiven wie auch negativen Stress gibt, wis­sen wir: Stress stresst. Stichwort Burn-Out, Konkurrenz­druck, Leistungsdiagnostik. Der Mensch wird als Ressource wahrgenommen. Der Kreis schliesst sich zur individualisierten und ­distanzierten Realität. Wir selbst verzichten oftmals auf sozialen Kontakt zugunsten unserer eigenen Definition von persönlicher Freiheit und Karriere.

Leistung kann durchaus sehr erfüllend wirken. Dann nämlich, wenn sie die ersuchten Ergebnisse erzielt. Dann definieren wir uns gern über sie, beruflich, sportlich und privat. Wer aber entscheidet, was als Leistung zählt? Dürfen wir überhaupt wissen, was wir genau leisten? Wann stossen wir an die Leistungsgrenze und wie viel Leistung ist noch gesund? Brauchen wir nicht das Gefühl, gefordert zu werden? Und wieso sollten Dienstleistungen im besten Fall gratis sein? Was haben Schwächen mit Leistung zu tun oder eben nicht? In dieser Ausgabe des Lindenblatts bestellen wir ein weites Feld. Ob Antworten­ geerntet werden können, ist unsicher. Wir fordern nichtsdestotrotz eine reife Leistung von uns. Beurteilen Sie das Ergebnis selbst.

 

 

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Chronologie

heutiger Reichtum als einstige Sünde

... oder "Müssiggang ist Sünde" nach Dr. Martin Luther.
In der Antike (1200 v. Chr. bis 600 n. Chr.) war die Arbeit verpönt, mehr noch sie war eine Strafe. Arbeit galt bei Griechen und Römern als eines freien Bürgers unwürdig. Das Leben der Knechte,Sklaven,­ Fremden und besiegten Feinden­ warMühsal, Bedrängnis, Not. Das ist genau die ursprüngliche, etymologische Bedeutung des germanischen Wortes "Arbeit". Nach den griechischen­ Philosophen (unter anderem Plato und Homer) war ein Leben in Musse erstrebenswert.

Gelobte Pflicht
Während der Reformationszeit (1517 - 1648) wurde mit dieser Geringschätzung der produkti­­ven­­­­ Arbeit aufgeräumt. Mehr noch, sie wurde mit Freiheit und Glück gleichgestellt. Der Mensch sei zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen, so die Meinung der Wort- und Gedankenführer­ Zwin­gli, Calvin und Luther. Müssiggang wurde kurzer­hand zur Sünde degradiert und die Dro­­hung,­ dass der Herr nur den anerkenne, der eine Leistung vollbringe, tat das übrige dazu. Arbeit war Gottesdienst. Allerdings sollte sich jeder mit dem zufrieden geben, zu dem Gott ihn berufen hatte. Schuster bleib bei deinen Leisten. Gott berief sein Volk in die jeweiligen Berufe. Den wirtschaftlichen Erfolg deklarierte Calvin (1509 - 1564) als Gnade.

In der Bibel liest man: "Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen". Die Armen waren folglich selber schuld. Im schweizerischen Strafgesetzbuch von 1937 steht, dass "arbeitsscheue" Missetäter in Arbeits­erziehungsanstalten eingewiesen werden können, damit sie einsehen, dass nicht nur Geldund Sinneslust Befriedigung bringen. Das refor­ma­torische Lob der Arbeit wurde zur Pflicht der Arbeit. Arbeitsmoral implizierte Freude am Tun und am Schaffen. Die Lobpreisungen klangen­ aber eher wie verzweifelte Versuche, etwas Unge­liebtes zur Tugend zu verklären. Die Neu­zeit war angebrochen.

Die industrielle Revolution (grob im 18. und 19. Jahrhundert) verlangte zur vorausgesetzten Arbeitsmoral zusätzlich Zeitdisziplin. Bereits in der Volksschule erlernten die zukünftigen Fabrikarbeiter Fleiss, Planung und Selbstkontrolle, die angesagten Tugenden der mechanischen Zeit. Der Genfer Rousseau (1712 - 1778) war der Ansicht, dass der Mensch im Naturzustand ohne grosse Bedürfnisse sei. Erst die Zivilisation­ bringe ihn dazu, den Schweiss und die stete Bewegung zu verherrlichen, das ewige Rennen­ nach dem Immer-Mehr. In der Überfluss­gesell­schaft­ erkaufe man sich Musse durch Armut.

