Einblick

Nach über hundertjähriger Tätigkeit als Dorfapotheker in der Zentrumsgemeinde Schöftland ging die Aera Schwyter am 31. März 2008 zu Ende. Ueber drei Generationen stellte die Familie Schwyter die Medikamentenversorgung für die ganze Bevölkerung sicher und dies in bester Zusammenarbeit mit allen Beteiligten – Aerzten, Alters- und Pflegeheim und Gemeinde. Möge die Sonne nun milde über den Spätsommer des Ehepaars Schwyter scheinen und noch viele schöne Stunden in Gesundheit und Zufriedenheit schenken.

Die Vitalis Drogerie gehört seit dem 1. Juni 2008 zum gleichen Besitz wie die Apotheke. Drei der vier Schöftler Aerzte suchten seit 2008 den Weg zu einer Gemeinschaftspraxis. Es sind dies die Doktoren Jakob Frey, Paul Hufschmid und Severin Lüscher. Begleitet werden Sie von der Augenärztin Frau Frey. Zuerst stand das Areal neben der Zirkuswiese im Vordergrund, als aber Probleme mit dem Verkauf des Baugrundes auftraten, kam der Standort Dorfstrasse 13 ins Spiel, der Standort der Vitalis Drogerie also. Aus diesem Grund wurde beschlossen, die Drogerie in eine Apotheke umzubauen und die Drogerie in ein Provisorium an der Aarauerstrasse 1 zu verlegen.

Nach Abschluss der Bauphase wurde die Apotheke Schwyter von der Dorfstrasse 48 an den neuen Standort an der Dorfstrasse 13 gezügelt. Am Samstag, 31. Oktober 2009, war der letzte Tag in der altehrwürdigen Schwyter Apotheke. Das Gebäude wird weiterhin genutzt werden. Ueber das Wochenende vom 1./2. November, nach dem Schöftler Herbstmarkt also, wurde gezügelt. Seit Dienstag, 3. November 2009, bedienen wir Sie im neuen Zentrum 13, das Zentrum mit 4 Arztpraxen, ihrer Apotheke, der Zahnärztin und weiteren interessanten Geschäften.

Zu diesem Zeitpunkt tratt auch eine Namensänderung in Kraft. Wie oben erwähnt, begann mit dem 3. November 2009 eine neue Aera. Dieser Beginn sollte auch mit einer Namensänderung dokumentiert werden. Aus der Apotheke Schwyter wurde die Linden-Apotheke im Zentrum 13 Schöftland. Damit wird die Zugehörigkeit zu den Linden-Apotheken in Entfelden und Rupperswil unterstrichen. Das gesamte Linden-Team, wie es nun heisst, freut sich, sie am neuen Ort, aber in alter Frische und gewohnter Zusammensetzung zu beraten.

Für die Vitalis Drogerie war es am 29. Mai 2010 soweit. Die Türen wurden im neuen Gebäude des Clientis Parks an der Dorfstrasse 38 geöffnet. Auch diese Filiale änderte mit dem Umzug den Namen von Vitalis Drogerie zu Linden-Apotheke und Drogerie im Park. In diesem gegenüber des COOP-Centers und verschiedener anderer Geschäfte liegenden, Clientis Park begrüsst Sie das Team der ehemaligen Vitalis Drogerie und ein neues Apotheken-Team.

 

Dr. Andreas Brunner

Nachgefragt bei Ihrem Lindenapotheker

„Wie sehen Sie das Glück, Dr. Brunner?“

Was bedeutet Glück?

«Glück ist für mich eine Art der Lebenseinstellung. Es gibt Leute, welche auf die Frage, wie sie den heutigen Tag empfunden hätten, antworten:

Stress, «Chrampf», Ärger. Andere sagen bei objektiv ähnlichen Kriterien, du ich hatte viel Arbeit, einige Kunden haben mich genervt, aber dafür hat mir beim Weg zur Arbeit die Sonne ins Gesicht geschienen und ich habe beim Mittagessen ein intensives Gespräch mit dem Partner erlebt. Ein weiteres Beispiel: ich fuhr an einem föhnigen Herbstmorgen von Füllinsdorf nach Oberentfelden zurück. Bei der Ausfahrt aus dem Belchentunnel sehe ich die ganze Alpenkette vor mir. Ein wunderbares Bild. Glück bedeutet für mich, dass man solche Bilder oder Erlebnisse auch so wahrnimmt. Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das grosse Glück vergebens warten.»

Kann man Glück kaufen ?

