Glück

In der 64igsten Ausgabe des Lindenblatts dreht sich alles ums Glück.

Glück auf Dauer?Der Mensch ist biologisch nicht geschaffen, dauerhaft glücklich zu sein. Werfen Sie diese Erwartung über Bord. Jetzt. Wir sind so konstruiert, dass wir das Glück suchen sollen, dieses aber nicht behalten. Ansonsten wäre die Menschheit ausgestorben. Das ist eine frohe Botschaft.

Wir können aber erkennen, dass es uns nicht so schlecht geht, wie wir oft meinen. Typische Unglücksfallen sind Gewöhnung, Unersättlichkeit und Vergleichen. Das dauernde Streben nach Perfektion lässt einen vergessen, das zu schätzen, was man bereits hat und das für die ganz eigene Zufriedenheit vielleicht sogar das Beste ist.

Denken Sie an das Jahr 2012 zurück. Wie viele Tage waren perfekt? Genau. 80% der Tage sind Alltag. Niemand hat tagtäglich höchste Gefühle. Aber wir durchleben jeden Tag Hochs und Tiefs. Unsere ganz eigenen. Und wir wissen, was uns gut tut. Tun Sie schlicht mehr davon. Bewegen Sie sich an der frischen Luft, schliessen Sie Freundschaft mit sich selber. 

Erkennen Sie, wer von Ihren Freunden Ihnen gut tut. Treffen Sie sich öfters. Lustigerweise geben wir mehr unsere Zeit dafür aus, mit Leuten zusammen zu sein, die uns nicht gut tun.

Im vorliegenden Lindenblatt finden Sie sehr unterschiedliche Herangehensweisen und Gedanken zum Thema Glück. Viele Schlüsse stammen aus wissenschaftlichen Ansätzen und Experimenten.-

Lernen Sie, was Sie glücklich macht. Jeden Tag. Sofort. Viel Glück!

 

Ihre Lindenblatt-Redaktion

--------

Das Glück der Anderen

oder wie wir das Eigene in Frage stellen

Macht Geld glücklich?
Geld macht glücklich, wenn man wenig davon hat. Ist die Grundversorgung gesichert, bringt mehr Geld immer weniger Zuwachs an Zufriedenheit. Glauben wir das wirklich? Experimentiell gesichert ist, dass Geld einsam macht. Nur schon beim Gedanken an Geld wurden Versuchspersonen weniger hilfsbereit und baten auch weniger um Hilfe. Zudem entschieden sie sich, die Freizeit allein zu verbringen, anstatt mit Freunden. Paradoxerweise fühlen sich mehr Menschen deprimiert, wenn sie materiellen Wohlstand erreicht haben, als wenn sie danach streben.

Unsere Gedanken kreisen häufig darum, wie wir mehr Geld verdienen und wo wir sparen können. Dabei entgeht uns, dass wir dadurch ständig in einem Bewusstsein von Mangel stecken: «Das fehlt noch», «das muss ich noch erreichen», «das hätte ich günstiger bekommen können». Wir vergleichen uns auch gerne, schauen über den Tellerrand, nämlich gerade weit genug, bis wir Nachbarn sehen, denen es ein bisschen besser geht als uns. Und zack geht es uns schlechter. Folgende Lösung bietet sich an: der Kauf eines sichtbaren Luxusartikels. Damit entwerte ich alle in meiner Umgebung und sie müssen sich folglich wieder anstrengen, um mich zu übertrumpfen. «Ha!, Denen habe ich es aber gezeigt.» Man vergisst dabei leicht, dass es jederzeit passieren kann, dass uns ein anderer wieder vom imaginären Podest schubsen kann. Und wie sieht es dann mit unserer Laune aus?

Aber auch wenn ich Erster bleibe, mein Luxusartikel verliert an Wert. Kontinuierlich. So oder so umgibt einen die ständige Angst vor Verlust. Der Mensch ist so gepolt, dass Verlust stärker aufliegt als Gewinn. Einmal mehr die Macht der Evolution: Wer hat, der sollte besser nicht hergeben, will er sein Leben schützen. 