Wir "heutigen" modernen Menschen möchten sowohl materiellen Reichtum als auch Musse. Das ist nur für die wenigsten greifbar. Alles deutet darauf hin, dass es keinen Ausweg aus dem selbstgeschaffenen "rat race" (dt. Rattenrennen, sinnbildlich für eine endlose, selbstzerstörerische Zielerstrebung) gibt.


Kennen Sie die Geschichte von "Frederick" (Leo Lionni)? Es geht um eine Familie schwatz­hafter Mäuse: "Und weil es bald Winter wurde, begannen die kleinen Feldmäuse, Körner, Nüsse, Weizen und Stroh zu sammeln. Alle Mäuse arbeiteten Tag und Nacht. Alle - bis auf Frederick. "Frederick, warum arbeitest du nicht?" fragten sie. "Ich arbeite doch", sagte Frederick, "ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten, dunklen Wintertage."

 

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Leistungsvergleich

Wie wird Leistung bewertet?

Bewertung
Die Leistungsgesellschaft funktioniert nach dem Leistungsprinzip, dass die Verteilung der angestrebten Güter Geld, Ansehen und Macht entsprechend der Leistung erfolgt, die einem Gesellschaftsmitglied zugerechnet oder diagnos­tiziert wird. Diese Definition klingt im ersten Moment fair, sollte doch jeder das verdienen, was er tatsächlich leistet. Die Schwierigkeit ent­steht bei der Leistungsbeurteilung. Wer urteilt über und vergleicht welche Leistungen der Mit­arbeiter?

Am einfachsten erscheint es beim 100-Meter-Lauf in der Leichtathletik. Am meisten geleistet hat derjenige, der als erster ins Ziel kommt, die schnellste Zeit gelaufen ist. Wie sieht es in einem Fussballteam aus? Leistet der launische und faule Torschützenkönig mehr als der loyale, sozial starke und in den Trainingseinheiten stets motivierte Ersatzgoalie? Wie sieht es in der Familie aus? Der engagierte Topmanager-Papa einerseits, die mit vier «Kids» den Haushalt schmeissende Mama andererseits. Bei den letzten beiden Beispielen ist wahrscheinlich das Ergebnis der einzelnen Leistungen, die Symbiose aller Stärken der Einzelteile, entscheidend. Solange das Team erfolgreich ist, verbietet sich die Frage, ob der andere genug einbringt.

Die Schwierigkeit liegt auf der Hand: das erwirt­schaftete Plus kann oftmals nicht eindeutig­ ­einer Einzelperson beziehungsweise deren persönlichen­­ Einsatz zugeordnet werden. Eine moderne Markt­wirtschaft ist ein System der Arbeits­­­tei­lung, der Spezialisierung des Einzelnen also, in dem das Gesamtergebnis keineswegs mehr der Leistung eines einzelnen oder einiger weniger zugerechnet werden kann. 

Trotzdem werden Einschätzungen des Erfolgs in den meisten Arbeitsorganisationen vor­genommen. Diese erhobenen Leistungsdaten dienen verschiedenen Funktionen: Leistungsverbesserungen durch Verhaltenssteuerung (Feedback-Kultur), personelle Entscheidungen (Beförderung, Versetzung, Kündigung), Arbeitsbedingungen verbessern, Lohnbestimmungen, Anpassungen der Führungskompetenz­en, um einige zu nennen. Leistungsdaten führen scheinbar zur Optimierung der Effizienz. Gilt auch der Umkehrschluss? Ist effizient derjenige, der am meisten leistet?

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Ratgeber Leistungsgrenzen

Fragen an Marianne Graffeo

In der Physik ist die Leistung «P» gleich der Quo­tient aus verrichteter Arbeit oder Energie pro Zeiteinheit. Das «P» steht für das englische Wort «Power». Bei allen Tätigkeiten, welche wir verrichten,­ leisten wir, sei es am Arbeitsplatz, daheim, in der Schule, beim Hobby oder beim Sport. Die grosse Lebenskunst ist nun, überall das richtige, individuelle Mass zu finden, um gesund, glücklich und auf die Dauer leistungs­fähig zu bleiben.

Kurzfristig können wir problemlos unsere Leistung­ mit Präparaten aus der Apotheke steigern und unterstützen. Geistige Leistungsfähig­keit verbessern wir mit Ginkgo-Präparaten, mit Aminosäuren werden wir dynamischer, mit Vitaminen und Spurenlementen stärken wir unsere Abwehr und viele Mechanismen in unserem Körper. Ginseng holt unsere Power-Reserven hervor. Baldrian, Hopfen und Orangenblüten sorgen für Entspannung und Schlaf. Mit einer grossen Auswahl an Tees können wir unser Wohlbefinden verbessern.