«Auf keinen Fall. Wir alle müssen uns ernähren, müssen uns einkleiden. Mit Geld kann man sich ein besseres Stück Fleisch kaufen, man kann generell mehr essen oder eine bessere (teurere?) Flasche Wein trinken. Wir können einen Mercedes fahren anstelle eines Kleinwagens oder im Zug die 1. Klasse nehmen. Dasselbe gilt beim Kleiderkauf. Ob man dabei glücklich ist oder wird, hängt nicht vom höherwertigen Produkt ab, sondern wie man damit umgeht. In der Apotheke werden Medikamente verkauft und Ratschläge zur Gesundheit und Schönheit erwartet. Das ist noch per se das Glück. Wenn wir die Ratschläge richtig umsetzen, die empfohlenen Medikamente vernünftig einsetzen, können wir gesünder leben, was sicher ein Grundstein zu einem glücklicheren Leben darstellt.»

 

Wie verbinden Sie Glück und Gesundheit? Hängen beide zusammen?

«Hier spielt die Frage mit, mit welcher Gesundheit wir auf die Welt kommen. Ist es Glück, wenn wir sogenannt «gesund» geboren werden. Oder ist es Vorsehung? Dürfen wir Kinder vor der Geburt abtreiben, wenn wir mit der pränatalen Diagnostik schwere Gebrechen wie Trisomie 21 entdecken? Hier stossen wir in andere Welten vor, die einer Diskussion der gesamten Gesellschaft bedürfen.

In der Apotheke geht es darum, dass wir der eigentlich gesunden Kundschaft einen Lebensstil  aufzeigen können, der mehr Lebensqualität verspricht nach dem Motto «Gesunder Geist in gesundem Körper». Wobei die Lebenssituation der einzelnen Personen, wie Arbeit und Familie sehr schwierig einzuordnen sind. Viel zum Glücksgefühl beitragen kann auch eine gewisse Bescheidenheit. Damit meine ich, dass materieller Überfluss kein Garant für Glück ist.»

Glücksmoment in totaler Entspannung

Was tun Sie für den Glücksquotient ihrer Lindenteams?

«Der Beruf der Apothekerin oder der Pharma-Assistentin hat eine breite beratende Komponente. Viele Leute fragen um Rat. Dieser Aspekt trägt einiges zu einem positiven Arbeitsalltag bei. Dazu muss eine Arbeitsumgebung kommen, welche die persönlichen Fähigkeiten fördert.  Darüber hinaus spielt die Chemie in den einzelnen Teams eine entscheidende Rolle. Entscheidend ist, neben guten «harten» Arbeitsbedingungen wie Lohn usw., dass die Mitarbeiterinnen sich ernst genommen fühlen, dass sie sich einbringen und dass sie sich im Betrieb weiterentwickeln können. Dazu gehört eine offene und ehrliche Gesprächskultur, in beide Richtungen. 

Ein weiterer  Eckpfeiler in Richtung Glück ist die Gleichbehandlung aller. Als Arbeitgeber muss man allen die Gewissheit geben, dass sie für das Unternehmen wichtig und unverzichtbar sind.»

 

Persönliche Empfehlung für eine glückliche Weihnacht 2012?

«Glück wird ja gemeinhin definiert als ein gesteigertes Lebensgefühl, in dem der Mensch mit seiner Lage und seinem Schicksal einig und sich dieser Einhelligkeit gefühlsmässig bewusst ist. Er glaubt, dass seine wesentlichen Wünsche erfüllt, innere Unstimmigkeiten gelöst seien. Glück hat also viel mit Gefühl zu tun. Das bedeutet, dass man zuerst Gefühle zulässt.

Wir leben heute ja manchmal in der Welt des «coolen Typen», der alle Lebenssituationen meistert ohne Regung. Das geht zumeist nicht auf, wir brauchen Phasen des in uns Hineinschauens. Wir müssen spüren, dass uns materielle Wohlfahrt einiges bringt, dass wir aber vor dem Spiegel immer nur uns selber sehen. Sich selber kennen lernen, wissen in welcher Umgebung man gerne lebt, das sind Voraussetzungen, dass man glücklich werden kann. Dazu bietet die Weihnachtszeit, die uns zur Rückschau einlädt und Erinnerungen an unsere Kindheit wach werden lässt, ideale Bedingungen. Von all den Sprichwörtern, die sich mit dem Glück beschäftigen, möchte ich eines bemühen: «Jeder ist seines Glückes Schmied» Noch nie war die Zeit besser dazu.»