Immatrielles Glück
Wie sieht es aus, wenn ich in immaterielle Werte wie eine Reise, investiere? Wahrscheinlich kennen Sie diesen Effekt. Je länger eine Reise zurückliegt, desto schöner wird sie. Es gibt diesen einen Satz: «Wenn alles weg ist, bleiben dir immer zwei Dinge: was du im Kopf und wen du im Herzen hast.»

Wie investiert man noch in Glück? Viele kleine Glücksmomente sind besser als ein grosser. Übertragen bedeutet das, dass mit kleinen Investitionen in unser Glück viel mehr zu erreichen ist als mit grossen. Am nachhaltigsten nützt Geld, wenn es für andere ausgegeben wird. Klingt komisch. Probieren Sie es aus! Laden Sie einen lieben Menschen zu einer Tasse Kaffee ein. Danach fühlt man sich selber reicher, denn reich ist, wer weiss, dass er genug hat.

Wenn Sie mit etwas zufrieden sind, bleiben Sie dabei. Gut genug ist oft das Beste. Erwarten Sie nicht, dass irgendwas oder irgendwer Sie glücklich macht. Stellen Sie sich folgende Frage: will ich wirklich glücklich sein, oder nur glücklicher als die anderen? Wenn Sie sich permanent vergleichen, haben Sie einen schwierigen Stand. Wir halten andere grundsätzlich für glücklicher. Das aus dem einfachen Grund, weil wir von uns selbst mehr wissen, als von jedem anderen. Wir denken wir sind nicht gut genug, nicht liebenswert, dass unsere Gedanken und Zweifel abnormal sind, dass nur wir innerlich zerrissen sind. 

Hören Sie auf sich zu vergleichen und fertig zu machen. Den anderen geht es genauso wie Ihnen. Aber Andere gibt es schon genug.

-------- zum Seitenanfang

Wie sehen Sie das Glück?

Fragen an Herr Dr. Brunner

Was bedeutet Glück?
«Glück ist für mich eine Art der Lebenseinstellung. Es gibt Leute, welche auf die Frage, wie sie den heutigen Tag empfunden hätten, antworten: Stress, «Chrampf», Ärger. Andere sagen bei objektiv ähnlichen Kriterien, du ich hatte viel Arbeit, einige Kunden haben mich genervt, aber dafür hat mir beim Weg zur Arbeit die Sonne ins Gesicht geschienen und ich habe beim Mittagessen ein intensives Gespräch mit dem Partner erlebt.

Ein weiteres Beispiel: ich fuhr an einem föhnigen Herbstmorgen von Füllinsdorf nach Oberentfelden zurück. Bei der Ausfahrt aus dem Belchentunnel sehe ich die ganze Alpenkette vor mir. Ein wunderbares Bild. Glück bedeutet für mich, dass man solche Bilder oder Erlebnisse auch so wahrnimmt. Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das grosse Glück vergebens warten.» 


Kann man Glück kaufen?
«Auf keinen Fall. Wir alle müssen uns ernähren, müssen uns einkleiden. Mit Geld kann man sich ein besseres Stück Fleisch kaufen, man kann generell mehr essen oder eine bessere (teurere?) Flasche Wein trinken. Wir können einen Mercedes fahren anstelle eines Kleinwagens oder im Zug die 1. Klasse nehmen. Dasselbe gilt beim Kleiderkauf. Ob man dabei glücklich ist oder wird, hängt nicht vom höherwertigen Produkt ab, sondern wie man damit umgeht.

In der Apotheke werden Medikamente verkauft und Ratschläge zur Gesundheit und Schönheit erwartet. Das ist noch per se das Glück. Wenn wir die Ratschläge richtig umsetzen, die empfohlenen Medikamente vernünftig einsetzen, können wir gesünder leben, was sicher ein Grundstein zu einem glücklicheren Leben darstellt.»

Wie verbinden Sie Glück und Gesundheit? Hängen beide zusammen?
«Hier spielt die Frage mit, mit welcher Gesundheit wir auf die Welt kommen. Ist es Glück, wenn wir sogenannt «gesund» geboren werden? Oder ist es Vorsehung? Dürfen wir Kinder vor der Geburt abtreiben, wenn wir mit der pränatalen Diagnostik schwere Gebrechen wie Trisomie 21 entdecken? Hier stossen wir in andere Welten vor, die einer Diskussion der gesamten Gesellschaft bedürfen. 