Alkohol ist zu meiden, denn er raubt uns den so wichtigen Tiefschlaf. Chemische Schlafmittel sind nicht besser; sie helfen zwar schlafen, aber unter ihnen finden weniger REM-Schlaf-Phasen statt. Im REM-Schlaf träumen wir (circa fünf bis sieben mal pro Nacht), was uns hilft, Erlebnisse zu verarbeiten. "Das ist ein synthetischer Schlaf; ich bin gar nicht richtig erholt", hat mir mal ein italienischer Kunde so treffend gesagt. Die chemischen Mittel können uns aber helfen, unseren Biorhythmus schnell wieder zu finden und von Neuem leistungsbereit zu sein, wenn wir an die Grenze stossen. Langfristig müssen wir für Ausgleich sorgen und ein regelmässiges Leben führen. Bewegung, frische Luft, gesunde Nahrung, Entspannung in der Natur und soziale Kontakte sind sehr wichtig und erfüllen uns mit viel Freude und Kraft. Wenn wir tun, was anderen nützt und uns von anderen helfen lassen, was uns selber nutzt, schaffen wir Synergien, erhalten wir mit weniger Aufwand eine Steigerung über unsere eigenen Leistungsgrenzen hinaus. Wir bleiben dabei gesund und sind glücklich über die persönlichen Kontakte.

 

Leistungsmaschine

ein Leben unter Druck


Leistung und Körper

Kennen Sie das Gefühl, in Leistungsbereiche vor­zustossen, die sie nicht kannten, gar nicht für möglich gehalten hätten? Erschöpfung zu emp­finden, die sie sprachlos machte? Ein starkes Gefühl, diese bewusste Unverwundbarkeit. Oftmals aber schikanieren wir unseren Körper mit reiner Funktionalität, treiben Raubbau. Der Körper weist mit der Zeit Verschleisserscheinungen auf. Experten sprechen von einem «Körpergedächtnis». Der Mensch hat nicht einen Körper, er ist sein Körper.

Eine menschliche Leistung basiert häufig auf der Mischform von geistiger und körperlicher­ Leistung. Für die dafür erfragte Muskel- und / oder Hirnarbeit benötigt der Körper Energie. Diese wird über die Lunge, die Haut und das Verdauungssystem aufgenommen, im Körper verteilt, direkt verbraucht oder eingelagert. An dieser Stelle verschonen wir Sie mit Gesundheitstipps. Als Kundschaft der Lindenapotheke wissen Sie Bescheid.

Auf Belastungssituationen, die Leistungsbereitschaft erfordern, sogenannten «Stressoren», reagiert unser Körper mit der «Stressantwort»: Das Gehirn regt Stresshormone an, diese aktivieren unseren Organismus. Das passiert durch komplizierte Prozesse im Zusammenspiel des zentralen Nervensystems, den Botenstoffen und den Hormondrüsen. Unsere Sinne nehmen Stressfaktoren wahr und reagieren wie folgt: Zuerst werden Noradrenalin und Adrenalin ausgeschüttet. Noradrenalin kurbelt bestimmte Abläufe für die Stressreaktion an. Er gelangt in die Hirnregionen, die Gefühle und Verhalten steuern. Adrenalin macht uns flucht- und kampfbereit: Der Mensch ist maximal leistungsfähig um zu überleben. Bedürfnisse wie Schlaf, Essen, Sex werden abgeschaltet. Wenn sich die Lage dennoch nicht auf Anhieb meistern lässt, kommt ein zweiter Mechanismus in Gang: das entzündungs­hemmende und immunsystemhochfahrende Hormon Cortisol wird ausgeschüttet, der Körper schaltet auf Abwehr und Schutz, körpereigene Opiate betäuben das Schmerzempfinden.

Bleibt das Niveau dieser Stresshormone auf Dauer zu hoch (moderne «Stressoren»: Beruf, Infor­mationsflut, Arbeitspensum, sogar das Pri­vat­leben mit den immer wachsenden Ansprüchen, …) befindet sich der Körper unter permanenter Alarmbereitschaft. Wohin also mit dieser bereitgestellten Energie? Oft gibt es kein Ventil. Das hat schädliche Folgen für den Organismus. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel bedeutet für uns andauernder Überlebenskampf. Das hält auf die Dauer niemand aus.

Das Immunsystem wird geschwächt, der Energiehaushalt kommt aus der Balance (Diabetes, Übergewicht), Blutdruck und Cholesterin steigen an, das Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Infarkte wächst. Das sind alles Krankheiten, die wir heute nur zu gut kennen. Unsere Gesellschaftsform fordert ihren Tribut.

Ein "richtiger" Mann
Ein grosses Ausrufezeichen werfen wir unseren männlichen Lesern entgegen. Die Gesundheitsrisiken ergeben sich aus einem Männerbild, das von einem "richtigen Mann" zusätzlich zu den oben genannten "Stressoren" volle Leistung in jedem Lebensbereich fordert. Die männliche­ Identität baut zentral auf dem Pfeiler der Lei­stungs­fähigkeit, Erschöpfungs- und Stresssymptome werden nicht beachtet. Wenn die Leistungsfähigkeit wegbricht, verliert der Mann seine Identität. Mit Medikamenten, Alkohol, Nikotin, gewissen Drogen oder Arbeitssucht wird die Leistung erzwungen. Charakteristische Männer­krankheiten sind demzufolge durch Stress bedingtes Burn-Out, Herz-Kreislauf, Lungen­leiden (höhere Raucherquote), Süchte, aber auch Suizide. Auch die männliche Raserei im Verkehr und die Gewaltbereitschaft sind ein Thema für die Männergesundheit. Es macht Sinn, dieses Männerbild zu hinterfragen. Die Erkenntnis, dass man nicht nur als Mann geboren, sondern zum Mann gemacht wurde, ist zentral für eine Auseinandersetzung mit vermeintlichem Scheitern.

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Leistung

Ergebnisse zählen


Leistungen
– praktisch in allen Sparten des All­tags. Um Ergebnisse und Leistungen zu erzielen, muss jemand eine Tätigkeit gut tun. Die allgemeine Meinung ist, dass jemand dann gut sei, wenn er etwas gerne tut. Davon wird schon beim Berufsberater­ ausgegangen. Allerdings findet die Lindenblatt-Redaktion nicht die geringste Korrelation zwischen gern tun und gut tun. Wieso überlebt diese Idee trotzdem?

Es gibt eine starke Korrelation zwischen ungern tun und schlecht tun. Tut man etwas ungern, so führt das selten zu grossen Leistungen. Es man­gelt an Interesse, man schiebt es vor sich her und bringt es schliesslich schnell, schnell «über die Bühne». Der Schluss, dass für das Gegenteil die gleiche Korrelation gelte, liegt nahe, stimmt aber nicht ganz. Die schicksals- weil erfolgsversprechende Frage lautet: Was fällt Dir leicht? Die wirklich wichtige Korrelation besteht zwischen leicht fallen und gut tun. Die Erklärung folgt auf den Fuss.

Beim Beobachten der Menschen fällt auf, wie leidenschaftlich einerseits Menschen Hobbys betreiben, sei es Tennis oder Golf. Sie bringen es aber nie über achtbares Mittelmass hinaus. Sie tun es gerne – und gemessen an echten Leistungen – eher schlecht als recht. Andererseits fällt auf, dass bei Profis das «Gern tun» mit zunehmender Routine sich immer mehr in Grenzen hält. Denken Sie an Ärzte und Piloten. Sie brauchen das «Gern tun» nicht, um gut zu sein. Es ist nicht relevant. 

Die Krux ist, dass das, was einem leicht fällt, einem nicht auffällt. Gerade weil es einem leicht fällt. Und weil es einem nicht auffällt, achtet man nicht darauf – und nützt es nicht. Das Wichtigste wird übersehen, das, was Wirksamkeit und Erfolg, und damit möglicherweise zusammenhängend Erfüllung, Glück und Sinn zu erlangen erlaubt, gerade weil es eine Stärke ist. Ein seltsames, aber gebräuchliches Missachten­ unserer Stärken lässt uns diese gering schätzen.­ Mehr noch wir leiden an den Schwächen und verwenden grosse Kraft, diese zu eliminieren.­ Angelangt bei den Schwächen, sei an dieser­ Stelle erwähnt, dass nicht alles, was als Schwä­che­ erscheint, eine Schwäche ist. 