In der Apotheke geht es darum, dass wir der eigentlich gesunden Kundschaft einen Lebensstil- aufzeigen können, der mehr Lebensqualität verspricht nach dem Motto «Gesunder Geist in gesundem Körper». Wobei die Lebenssituation der einzelnen Personen, wie Arbeit und Familie sehr schwierig einzuordnen sind. Viel zum Glücksgefühl beitragen kann auch eine gewisse Bescheidenheit. Damit meine ich, dass materieller Überfluss kein Garant für Glück ist.»


Was tun Sie für den Glücksquotient ihrer Lindenteams?
«Der Beruf der Apothekerin oder der Pharma-Assistentin hat eine breite beratende Komponente. Viele Leute fragen um Rat. Dieser Aspekt trägt einiges zu einem positiven Arbeitsalltag bei. Dazu muss eine Arbeitsumgebung kommen, welche die persönlichen Fähigkeiten fördert. Darüber hinaus spielt die Chemie in den einzelnen Teams eine entscheidende Rolle. Entscheidend ist, neben guten «harten» Arbeitsbedingungen wie Lohn usw., dass die Mitarbeiterinnen sich ernst genommen fühlen, dass sie sich einbringen und dass sie sich im Betrieb weiterentwickeln können. Dazu gehört eine offene und ehrliche Gesprächskultur, in beide Richtungen. 

Ein weiterer Eckpfeiler in Richtung Glück ist die Gleichbehandlung aller. Als Arbeitgeber muss man allen die Gewissheit geben, dass sie für das Unternehmen wichtig und unverzichtbar sind.»


Persönliche Empfehlung für eine glückliche Weihnacht
«Glück wird ja gemeinhin definiert als ein gesteigertes Lebensgefühl, in dem der Mensch mit seiner Lage und seinem Schicksal einig und sich dieser Einhelligkeit gefühlsmässig bewusst ist. Er glaubt, dass seine wesentlichen Wünsche erfüllt, innere Unstimmigkeiten gelöst seien. Glück hat also viel mit Gefühl zu tun. Das bedeutet, dass man zuerst Gefühle zulässt.

Wir leben heute ja manchmal in der Welt des «coolen Typen», der alle Lebenssituationen meistert ohne Regung. Das geht zumeist nicht auf, wir brauchen Phasen des in uns Hineinschauens. Wir müssen spüren, dass uns materielle Wohlfahrt einiges bringt, dass wir aber vor dem Spiegel immer nur uns selber sehen. Sich selber kennenlernen, wissen in welcher Umgebung man gerne lebt, das sind Voraussetzungen, dass man glücklich werden kann. Dazu bietet die Weihnachtszeit, die uns zur Rückschau einlädt und Erinnerungen an unsere Kindheit wach werden lässt, ideale Bedingungen. Von all den Sprichwörtern, die sich mit dem Glück beschäftigen, möchte ich eines bemühen: «Jeder ist seines Glückes Schmied» Noch nie war die Zeit besser dazu.»

-------- zum Seitenanfang

Licht- und Schattenseiten

auch das Glück hat ein Gegenüber


Zucker, Fett & Vitamin D
Zucker ist Hirnnahrung und Denkbenzin. Zucker ist Grundbedürfnis. Zuckermangel nimmt unser Glück in die Mangel. Zucker ist Glück im Blut. Landet er aber als Fett auf den Hüften, schlägt das auch auf die Stimmung. Entscheidend ist der glykämische Index der Lebensmittel. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (in Nüssen oder Fisch) schmieren den Denkprozess. Sie sind Bausubstanz für die Botenstoffe und Nervenzellen. Für den täglichen Bedarf empfiehlt sich ein Omega-3-Fettsäuren-Präparat. Die Nervenzellen werden stabilisiert. Das schützt vor Depression. Winteraktuell ist auch ein Vitamin-D-Präparat empfehlenswert. Der Körper produziert zwar ungefähr 90 % selber, aber im Winter bewegen wir uns durchschnittlich viel zu wenig am Tageslicht. Das Licht in der Wohnung oder im Büro reicht bei weitem nicht für die Eigenversorgung des Körpers. Eine optimale Versorgung schützt vor verschiedenen Erkrankungen, u.a. Depression.