Mangelndes Wissen, Kenntnis, Fertigkeiten­ oder Einsicht in andere Aufgaben und Fach­gebiete­ lassen sich erlernen. Und zum Schluss: schlechte Gewohnheiten sind keine Schwächen. Wenn Sie unpünktlich sind, können Sie diese Eigenart aus der Welt schaffen. Das geht. Aus dieser Perspektive­ gefragt, haben Sie überhaupt Schwächen? Oder stellen Sie an sich die strengsten Massstäbe?

Die Stärken machen die Leistung. Wir sind alles Individuen. Keine zwei Menschen sind gleich, keine zwei Menschen arbeiten gleich und keine zwei Menschen erbringen auf dieselbe Art Leistung. Erkennen Sie Ihre Stärken und konzentrieren Sie sich kompromisslos darauf. Daraus werden Spitzenleistungen resultieren. Ihr Hobby müssen Sie deswegen keinesfalls aufgeben.

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Dienstleistung

kontrollieren, beurteilen, vergleichen


Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft. In dieser gibt es allerdings ein Problem. Es heisst «billig». Wer zu viel bezahlt, ist blöd. Richtig?

Dienstleistung ist ein Wort, das sehr breit definiert­ ist. Was ist eine Dienstleistung eigent­lich?­ Können wir sie uns leisten? Wollen wir freiwillig dafür bezahlen? Die meisten Tankstellen­ funktionieren im Selfservice, der Kunde wird dazu gebracht, möglichst viel selber zu machen. Steht dagegen ein Tankwart bereit, macht sich sofort ein unangenehmes Gefühl in uns bemerkbar. Gemütlichkeit, eine geputzte Frontscheibe  und saubere Hände sind uns die paar Rappen zusätzlich nicht wert. In gewissen Restaurants macht der Kunde alles: anstehen, warten, die Ware selbst abholen, die Ware schleppen, die Ware entsorgen. Und am Schluss bezahlen wir. Wer gibt sich selbst ein Trinkgeld? In einem bedienten Restaurant ist das Honorieren der Bedienung / Dienstleistung fast schon Pflicht.

Die Tendenz, dass Kunden ihre Dienstleistung selber erbringen, setzt eine klare Erwartung und ein genaues Wissen des Leistungsangebots voraus. Hier spielt das Internet eine grosse Rolle. Information ist schier überall und jederzeit abrufbar. Der Kunde wird zum Experten. Er «dienstleistet» sich quasi selber.

Dazu sollten Unternehmen dem Kunden im besten Fall Mehrwerte generieren, Zusatzwerte aufbauen, hohe Ansprüche erfüllen. Das ist sicher gut gemeint und oftmals auch kreativ.­ Aber es hilft nicht beizutragen, ein klares Leistungsversprechen zu definieren. Es entsteht Konfusion. Der Anbieter weiss nicht, was er alles zusätzlich noch anbieten könnte, und der Kunde weiss nicht, was ihn erwartet. Es entstehen unnötige­ Kosten auf beiden Seiten, anstatt sich auf Einfachheit, Verständlichkeit und Orientierung zu konzentrieren.

Dies ist keine Kritik an der Konsumgesellschaft. An dieser Stelle soll vielmehr die Frage in den Vordergrund rücken, wie die Erwartungshaltung der Kunden aussieht. Braucht es immer mehr? Oder braucht es anderes? Grundsätzlich wollen die Menschen nicht weniger konsumieren, sie wollen anders konsumieren. Mehr ist eben nicht immer mehr.

Wenn der Mensch zu viele Optionen hat, lebt er im ständigen Gefühl des Mangels. Er denkt ständig, dass er etwas verpasst. Wäre diese Erdbeerkonfi nicht doch besser gewesen? Wäre der Film auf dem anderen TV-Kanal spannender? Gäbe es noch eine billigere Tankstelle? Die Stimmung sackt in den Keller, Unzufriedenheit macht sich breit. Der Kunde begehrt Sicherheit, mentale und physische Energie und Sinn. Er braucht das Gefühl seine Zeit gut zu investieren. Doch wer kümmert sich wirklich um ihn? Ist in der zunehmend individualistischen Welt nicht das eigene Wohl im Vordergrund? Wie beantworten wir die Frage, ob wir lieber Umsatz machen oder den Kunden gut bedienen? Und was bedeutet das alles für die Relevanz des Kunden?

Die Lindenapotheke in ihrer Gesamtheit hofft, dass Sie bei jedem Besuch in einer unserer Filialen merken, dass Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit bei uns im Vordergrund stehen.

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