Schmerz
Wie ist Ihr Verhältnis zu Schmerz? Würden Sie der Aussage zustimmen, dass Schmerz einer der grössten Glückskiller ist? Schmerz will unsere absolute Aufmerksamkeit, sofort. Ist er chronisch, macht er uns mürbe, das Leben unerträglich. Allerdings ist er auch ein Segen, denn er schützt uns und bewahrt uns oft vor grösserem Unglück.

Das Gehirn braucht den Schmerz als Vergleich, um wieder zu wissen, was Glück ist. Werden aber Schmerzen heldenhaft ausgehalten und nicht adäquat behandelt, werden die Qualen «gelernt». Unser Hirn gewöhnt sich an unsere häufigsten Gedanken, Gefühle und Taten. Im vorliegenden Fall werden die Schmerzen chronisch.

Auf keinen Fall sollten Sie zwecks Schonung und Schmerzvermeidung auf Bewegung verzichten. Dieser vermeintlich clevere Weg zur Besserung verschlimmert im Endeffekt die Pein. Der Bewegungs­apparat und die Muskeln bilden sich zurück, was die Schmerzen auf lange Sicht verschlimmert. Kann man sich den Schmerz auch wieder abgewöhnen? Ja. Die Verarbeitung der Signale im Gehirn ist entscheidender für die Wahrnehmung als der Ursprung der Signale am Körper. Informieren Sie sich über intelligente Schmerz­therapien. Es gibt Hilfe. Schmerzen müssen nicht zu Ihrem Leben gehören.


Depression
Rund jeder sechste Schweizer leidet (Stand: April 2012, Obsan) an einer mittel- bis sehr starken psychischen Störung. Neurologen und Psychiater unterteilen depressive Episoden in verschiedene Schweregrade, je nachdem wie stark die Symptome ausgeprägt sind und wie lange sie schon anhalten.

Was passiert bei einer Depression im Gehirn? Die komplizierten Gleichgewichte der verschiede­nen Signalstoffe sind gestört. Es besteht ein­ Mangel an den Hormonen Serotonin (für Freude zuständig)­ und Noradrenalin (für Antrieb zuständig) und es fehlt an Nervenwachstum. à

Die Nervenzellen im Gehirn stellen das «Netz­werken»­ ein, entsprechend verhält sich der Depressive in seinem sozialen Umfeld: ein doppelter Rückzug. Dies erklärt, wieso eine Behandlung mit Medikamenten nie sofort anschlägt: bis die Synapsen wieder anfangen zu funken und neue Kontakte zu knüpfen, dauert es zwei bis vier Wochen.

Kognitive Verhaltenstherapie
Eine der wirksamsten Behandlungsmethoden­ heisst «Kognitive Verhaltenstherapie». Depressive­ Menschen erschaffen sich gedanklich Käfige mit typischen Denkgittern und Endlosstäben: «Ich bin wertlos, meine Welt ist düster, meine Zukunft hoffnungslos.» Eine selbständige Befreiung aus der gelernten Hilflosigkeit scheint nicht mehr möglich. Durch eine Unterbrechung dieser bezeichnenden Denkmuster kann sich das Erlernen von Daseinsfreude, Zuversicht und Glücksgefühlen etablieren. 

Interpersonelle Therapie
Bei der «Interpersonellen Therapie» steht das Üben sozialer Fähigkeiten und somit die Inter­aktion mit anderen Menschen im Zentrum. Die Achtsamkeitsmeditation unterstützt den gelasseneren Umgang mit sich selbst.

Welche Rolle kommt im Therapieprozess den Antidepressiva zu? Bei leichter Depression braucht man sie nicht. Bei schwerer Depression können Medikamente helfen, eine psychotherapeutische Situation überhaupt zu ermöglichen. Ohne ist ein Gespräch oft unmöglich. Wer schwer depressiv ist, tut sich keinen Gefallen, keine Medikamente zu nehmen. Sie wirken langsam, und oft braucht es Geduld, bis das ideale Mittel gefunden ist. Begeben Sie sich in kundige und vertrauensvolle Hände. 

An dieser Stelle noch ein paar ernste Worte zum Thema aus der Lindenapotheke: Kennen Sie das Gegenteil von Glück? Sind sie sicher? Nein, in diesem Fall ist das Gegenteil von Glück nicht Unglück. Diese zwei Gefühlslagen gehen vorbei. Früher oder später. Depression ist die Krankheit der «-losigkeit». Alles ist sinnlos, hoffnungslos, emotionslos. Man ist schlaflos, antriebslos und wäre am liebsten «sich selbst ganz los» (nehmen Sie das Wortspiel nicht übel). Die Antithese zu Glücksgefühlen ist, wenn man gar nichts mehr fühlt. Dieser Zustand geht nicht vorbei.

Welchen Sinn macht eine Krankheit der Sinnlosigkeit? Am ehesten den einer Notbremse. Permanenter Stress und Überforderung führen zum Rückzug aus dem aktiven Leben. Der Betroffene spart Energie und hält zu seiner Unterstützung an.

Depression ist eine Krankheit, kein Versagen. Ein Mensch mit angeborener Neigung zur Kurzsichtigkeit  lässt sich eine Brille verschreiben. So weit so gut und normal. Lässt sich ein Mensch mit einer angeborenen Neigung zur Schwarzsichtig­keit ein Medikament verschreiben, das seine Hirnchemie korrigiert, erscheint uns das oft noch wie ein Frevel. Das Echo aus der Lindenapotheke ist eindeutig: diese Einstellung ist irgendwie kurzsichtig.

-------- zum Seitenanfang

Wechselwirkung

bitte liebes Glück, beschütze meine Gesundheit


Glücklichsein hält fit und jung
Erinnern Sie sich an das letzte Mal, als Sie überglücklich gelaunt waren, aber trotzdem krank? Knifflige Frage. Tatsächlich schützt Glücklichsein vor Herzinfarkten, Infekten, Diabetes und Depression, dem Gegenteil von Glück. Gute Laune stärkt das gesamte Immunsystem. Das bringt aktuell, wenn Herbst und Winter Hand in Hand unterwegs sind und uns Erkältungserreger ins Gesicht pusten Widerstandskraft: Freuen Sie sich und der Schnupfen hat keine Chance. Wie genau funktioniert das Zusammenspiel von Glück und Gesundheit? Denn nicht jeder, der gesund ist, ist glücklich. Und nicht jeder, der krank ist, ist unglücklich.

Es ist empirisch ­erforscht, dass glück­liche Menschen gelassener auf Belastungen reagieren.­ Ausserdem haben sie automatisch einen gesünderen Lebensstil, denn Freude und Glück aktivieren den Körper und machen ihn fitter. Der simpelste Trick das Leben zu verlängern, ist kein Geheimnis: Lassen Sie einfach alles weg, was das Leben nachweislich verkürzt. Wenn Sie nicht rauchen, sich bewusst ernähren und nebst den Alltagspflichten sich Zeit für Genuss und Spass einräumen, leben Sie 14 Jahre länger, als wenn Sie Risikofaktoren sammeln. Stress macht Unglück. Und Unglück macht Stress. Und Glück ist – laut Schopenhauer – Unglück, was man nicht hat. Glück ist ergo Stress, den man nicht hat. Und keinen Stress zu haben, ist schon allerhand.

Positive Einstellung
Stärken Sie Ihre Freude, mindern Sie Ihr Leid. Sparen­ Sie Gesundheitskosten. Lernen Sie Optimismus. Und wie? Werden Sie sich bewusst, wann und wie oft Sie mies gelaunt sind. Der Grund ist hierbei nicht mal sehr wichtig. Erkennen Sie das negative Denkmuster, das Sie im Verlauf Ihres Lebens durch zig Wiederholungen gelernt und verinnerlicht haben. Und jetzt drehen Sie den Spiess um. Bringen Sie sich Glück, Achtsamkeit, Gelassenheit und Optimismus bei. Probieren Sie es, wechseln Sie die Perspektive.

Glück aus der Apotheke
Ihr Lindenteam begrüsst Sie bei jedem Apothekenbesuch mit einem ehrlichen Lächeln. Damit ist der erste Schritt zur Besserung Ihrer körperlichen Beschwerden bereits getan. Das macht wiederum uns glücklich und schon befinden wir uns in einer Aufwärtsspirale. Lachen ist Glück. Und Glück macht gesund.

-------- zum Seitenanfang

Glück ist ein Abfallprodukt

 …gesehen von der neurobiologischen Seite


Die neurobiologische Seite des Glücks
Normalerweise sind wir es gewohnt, die Frage nach dem Glücklichsein psychologisch anzugehen.­ Im Folgenden liegt der Fokus nun auf der Neurobiologie des Glücks. 

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde durch Stimulationsexperimente ganz bestimmter Hirnareale der Schluss gefasst, dass das Lustzentrum identisch mit dem Suchtzentrum ist. Aus der Sicht der Evolution war unklar, wieso es ein solches Zentrum geben sollte. Hätten wir im Verlauf der Evolution ein Gehirnzentrum entwickelt, das uns süchtig machen soll, wären sowohl Fortpflanzung als auch Nachkommen-Pflege dermassen vernachlässigt worden, dass dies unweigerlich in einer Sackgasse geendet hätte.

Weitere Untersuchungen zeigten die eigentliche Funktion dieses Zentrums: Im Mittelhirn (sehr tief im Gehirn) sitzen Neuronen, die den Neurotransmitter Dopamin produzieren und einerseits in den Nucleus accumbens, andererseits ins Frontalhirn weiterleiten. Diese Neuronen feuern, wenn ein Ereignis eintritt, das besser ist als erwartet. Vereinfacht gesagt, führt das dazu, dass unser Gehirn selbst Opium produziert, die Endorphine. Werden diese im Frontalhirn ausgeschüttet, dann macht das Spass!

Das Modul springt immer als Folge eines Vergleichs an. Das Erlebnis wird also bewertet und verglichen. Ist es besser, werden die Neuronen aktiviert. Die Folge davon ist, dass das Frontalhirn und der Arbeitsspeicher besser funktionieren, konkret heisst das, man denkt besser, verarbeitet die Information des Erlebnisses besser und lernt somit besser. Solange also nichts geschieht, was wir nicht schon kennen, passiert rein gar nichts. Geschieht aber etwas unerwartet Gutes, geht es los. Feuer frei! Wir werden wach, aufmerksam und verarbeiten optimal. Wir lernen besser. Und zwar alles, was gut für uns ist.

Zurück zum Titel. Evolutionstechnisch betrachtet, geht es bei der Aktivierung dieses Vorgangs hauptsächlich um das Lernvermögen, das das Überleben sichert. So gesehen ist das Glücksempfinden nur ein Neben- oder eben Abfallprodukt.


Lernen als Grundlage
Andauerndes Glücklichsein steht nicht im Mittelpunkt. Es geht um andauerndes Streben und Lernen. Ein grosser Unterschied! Man kann eine Menge für sein Glück tun, wenn man weiss was. Glück hängt also mit Wissen zusammen. Dem Wissen, was man selber tun kann, um glücklich zu sein. Und einem bescheidenen Erwartungs­management.

-------- zum Seitenanfang

Glücksbringer

Wir selber machen das Glück zu einer raren Ware und wundern uns, wieso wir nur selten glücklich sind. Wieso bringen nur vierblättrige Kleeblätter Glück? Wann haben sie das letzte Mal ein Hufeisen gefunden? Oder einen echten verrussten Schornsteinfeger angetroffen? Wie sieht es mit Hasenpfoten aus? 

Überdenken Sie folgendes: Statistisch gesehen, wachsen die meisten vierblättrigen Kleeblätter in der Nähe von Atomkraftwerken. Im Mittelalter fand man alleweil ein Hufeisen, damals bewegte man sich ja auch zu Pferde fort. Das Pendant zum Hufeisen müsste heute der Feinstaub sein. Und wo verstecken sich alle «Chemifäger»? Er repariert ungesehen die Zentralheizung Ihrer Wohnung. Ein Glück, um das Sie unzählige Erdenbewohner wirklich beneiden.

Schliesslich der Hase. Überzeugt Sie seine Pfote als Glücksbringer? Nüchtern betrachtet, hatte der Hase sogar vier davon. Was hat es ihm gebracht?

Behalten Sie jetzt bitte den Glauben in Glücksbringer. Sie entfalten ihre kosmische Kraft doch durch die Sicherheit, dass andere an uns denken und die Daumen drücken. Und allein schon der Gedanke, dass wir das Schicksal minim kontrollieren,­ hilft und hält gesund. Zum Glück ist es dann wirklich nicht mehr weit.

-------- zum Seitenanfang